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Freiwilligendienst im Ausland

Kubareise

Nachdem ich wieder gesund und munter war, bin ich mit zwei Freundinnen, die auch gerade auf Kuba waren, auf Reise gegangen. Die anderen beiden wollten unbedingt nach Santiago de Kuba, was mit dem Bus 15 Stunden von Havana entfernt ist, also ziemlich genau am anderen Ende der Insel liegt. Wir waren uns aber nicht sicher, ob das eine gute Idee wäre, weil dort vor einem Monat ein Wirbelsturm durchgezogen ist und einiges zerstört hatte. Außerdem es hieß es, dass es dort auch einige Fälle von Cholera gegeben hätte.

Deswegen haben wir beschlossen, uns langsam zu nähern und auf dem Weg mehr Informationen zu sammeln. So haben wir also auf dem Weg nach Südosten einige sehr lohnenswerte Zwischenstationen gemacht. Zunächst waren wir in Cienfuegos, benannt nach dem Revolutionär Camilo Cienfuegos. Dort waren wir vor allem an einem wunderbaren Strand, der „Rancho Luna” heißt. Dort gab es kaum Touristen, sodass man leicht in Kontakt mit den Kubanern kam und statt Autos fuhren dort fast nur Pferdekutschen herum. Wir hatten das Gefühl, als wären wir in der Zeit gereist.

In Trinidad und Camaguey haben wir einige schöne Tage verbracht und erfahren, dass man problemlos nach Santiago de Kuba fahren könne. So sind wir dann also letzten Endes doch nach Santiago, wo wir etwas länger blieben, weil es uns so gut gefallen hat, obwohl die Reste der Verwüstung durch den Wirbelsturm noch zu sehen waren. Teilweise waren die alten Häuser mehr verfallen als in anderen Städten und sowohl die Trinkwasser- als auch die Stromversorgung war noch nicht überall wieder hergestellt. Die Leute waren aber umso netter. Wir haben ein paar ganz wunderbare Ausflüge gemacht: Zu einer kleinen Insel im Hafenbecken von Santiago, zur Festung „El Morro” und zu einer Kaffeeplantage auf der früher Sklaven gearbeitet haben. Der schönste Tag für mich aber war, als wir auf den höchsten Berg der Sierra Maestra, den „La Gran Piedra”, gestiegen sind. Einerseits war der Blick beeindruckend, angeblich kann man von dort aus bis nach Haiti schauen, andererseits hat man das ganze Ausmaß der Verwüstung des Zyklons gesehen. Im Vergleich zu den Städten wird die Natur sicherlich Jahrzehnte brauchen, um sich wieder zu erholen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  10.01.2013
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
10.01.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Feliz año nuevo!

Ich möchte euch allen einen guten Start ins neue Jahr wünschen! Ich hoffe ihr habt die Feier- und Schlemmertage im Kreise von Freunden und Familie genossen. Für mich kann ich sagen, dass ich schon lange nicht mehr so sehr in Adventsstimmung war wie dieses Mal. Da kann man sich natürlich fragen, wie das bei lauschigen 15 bis 20 Grad geht. Ich glaube, es kam durch meine Adventskalender-Bastelei und das Glühwein-selber-machen. Einen Adventskalender mit Scherenschnitten und Fotorätsel habe ich meinen Eltern als Weihnachtsüberraschung geschickt. Einen zweiten Kalender habe ich für einen Freund gemacht. Diesen habe ich mit Gewürzen befüllt, damit er täglich einen Geruch erraten kann. Als ich auf dem Markt war, um die Gewürze zu kaufen, hatte der Verkäufer nur eine kleine Auswahl an Kräutern, dafür aber zwölf verschiedene Chili-Sorten, deren spezifische Eigenschaften er mir erklärte: Diese Chili ist zum Fisch, diese zum Hühnchen, diese für Mole, diese brennt scharf usw. Die Nase von meinem Freund hat jedenfalls ein paar Mal gebrannt…

Das Weihnachtsfest selbst war sehr ruhig. Ich traf mich mit einigen deutschen und mexikanischen Freunden zu einem Abendessen. Es kam auch die Familie des Gastgebers. Seine Mutter war extra aus Oaxaca angereist und bereitete Truthahn, Fisch und Ponche zu. Ponche ist ein nationales Weihnachtsgetränk, welches aus Früchten bereitet wird, die erhitzt und mit Gewürzen versehen werden. Der mit Wasser gemischte Fruchtsaft ist die Basis des Getränks. Es schmeckt in etwa wie Fruchtpunsch und wird manchmal mit einem Schuss Alkohol serviert.

Zwischen Weihnachten und Silvester musste ich noch eine Hausarbeit schreiben. Nach den sieben Stunden Arbeit bei Amnesty habe ich oft nicht mehr den Elan, mich nochmal konzentriert vor den PC zu setzen. Doch langsam neigt sie sich dem Ende zu und so konnte ich auch guten Gewissens ins neue Jahr starten.

Das Silvester-Fest war sehr schön. Wir trafen uns wieder zum Abendessen und frönten einiger deutscher Traditionen wie „Dinner for One“ und Bleigießen. Als wir dann schließlich los wollten, fuhren die öffentlichen Verkehrsmittel schon nicht mehr. Den Weg bis ins koloniale Zentrum von Coyoacan, einem schönen Stadtviertel von Mexiko-Stadt, haben wir trotzdem noch rechtzeitig geschafft, um in einer Kneipe zu verschwinden und mit Wunderkerzen, Tröten und den anderen Gästen den Countdown zu zählen.

Drei, zwei, eins – auf ins Neue! Ich bin richtig gespannt, was dieses Jahr bringt.

Morgen geht es jedenfalls erst mal in den Urlaub! Wandern und frische Luft schnappen, ein bisschen Erholung von der Mega-City.

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  09.01.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
09.01.2013

Freiwilligendienst im Ausland

Ein Fest der Menschenrechte in Sierra

Ich möchte heute mit euch einen ganz besonderen Moment teilen. Es gibt gute Nachrichten aus dem Bereich der Menschenrechte: Vor inzwischen mehr als zwei Wochen, am 27. November, sind die beiden politischen Häftlinge José Ramón und Pascual, die Amnesty in Mexiko betreute, nach drei Jahren Haft freigekommen.

José Ramón und Pascual hatten sich vor ihrer Verurteilung für einen gerechten Zugang zu Trinkwasser in ihrer Gemeinde eingesetzt und wurden wegen eines angeblichen Autodiebstahles verurteilt. Dass das Auto nach dem Urteilsspruch in der Garage seines Besitzers wieder auftauchte, hat die Justiz nicht von ihrer Unschuld überzeugen können. Umso erfreulicher ist es, dass der Weg zum obersten Richterspruch schneller kam als erwartet. Nicht zuletzt verdanken José Ramon und Pascual dabei ihre Freiheit dem starken Rückhalt ihrer Gemeinde, den engagierten Anwälten und der Arbeit von drei Nichtregierungsorganisationen, welche den Fall an die Öffentlichkeit trugen und international bekannt machten.

In den bald vier Monaten, die ich in Mexiko bin, habe ich an zahlreichen Veranstaltungen für José Ramón und Pascual teilgenommen. Im August ging es mit einer Autokarawane zu deren Gefängnis in Puebla. Im September und Oktober sammelten wir Unterschriften und im November wurden diese in einem Event an den (mittlerweile) Ex-Präsidenten Calderón überreicht. Aus Freude über die Rückkehr von José Ramon und Pascual hat die Gemeinde Atla alle Unterstützer eingeladen, einen Gottesdienst mit ihnen zu feiern.

So ging es vergangenen Sonntag wieder nach Puebla. Nach rund vier Stunden Fahrt kamen wir an und wurden sehr herzlich empfangen. Zu diesem Zeitpunkt brodelten bereits drei große Kessel über dem offenen Feuer am Rande der Kirche. Sie waren voll mit Schweinefleisch und die gierigen, streunenden Hunde versuchten vergebens sich zu nähern, um von dem Braten zu stibitzen. Nebenan bereitete derweil eine Gruppe von Frauen Tortillas zu. Ihre Hände klatschen im Takt, um aus der Maismasse die Fladen zu formen, die auf einem Feuerblech zum Garen landeten.

Die Messe fand in einer kleinen, schlichten Kirche statt. Wir drängten uns dicht, um was von der Andacht mitzubekommen. Ein Teil der Predigt war auf Nahuatl, einer indigenen Sprache, die in der Sierra Puebla noch lebendig ist und mehr gesprochen wird als das Spanische.

Der Messe folgten Dankesreden, eine feierliche Übergabe von Blumenschmuck zur Ehrung der Unterstützer, eine Geige und Gitarren spielten zum Tanz auf, der im Reigen und gediegenen Schrittes wahrgenommen wurde. Erst als die Sonne sich schon an den Rand der umliegenden Berge senkte, wurde das köstliche Essen serviert. Ich weiß nicht, wann Tortillas mir das letzte Mal so gut geschmeckt haben!

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  02.01.2013
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
02.01.2013