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Freiwilligendienst im Ausland

Hasta luego, Mexiko City!

Erst habe ich mich gefragt, ob ich den Blog „Adios (tschüß) Mexiko City“ nennen soll, aber dann dachte ich mir „hasta luego“ (bis demnächst) trifft es besser. Vor einer Woche bin ich nämlich aus meiner neuen Heimatstadt auf Zeit zurück nach Deutschland geflogen. Der Abschied war hart, aber es lässt sich doch besser aushalten, wenn man davon ausgeht, bald zurückzukommen.

Obwohl ich ein knappes halber Jahr in Mexiko-Stadt gewohnt habe, konnte ich bei einem Zwischenstopp nach meiner zweimonatigen Reise immer noch viel entdecken: Ich war beispielsweise mit Freunden in Ixtapalapa, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt, der für eine ganz besondere Osterprozession bekannt ist. Es war angekündigt, dass drei Millionen Menschen hier sein würden. Wir hatten aber das Gefühl, dass zwei Nullen zu viel angehängt worden waren. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel Mühe sich hier an Ostern gegeben wird, den Leidensweg Christi nachzuspielen. Die Prozession zieht fast die gesamte Osterwoche durch den Stadtteil. Als wir dort waren, haben wir die Episode gesehen, in der Jesus zum Tode verurteilt wird.

Eine weitere Entdeckung war für mich der „Mercado de Sonora“, auch als Hexenmarkt bezeichnet. Diesen wollte ich schon die ganze Zeit mal besuchen, bin aber aus unerfindlichen Gründen nie dazu gekommen. Man arbeitet sich durch die Gemüseabteilung und den Papierdekorations- und Plastikblumenteil vor zum Tiermarkt. Wenn dieser erfolgreich durchquert und auch die Holzlöffel- und Schnitzereiwarenstraße passiert sind, kommt man am eigentlichen Hexenmarkt raus. War es die ganze Zeit davor extrem laut und haben alle wild durcheinander geschrien, ist es jetzt auf einmal recht ruhig. Alle sprechen leise oder flüstern. Man hört nur ein seltsames Schaben und Quieken und irgendwelche komischen Gesänge von CDs, die zum Verkauf angeboten werden. Hier bekommt man alles, was man als private Hexe braucht: asiatisches und blondes Frauenhaar, Schädel, Kräuter und Samen aller Art, Hufeisen, Handschellen, Schlangenhaut, Heiligenstatuen, Trommeln, Harze und Rinden, Frösche und Ratten… Ich kam mir vor wie in einem Museum. Ich habe Zitronengras und Kardamom für einen Tee gekauft, aber eigentlich nur, um mir die Stände ein bisschen genauer anschauen zu können. Sogleich wurde ich gefragt, wofür ich die beiden Zutaten brauchen würde. Die Verkäuferin wollte wissen, gegen oder für was dieser Tee denn sei. Nur zum trinken und weil er lecker ist, gab ich zurück. Ich bin schließlich keine Hexe!

Diese netten Entdeckungen, die ich zusammen mit meinen mexikanischen Freunden gemacht habe, haben mir den Abschied nicht gerade leicht gemacht. Aber ich weiß ja: eines Tages werde ich zurückkehren. Hasta luego!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  15.04.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
15.04.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Letzte Reisetage

Ich kann es gar nicht glauben! Mir kam die Zeit in Amerika immer so unendlich lange vor. Ich hatte überhaupt keinen Überblick mehr, wie lange ich bereits in Mexiko, den USA, Kuba und Guatemala gewesen war und wie viel Zeit mir noch blieb. Und zack, auf einmal waren es nur noch zehn Tage! Der Tag meines Rückflugs rückt also in Riesenschritten näher!
Wir, also meine Freundinn und ich, sind gerade in Tilapita. Das ist eine Insel vor der Pazifikküste von Guatemala und hier ist absolut nichts los. Wir sind die einzigen Touristen weit und breit. Es gibt ein paar Insulaner und viele Schweinchen. Ich glaube, das ist der einzige Strand auf der Welt, an dem es mehr Schweine als Touristen gibt!

Die Natur ist wunderbar. Die Insel ist auf der Flussseite von Mangrovenwäldern bewachsen und auch die Strandseite lässt nicht zu wünschen übrig. Ein riesiger, menschenleerer schwarzer Strand erstreckt sich so weit das Auge reicht. Die Wellen brausen und die Vögel kreisen über den Himmel. Der ideale Ort um abzuschalten und zu entspannen.
Man muss es sich aber auch erst mal verdienen, hierher zu kommen. Für die 100 Kilometer von Xela haben wir rund sieben Stunden gebraucht! In Guatemala gibt es im Gegenzatz zu Mexiko nämlich kaum Fernstrecken- und Nachtbusse. Wenn man also nicht in Touristenbussen fahren will, fährt man alle Strecken mit dem öffentlichen Nahverkehr. Das bedeutet: viel umsteigen und extrem langsam vorankommen. Die meisten unserer Gefährte waren sogenannte Chickenbusse (der Name, weil dort alles, unter anderem auch Hühner, transportiert wird). Es handelt sich um riesige, bunt bemalte Busse, die mit einem Affenzahn über die schlechten Straßen düsen.

Als wir das erste Mal mit einem dieser Busse gefahren sind, haben wir uns ganz optimistisch einen Kaffee im Becher mitgenommen und uns schon beim Einsteigen gewundert, warum die Sitzbänke so breit sind, dass man kaum durch den Mittelgang passt. So können zwar drei Leute auf jeder Bank sitzen, aber keiner kann mehr im Gang stehen, was ja dem lateinamerikanischen System der Überfüllung komplett widerspricht. Sobald der Bus aber auf eine Serpentinenstraße fuhr, fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Die Leute sitzen zu zwei mal drei in einer Reihe und schließen so die kleine Lücke des Ganges und zwar aus dem einfachen Grund, dass man ansonsten überhaupt keine Chance hat, irgendwie auf seinem Platz zu bleiben. Dann lernten wir auch, dass man in einem solchen Bus keinen Kaffee trinkt. Mit der Zeit sind wir routiniertere Chickenbusfahrer geworden. Aber die Angst, dass unsere Rucksäcke, die immer auf dem Dach mitfahren, in einer Kurve mal über Bord gehen, sind wir nie losgeworden.

 

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  03.04.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
03.04.2013

Freiwilligendienst im Ausland

So nah und doch so anders — Guatemala

In Europa merkt man oft erst mal gar nicht, wenn man eine Grenze überquert. Als ich mit meiner Freundin die Grenze von Mexiko nach Guatemala überschritten habe, war das nichtz zu übersehen. Zunächst mal sind die beiden Länder durch einen Fluss getrennt, den es zu überqueren gilt. Man muss also mit einem klitzekleinen Boot den Urwaldfluss ein Stück hoch fahren, um dann bei der guatemaltekischen Immigrationsbehörde mitten in der Pampa anzukommen. Dort haben sich die Beamten erstmal mühsam aus ihren Hängematten geschält und uns Stempel in die Pässe gedrückt. Offensichtlich kommen nicht so viele Leute durch den Urwald über die Grenze.

Aber nicht nur der Fluss hat einen die Grenze spüren lassen. Direkt am anderen Ufer sah alles gleich viel ärmlicher aus und die Leute sind hier ungefähr noch einen Kopf kleiner als in Mexiko. Ich sehe sehr selten einen Mann, der grösser ist als ich und dabei bin ich 1,68 Meter groß.

Die Straßen sind in Guatemala großteils nicht asphaltiert und die Busse schrottplatzreif. Unserer hatte dann auch gleich bei der ersten Fahrt nach Flores einen Platten. Irgendwann sind wir dann aber doch angekommen, einige haben schon nicht mehr dran geglaubt.

Flores ist ein kleines, sehr idyllisch auf einem See gelegenes Inselstädtchen, das vom Tourismus extrem profitiert hat und deswegen im Vergleich zum Rest von Guatemala reich und schön hergerichtet ist. Dort haben wir zwei Tage verbracht und anschließend einen Tagesausflug nach Tikal, einer Maya-Ausgrabungsstätte gemacht. Für mich war Tikal eine der tollsten Sachen, die ich überhaupt gesehen habe! Die Ruinenstadt ist erstens riesig und liegt zweitens im tiefsten Regenwald. Auf verschlungenen Pfaden windet man sich durchs Gehoelz um auf einmal neben einem 60 Meter hohen Mayatempel wieder aufzutauchen. Auf dem Weg haben wir Affen, Tukane und Wildschweinchen gesehen. Alles in allem ein Erlebnis!

Am nächsten Tag sind wir gut 200 Kilometer nach Lanquin gefahren und haben dafür acht (!) Stunden gebraucht. Leider haben wir nur noch Sitzplätze ohne Lehne ergattern können, sodass das ganze Unterfangen ein bisschen anstrengend wurde. Trotzdem hat es sich aber gelohnt. Die bergige Landschaft um Lanquin ist fantastisch und auch die Wasserfälle und Höhlen mit Fledermäusen sind sehenswert. Was uns aber am besten gefallen hat, war das Dorf selber. Hier leben praktisch nur eingeborene Maya, die auch hauptsächlich in einer Maya-Sprache reden. Besonders beeindruckt war ich vom Markt, auf dem es ganz ruhig zuging: kein Geschrei und keine Musik. Man hat nur indigene Gesichter gesehen und auch keine westliche Kleidung. Die Frauen trugen traditionelle Gewänder und die Männer weiße Hosen, weiße Hemden und einen Sombrero.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  21.03.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
21.03.2013