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Freiwilligendienst im Ausland

Letzte Reisetage

Ich kann es gar nicht glauben! Mir kam die Zeit in Amerika immer so unendlich lange vor. Ich hatte überhaupt keinen Überblick mehr, wie lange ich bereits in Mexiko, den USA, Kuba und Guatemala gewesen war und wie viel Zeit mir noch blieb. Und zack, auf einmal waren es nur noch zehn Tage! Der Tag meines Rückflugs rückt also in Riesenschritten näher!
Wir, also meine Freundinn und ich, sind gerade in Tilapita. Das ist eine Insel vor der Pazifikküste von Guatemala und hier ist absolut nichts los. Wir sind die einzigen Touristen weit und breit. Es gibt ein paar Insulaner und viele Schweinchen. Ich glaube, das ist der einzige Strand auf der Welt, an dem es mehr Schweine als Touristen gibt!

Die Natur ist wunderbar. Die Insel ist auf der Flussseite von Mangrovenwäldern bewachsen und auch die Strandseite lässt nicht zu wünschen übrig. Ein riesiger, menschenleerer schwarzer Strand erstreckt sich so weit das Auge reicht. Die Wellen brausen und die Vögel kreisen über den Himmel. Der ideale Ort um abzuschalten und zu entspannen.
Man muss es sich aber auch erst mal verdienen, hierher zu kommen. Für die 100 Kilometer von Xela haben wir rund sieben Stunden gebraucht! In Guatemala gibt es im Gegenzatz zu Mexiko nämlich kaum Fernstrecken- und Nachtbusse. Wenn man also nicht in Touristenbussen fahren will, fährt man alle Strecken mit dem öffentlichen Nahverkehr. Das bedeutet: viel umsteigen und extrem langsam vorankommen. Die meisten unserer Gefährte waren sogenannte Chickenbusse (der Name, weil dort alles, unter anderem auch Hühner, transportiert wird). Es handelt sich um riesige, bunt bemalte Busse, die mit einem Affenzahn über die schlechten Straßen düsen.

Als wir das erste Mal mit einem dieser Busse gefahren sind, haben wir uns ganz optimistisch einen Kaffee im Becher mitgenommen und uns schon beim Einsteigen gewundert, warum die Sitzbänke so breit sind, dass man kaum durch den Mittelgang passt. So können zwar drei Leute auf jeder Bank sitzen, aber keiner kann mehr im Gang stehen, was ja dem lateinamerikanischen System der Überfüllung komplett widerspricht. Sobald der Bus aber auf eine Serpentinenstraße fuhr, fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Die Leute sitzen zu zwei mal drei in einer Reihe und schließen so die kleine Lücke des Ganges und zwar aus dem einfachen Grund, dass man ansonsten überhaupt keine Chance hat, irgendwie auf seinem Platz zu bleiben. Dann lernten wir auch, dass man in einem solchen Bus keinen Kaffee trinkt. Mit der Zeit sind wir routiniertere Chickenbusfahrer geworden. Aber die Angst, dass unsere Rucksäcke, die immer auf dem Dach mitfahren, in einer Kurve mal über Bord gehen, sind wir nie losgeworden.

 

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  03.04.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
03.04.2013

Freiwilligendienst im Ausland

So nah und doch so anders — Guatemala

In Europa merkt man oft erst mal gar nicht, wenn man eine Grenze überquert. Als ich mit meiner Freundin die Grenze von Mexiko nach Guatemala überschritten habe, war das nichtz zu übersehen. Zunächst mal sind die beiden Länder durch einen Fluss getrennt, den es zu überqueren gilt. Man muss also mit einem klitzekleinen Boot den Urwaldfluss ein Stück hoch fahren, um dann bei der guatemaltekischen Immigrationsbehörde mitten in der Pampa anzukommen. Dort haben sich die Beamten erstmal mühsam aus ihren Hängematten geschält und uns Stempel in die Pässe gedrückt. Offensichtlich kommen nicht so viele Leute durch den Urwald über die Grenze.

Aber nicht nur der Fluss hat einen die Grenze spüren lassen. Direkt am anderen Ufer sah alles gleich viel ärmlicher aus und die Leute sind hier ungefähr noch einen Kopf kleiner als in Mexiko. Ich sehe sehr selten einen Mann, der grösser ist als ich und dabei bin ich 1,68 Meter groß.

Die Straßen sind in Guatemala großteils nicht asphaltiert und die Busse schrottplatzreif. Unserer hatte dann auch gleich bei der ersten Fahrt nach Flores einen Platten. Irgendwann sind wir dann aber doch angekommen, einige haben schon nicht mehr dran geglaubt.

Flores ist ein kleines, sehr idyllisch auf einem See gelegenes Inselstädtchen, das vom Tourismus extrem profitiert hat und deswegen im Vergleich zum Rest von Guatemala reich und schön hergerichtet ist. Dort haben wir zwei Tage verbracht und anschließend einen Tagesausflug nach Tikal, einer Maya-Ausgrabungsstätte gemacht. Für mich war Tikal eine der tollsten Sachen, die ich überhaupt gesehen habe! Die Ruinenstadt ist erstens riesig und liegt zweitens im tiefsten Regenwald. Auf verschlungenen Pfaden windet man sich durchs Gehoelz um auf einmal neben einem 60 Meter hohen Mayatempel wieder aufzutauchen. Auf dem Weg haben wir Affen, Tukane und Wildschweinchen gesehen. Alles in allem ein Erlebnis!

Am nächsten Tag sind wir gut 200 Kilometer nach Lanquin gefahren und haben dafür acht (!) Stunden gebraucht. Leider haben wir nur noch Sitzplätze ohne Lehne ergattern können, sodass das ganze Unterfangen ein bisschen anstrengend wurde. Trotzdem hat es sich aber gelohnt. Die bergige Landschaft um Lanquin ist fantastisch und auch die Wasserfälle und Höhlen mit Fledermäusen sind sehenswert. Was uns aber am besten gefallen hat, war das Dorf selber. Hier leben praktisch nur eingeborene Maya, die auch hauptsächlich in einer Maya-Sprache reden. Besonders beeindruckt war ich vom Markt, auf dem es ganz ruhig zuging: kein Geschrei und keine Musik. Man hat nur indigene Gesichter gesehen und auch keine westliche Kleidung. Die Frauen trugen traditionelle Gewänder und die Männer weiße Hosen, weiße Hemden und einen Sombrero.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  21.03.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
21.03.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Yucatan

Eine junge Frau sitz am Meer.Vor rund einer Woche haben meine Freundin und ich unsere Reise nach Yucatan, Chiapas und schließlich Guatemala begonnen. Unser Motto ist langsam, gemütlich und offen für alles was sich so ergibt zu reisen, statt hektisch alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Denn was wir haben ist vor allem Zeit und nicht unbedingt Geld.

Eigentlich wollten wir von der Fraueninsel, wo wir auf dem Schiff gearbeitet hatten, möglichst schnell möglichst weit weg, am besten bis nach Merida, um den Touristenmassen zu entkommen. Als wir allerdings rausgefunden hatten, dass der Bus dorthin zwischen sechs und zehn Stunden braucht, haben wir uns umentschieden und beschlossen, einen Zwischenstopp in Valladolid zu machen. Das hat sich auch definitiv gelohnt. Dort haben wir erst mal unsere Reiseroute ein bisschen weiter geplant und sind dann zu einem Zenote (unterirdischer See) gefahren. Es war sehr beeindruckend, aber wir konnten es gar nicht so richtig genießen, weil wir ein bisschen Angst hatten. Zentotes waren für die Mayas heilige Stätten und in dem einen oder anderen befinden sich auch ein paar Skelette…

Auf dem Rückweg sind wir an einem Dorf vorbeigekommen, in dem ein Fest gefeiert wurde. Aus Holz war eine kleine Arena konstruiert und die Dorfbewohner haben schon ungeduldig gewartet. Gestärkt von ein paar Churros (einer Art Krapfen), haben wir dann das Spektakel angeschaut: Ein Stier wurde in die Arena gelassen und von als Mädchen verkleideten Jungs und Stierkämpfern getriezt. Am Ende wurden dann die Charros (das sind mexikanische Cowboys) reingelassen, die vom Pferd aus mit Lassos den Stier eingefangen haben.

Abends sind wir nach Merida weiter gefahren, wo wir ein total tolles Hostel gefunden haben. Wir haben uns wie in einer WG gefühlt. Alle waren super nett und irgendjemand hat den ganzen Tag im Hof Gitarre gespielt und dazu gesungen. So sind wir dort ein bisschen versumpft und länger geblieben als geplant. Wir waren viel auf dem Markt und in der Stadt unterwegs, es gab eine Unzahl an kulturellen Veranstaltungen, wie traditionelle Tanz- und Musikvorführungen. Natürlich sind wir dann auch noch nach Uxmal, einer der bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Maya gefahren. Dort haben wir ein sehr nettes Pärchen aus den USA kennengelernt, die uns netterweise noch mit zu kleineren Ruinen genommen haben.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  12.03.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
12.03.2013