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Freiwilligendienst im Ausland

Yucatan

Eine junge Frau sitz am Meer.Vor rund einer Woche haben meine Freundin und ich unsere Reise nach Yucatan, Chiapas und schließlich Guatemala begonnen. Unser Motto ist langsam, gemütlich und offen für alles was sich so ergibt zu reisen, statt hektisch alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Denn was wir haben ist vor allem Zeit und nicht unbedingt Geld.

Eigentlich wollten wir von der Fraueninsel, wo wir auf dem Schiff gearbeitet hatten, möglichst schnell möglichst weit weg, am besten bis nach Merida, um den Touristenmassen zu entkommen. Als wir allerdings rausgefunden hatten, dass der Bus dorthin zwischen sechs und zehn Stunden braucht, haben wir uns umentschieden und beschlossen, einen Zwischenstopp in Valladolid zu machen. Das hat sich auch definitiv gelohnt. Dort haben wir erst mal unsere Reiseroute ein bisschen weiter geplant und sind dann zu einem Zenote (unterirdischer See) gefahren. Es war sehr beeindruckend, aber wir konnten es gar nicht so richtig genießen, weil wir ein bisschen Angst hatten. Zentotes waren für die Mayas heilige Stätten und in dem einen oder anderen befinden sich auch ein paar Skelette…

Auf dem Rückweg sind wir an einem Dorf vorbeigekommen, in dem ein Fest gefeiert wurde. Aus Holz war eine kleine Arena konstruiert und die Dorfbewohner haben schon ungeduldig gewartet. Gestärkt von ein paar Churros (einer Art Krapfen), haben wir dann das Spektakel angeschaut: Ein Stier wurde in die Arena gelassen und von als Mädchen verkleideten Jungs und Stierkämpfern getriezt. Am Ende wurden dann die Charros (das sind mexikanische Cowboys) reingelassen, die vom Pferd aus mit Lassos den Stier eingefangen haben.

Abends sind wir nach Merida weiter gefahren, wo wir ein total tolles Hostel gefunden haben. Wir haben uns wie in einer WG gefühlt. Alle waren super nett und irgendjemand hat den ganzen Tag im Hof Gitarre gespielt und dazu gesungen. So sind wir dort ein bisschen versumpft und länger geblieben als geplant. Wir waren viel auf dem Markt und in der Stadt unterwegs, es gab eine Unzahl an kulturellen Veranstaltungen, wie traditionelle Tanz- und Musikvorführungen. Natürlich sind wir dann auch noch nach Uxmal, einer der bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Maya gefahren. Dort haben wir ein sehr nettes Pärchen aus den USA kennengelernt, die uns netterweise noch mit zu kleineren Ruinen genommen haben.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  12.03.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
12.03.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Critical Mass — Rad fahren in Mexiko-Stadt

Ich wohne ganz in der Nähe meiner Arbeitsstelle. Daher hab ich mir gleich nach Ankunft ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Es ist ein rotes, elegantes Herrenrad aus den 1970er Jahren. Ein nordamerikanisches Modell, das sogar ein Dynamo besitzt, obwohl es diese in Mexiko selten gibt. Mein Velo ist eine Rarität und macht es mir schwer, Ersatzteile zu finden. So wurde mein Reifen insgesamt fünfmal geflickt, bis ich eine Werkstatt fand in der sie ihn mir wechselten.

Platte Reifen holt man sich hier schnell. Denn die Straßen und noch viel mehr die Gehwege weisen tiefe Schlaglöcher oder hohe Kanten auf, und auch Lüftungsschächte oder Kanalisationsgitter sind mitunter so großmaschig, dass der Reifen einfach steckenbleibt.

Dennoch ist diese Stadt fürs Radfahren sehr attraktiv. Man entkommt dem stockenden Verkehr und die Straßen des Metro- und Trolleybusses erlauben ein schnelles Fahren. Diese sind vom normalen Verkehr abgetrennt und führen in alle Himmelsrichtungen. Darüber hinaus gibt es je nach Zone Velos gratis zu leihen oder richtige Radwege.

Die Fahrradbewegung in Mexiko-Stadt ist insgesamt noch relativ jung und entstand mit dem aufkeimenden Bewusstsein für die Luftverschmutzung. Die Förderung des Rades ist eine der zahlreichen Gegenmaßnahmen zum Smog und hat dazu geführt, dass sich mittlerweile mehrmals die Woche Gruppen von Radlern treffen, um gemeinsam die Straßen zu erobern.

Vergangenes Wochenende habe ich zum ersten Mal an einer sogenannten „Critical Mass“ teilgenommen. Mit einer Gruppe von mehr als 60 Radlern haben wir zwei Spuren der Fahrbahn belegt, und damit nicht nur bewiesen, dass Fahrrad fahren Spaß macht, sondern auch auf die Belange und Rechte des nicht-motorisierten Verkehrs aufmerksam gemacht. Nach rund 13 Kilometern und einer Stunde kamen wir am Ziel des Ausflugs an, wo uns neben Livemusik und Vorträgen eine Fahrradwerkstatt erwartete. Es war wirklich toll!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  07.03.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
07.03.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Gipfeltreffen — Der Vulkan Xinantécatl

Gipfeltreffen gibt es nicht alle Tage, und noch seltener wird man zu diesen eingeladen. Doch lasst mich erzählen...

Es ging damit los, dass zum Jahreswechsel viele Freiwillige ihren servicio social abgeschlossen haben und ein Schwung neuer Freiwilliger unser Büro eroberte. Der servicio social ist eine Art „Freiwilligendienst“, den Studenten in Mexiko zum Ende ihres Studiums ableisten müssen. Die Neuen bringen nicht nur spürbar frischen Wind in das Büro, sondern auch eine Menge neuer Ideen in Sachen Freizeit. Unter ihnen habe ich einen wirklich Wanderbegeisterten gefunden, mit dem ich Pläne für einen gemeinsamen Aufstieg schmiedete.

Unser Gipfeltreffen planten wir auf dem Vulkan Xinantécatl oder auch Nevado de Toluca genannt. Das ist ein Gigant, der sich auf 4.600 Meter erhebt, dessen Krawatte aus Schnee gemacht ist und dessen Manschettenknöpfe in seinem Inneren, in den Bergseen des Kraters, ruhen. Seine zwei spiegelklaren, eisigen Gewässer tragen die klangvollen Namen Lago de la Luna und Lago del Sol. Auf ihrem Grund wurden viel Bernstein und andere Opfergaben gefunden, welche von den Urbewohnern des Landes für die Götter dargebracht wurden.

Mit einem Kommilitonen, der am Vortag erst in Mexiko gelandet war, um hier ebenfalls professionelle Praktika anzufangen, machte ich mich am Sonntag früh auf den Weg. Den Bauch voller Tamales vom Frühstück setzten wir uns in den Bus nach Toluca. Von dort holte uns mein Freund mit seinem Auto ab. Es ist wohl der zugänglichste Vulkan von ganz Mexiko, da die Straße fast bis zur Spitze reicht. Dennoch waren das Stück Wanderung über den Bergkamm und der Abstieg in den Krater wegen der dünnen Höhenluft und des losen Untergrunds eine Herausforderung.

Hoch über der Stadt wurden es ganz still. Nur wenige kamen uns entgegen oder suchten wie wir den Weg in die Höhe. In der Ferne konnten wir den Smog über der Stadt als rötlich-braunen Schein erkennen. Schon bald sahen wir das Glitzern der Kraterseen in der Sonne und wir streckten probeweise unsere Hände in dessen kaltes Gewand.

Ein Nordamerikaner hatte sich unweit von uns ganz ins Wasser gewagt, eisig blau kam er unter dem Gelächter der Einheimischen wieder heraus. Bei nur zwei bis vier Grad Lufttemperatur war dies sicher nicht die beste Idee. Später sahen wir ihn auf einem Stein sitzen und Wärme tanken wie ein Reptil in der Mittagssonne.

Autor: Anni  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  01.03.2013
Autor: Anni
Rubrik: auszeit nach dem abi
01.03.2013