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Freiwilligendienst im Ausland

So nah und doch so anders — Guatemala

In Europa merkt man oft erst mal gar nicht, wenn man eine Grenze überquert. Als ich mit meiner Freundin die Grenze von Mexiko nach Guatemala überschritten habe, war das nichtz zu übersehen. Zunächst mal sind die beiden Länder durch einen Fluss getrennt, den es zu überqueren gilt. Man muss also mit einem klitzekleinen Boot den Urwaldfluss ein Stück hoch fahren, um dann bei der guatemaltekischen Immigrationsbehörde mitten in der Pampa anzukommen. Dort haben sich die Beamten erstmal mühsam aus ihren Hängematten geschält und uns Stempel in die Pässe gedrückt. Offensichtlich kommen nicht so viele Leute durch den Urwald über die Grenze.

Aber nicht nur der Fluss hat einen die Grenze spüren lassen. Direkt am anderen Ufer sah alles gleich viel ärmlicher aus und die Leute sind hier ungefähr noch einen Kopf kleiner als in Mexiko. Ich sehe sehr selten einen Mann, der grösser ist als ich und dabei bin ich 1,68 Meter groß.

Die Straßen sind in Guatemala großteils nicht asphaltiert und die Busse schrottplatzreif. Unserer hatte dann auch gleich bei der ersten Fahrt nach Flores einen Platten. Irgendwann sind wir dann aber doch angekommen, einige haben schon nicht mehr dran geglaubt.

Flores ist ein kleines, sehr idyllisch auf einem See gelegenes Inselstädtchen, das vom Tourismus extrem profitiert hat und deswegen im Vergleich zum Rest von Guatemala reich und schön hergerichtet ist. Dort haben wir zwei Tage verbracht und anschließend einen Tagesausflug nach Tikal, einer Maya-Ausgrabungsstätte gemacht. Für mich war Tikal eine der tollsten Sachen, die ich überhaupt gesehen habe! Die Ruinenstadt ist erstens riesig und liegt zweitens im tiefsten Regenwald. Auf verschlungenen Pfaden windet man sich durchs Gehoelz um auf einmal neben einem 60 Meter hohen Mayatempel wieder aufzutauchen. Auf dem Weg haben wir Affen, Tukane und Wildschweinchen gesehen. Alles in allem ein Erlebnis!

Am nächsten Tag sind wir gut 200 Kilometer nach Lanquin gefahren und haben dafür acht (!) Stunden gebraucht. Leider haben wir nur noch Sitzplätze ohne Lehne ergattern können, sodass das ganze Unterfangen ein bisschen anstrengend wurde. Trotzdem hat es sich aber gelohnt. Die bergige Landschaft um Lanquin ist fantastisch und auch die Wasserfälle und Höhlen mit Fledermäusen sind sehenswert. Was uns aber am besten gefallen hat, war das Dorf selber. Hier leben praktisch nur eingeborene Maya, die auch hauptsächlich in einer Maya-Sprache reden. Besonders beeindruckt war ich vom Markt, auf dem es ganz ruhig zuging: kein Geschrei und keine Musik. Man hat nur indigene Gesichter gesehen und auch keine westliche Kleidung. Die Frauen trugen traditionelle Gewänder und die Männer weiße Hosen, weiße Hemden und einen Sombrero.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  21.03.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
21.03.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Yucatan

Eine junge Frau sitz am Meer.Vor rund einer Woche haben meine Freundin und ich unsere Reise nach Yucatan, Chiapas und schließlich Guatemala begonnen. Unser Motto ist langsam, gemütlich und offen für alles was sich so ergibt zu reisen, statt hektisch alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Denn was wir haben ist vor allem Zeit und nicht unbedingt Geld.

Eigentlich wollten wir von der Fraueninsel, wo wir auf dem Schiff gearbeitet hatten, möglichst schnell möglichst weit weg, am besten bis nach Merida, um den Touristenmassen zu entkommen. Als wir allerdings rausgefunden hatten, dass der Bus dorthin zwischen sechs und zehn Stunden braucht, haben wir uns umentschieden und beschlossen, einen Zwischenstopp in Valladolid zu machen. Das hat sich auch definitiv gelohnt. Dort haben wir erst mal unsere Reiseroute ein bisschen weiter geplant und sind dann zu einem Zenote (unterirdischer See) gefahren. Es war sehr beeindruckend, aber wir konnten es gar nicht so richtig genießen, weil wir ein bisschen Angst hatten. Zentotes waren für die Mayas heilige Stätten und in dem einen oder anderen befinden sich auch ein paar Skelette…

Auf dem Rückweg sind wir an einem Dorf vorbeigekommen, in dem ein Fest gefeiert wurde. Aus Holz war eine kleine Arena konstruiert und die Dorfbewohner haben schon ungeduldig gewartet. Gestärkt von ein paar Churros (einer Art Krapfen), haben wir dann das Spektakel angeschaut: Ein Stier wurde in die Arena gelassen und von als Mädchen verkleideten Jungs und Stierkämpfern getriezt. Am Ende wurden dann die Charros (das sind mexikanische Cowboys) reingelassen, die vom Pferd aus mit Lassos den Stier eingefangen haben.

Abends sind wir nach Merida weiter gefahren, wo wir ein total tolles Hostel gefunden haben. Wir haben uns wie in einer WG gefühlt. Alle waren super nett und irgendjemand hat den ganzen Tag im Hof Gitarre gespielt und dazu gesungen. So sind wir dort ein bisschen versumpft und länger geblieben als geplant. Wir waren viel auf dem Markt und in der Stadt unterwegs, es gab eine Unzahl an kulturellen Veranstaltungen, wie traditionelle Tanz- und Musikvorführungen. Natürlich sind wir dann auch noch nach Uxmal, einer der bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Maya gefahren. Dort haben wir ein sehr nettes Pärchen aus den USA kennengelernt, die uns netterweise noch mit zu kleineren Ruinen genommen haben.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  12.03.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
12.03.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Critical Mass — Rad fahren in Mexiko-Stadt

Ich wohne ganz in der Nähe meiner Arbeitsstelle. Daher hab ich mir gleich nach Ankunft ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Es ist ein rotes, elegantes Herrenrad aus den 1970er Jahren. Ein nordamerikanisches Modell, das sogar ein Dynamo besitzt, obwohl es diese in Mexiko selten gibt. Mein Velo ist eine Rarität und macht es mir schwer, Ersatzteile zu finden. So wurde mein Reifen insgesamt fünfmal geflickt, bis ich eine Werkstatt fand in der sie ihn mir wechselten.

Platte Reifen holt man sich hier schnell. Denn die Straßen und noch viel mehr die Gehwege weisen tiefe Schlaglöcher oder hohe Kanten auf, und auch Lüftungsschächte oder Kanalisationsgitter sind mitunter so großmaschig, dass der Reifen einfach steckenbleibt.

Dennoch ist diese Stadt fürs Radfahren sehr attraktiv. Man entkommt dem stockenden Verkehr und die Straßen des Metro- und Trolleybusses erlauben ein schnelles Fahren. Diese sind vom normalen Verkehr abgetrennt und führen in alle Himmelsrichtungen. Darüber hinaus gibt es je nach Zone Velos gratis zu leihen oder richtige Radwege.

Die Fahrradbewegung in Mexiko-Stadt ist insgesamt noch relativ jung und entstand mit dem aufkeimenden Bewusstsein für die Luftverschmutzung. Die Förderung des Rades ist eine der zahlreichen Gegenmaßnahmen zum Smog und hat dazu geführt, dass sich mittlerweile mehrmals die Woche Gruppen von Radlern treffen, um gemeinsam die Straßen zu erobern.

Vergangenes Wochenende habe ich zum ersten Mal an einer sogenannten „Critical Mass“ teilgenommen. Mit einer Gruppe von mehr als 60 Radlern haben wir zwei Spuren der Fahrbahn belegt, und damit nicht nur bewiesen, dass Fahrrad fahren Spaß macht, sondern auch auf die Belange und Rechte des nicht-motorisierten Verkehrs aufmerksam gemacht. Nach rund 13 Kilometern und einer Stunde kamen wir am Ziel des Ausflugs an, wo uns neben Livemusik und Vorträgen eine Fahrradwerkstatt erwartete. Es war wirklich toll!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  07.03.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
07.03.2013