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Freiwilligendienst im Ausland

Moin Moin und hallo

Ich bin Anni und komme aus Mecklenburg. Viele Jahre habe ich in Norddeutschland gelebt, wo die Ostsee rauscht, die Möwen kreischen und etliche Menschen ihren Urlaub verbringen. Nachdem ich im Juli 2010 jedoch endlich meinen Bachelor in der Tasche hatte, bin ich schnurstracks ins Ausland geflogen, da ich neugierig war, wie es ist, in einem ganz anderen Land zu leben, zu studieren und zu arbeiten. In einem Land, von dem ich bis dahin nur Frida Kahlo, scharfes Essen und Tequila kannte. So gelangte ich das erste Mal nach Mexiko und es ist kaum zu glauben, aber diese Zeilen schreibe ich gerade ebenfalls aus Mexiko.

Wie es dazu kam? Ganz einfach: Mein erster Mexiko-Aufenthalt hat mich in meinen Interessen stark geprägt und mich in meinem Master-Studien-Wunsch beeinflusst. Die Konflikte und soziale Ungleichheit, die bereits im Bachelor Soziologie thematisiert wurden, habe ich hier ungleich stärker erlebt als in Deutschland. Darum hegte ich den Wunsch, diese Konflikte besser zu verstehen. Aus diesem Grunde begann ich im Oktober 2011 mit der Friedens- und Konfliktforschung. Hört sich irgendwie exotisch an, oder? Aber so exotisch ist es gar nicht. In diesem Master werden verschiedene Themen aus Politik, Wirtschaft, Philosophie und Kultur behandelt, wobei ein wichtiger Schwerpunkt auf den Menschenrechten liegt.

Auf der Suche nach einem spannenden und finanzierbaren Praktikumsplatz („spannend“ hieß für mich zu diesem Zeitpunkt „Fokus Lateinamerika“) bin ich schließlich auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, das Studium mit einem Freiwilligendienst zu verknüpfen.

In einer Nacht- und Nebelaktion bewarb ich mich für zwei „Weltwärts“-Stellen – die eine in Nicaragua in einem Konfliktpräventionsprogramm und die andere in Mexiko-Stadt bei Amnesty-International. Wenige Wochen nach der Bewerbung erhielt ich schließlich einen Anruf von einer Betreuerin: Sie erzählte mir, dass die Nicaragua-Stelle auf einer Ortspartnerschaft beruhte und ich somit nicht in die engere Wahl kam.

Das war schade, doch gleichzeitig lud sie mich zu einem Auswahl- und Kennenlernseminar ein, da die Stelle bei Amnesty für meine Person in Betracht kommen könnte. Nach dem Seminar, welches sehr spielerisch und witzig verlief, stand für mich fest, dass ich diesen Freiwilligendienst bei Amnesty machen wollte und ich begann, all meinen Freunden und Bekannten immer wieder davon zu erzählen. Doch die endgültige Zusage ließ lange auf sich warten.

Erst drei Monate nach dem Seminar erhielt ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Zum Glück hatte ich mich vorher auf die klassischen Interviewfragen nach meinen Stärken, Schwächen, Zukunftswünschen etc. vorbereitet, denn die Skype-Verbindung war einfach furchtbar und ohne meine drei Interviewer zu sehen, wurde ich auf Spanisch mit Fragen beschossen. Doch es lohnte sich und eine Woche später erhielt ich die Zusage.

Das Warten und Hoffen hatte somit ein Ende und jetzt, ja … jetzt bin ich schon drei Monate hier in Mexiko-Stadt und arbeite in einer der größten und bedeutendsten Menschenrechts-organisationen der Welt. Was genau meine Tätigkeiten hier sind, wie das Leben in Mexiko-Stadt ist und warum ich dieses Land so liebe, möchte ich euch in den nächsten Wochen erzählen und würde mich freuen, euch auch ein wenig Lust machen zu können auf einen Freiwilligendienst in diesem fantastischen Land.

Bis bald, eure Anni

Autor: Anni  |  Rubrik: orientieren  |  04.12.2012
Autor: Anni
Rubrik: orientieren
04.12.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Eine Geburtstagsfeier — vier Tage lang

Letztes Wochenende haben zwei meiner Freundinnen ihren Geburtstag gefeiert. Bereits am Freitagmorgen sind wir losgefahren um rechtzeitig anzukommen und alles für Samstag vorzubereiten. Schon am Freitagabend waren wir zu siebt und haben zusammen gekocht, geredet und den selbst gemachten Granatapfelschnaps des Hauses gekostet.

Am nächsten Morgen ging es weiter mit Bohnen kochen, Guacamole machen, Tamarinden- und Flor-de-Jamaica-Wasser herstellen. Auch wenn es sehr spaßig ist mit so vielen zu kochen, hätten wir es doch nie geschafft, für die 100 eingeladenen Gäste zu kochen. Deswegen hatte die Familie „Barbacoa“ bestellt. Was das ist? Ein Schaf, dass unterirdisch geräuchert wird und dementsprechend nach Schafstall schmeckt … Jedenfalls gab es genug zu essen für alle Gäste. Wir saßen im Garten und haben zusammen zu Mittag gegessen. Im Laufe des Tages kamen immer mehr Leute und am Abend ging dann das richtige Fest los: Es gab sogar einen DJ – was will man mehr?

Falls ihr euch fragt, wie die ganzen Leute spät nachts wieder in das zwei bis drei Stunden entfernte Mexiko-Stadt zurück gekommen seid, kommt hier die Antwort: In jedem mexikanischen Haus sind Gäste gerne gesehen und in diesem Haus gibt es ungefähr sieben Gästezimmer mit zehn Gästebetten. Der Rest hatt Isomatte und Schlafsack mitgebracht.

Am nächsten Morgen sind dann alle zusammen nach Tula gefahren, um sich dort die historische Städte mit den beeindruckenden Statuen auf dem Tempel des Quetzalcóatl anzusehen. Nach einem weiteren gemeinsamen Essen haben sich die meisten auf den Heimweg begeben. Mit einigen wenigen Freunden bin ich noch bis Montag geblieben. Wir haben ein bisschen beim Aufräumen ein bisschen geholfen und sind am Montag noch zu den nahegelegenen Thermalquellen gefahren. Ich habe es so richtig genossen, mal wieder schwimmen zu können (in Mexiko gibt es nämlich kaum öffentliche Bäder).

Wir haben also das ganze Wochenende Geburtstag gefeiert und zwar nicht nur Party machend, sondern auch Urlaub machend. Fast schade, dass ich zu meinem Geburtstag nicht mehr in Mexiko sein werde, aber dafür werde ich mit allen meinen Freunden und mit meiner Familie feiern können.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  30.11.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
30.11.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Tag der Toten in Oaxaca

Anfang November, um genau zu sein am ersten und zweiten November, wird in Mexiko der Tag der Toten (día de los muertos) gefeiert und zwar ganz anders als man sich das vielleicht so vorstellt, wenn man an Allerheiligen und Totensonntag denkt.

Hier wird zu Ehren der Toten regelrecht gefeiert. In jedem Teil Mexikos und in jedem Dorf variiert der Brauch ein bisschen. Ich bin zu diesem ganz besonderen Fest mit meinem Papa, der gerade zu Besuch war, nach Oaxaca, einem der traditionellsten Bundesstaaten Mexikos, gefahren. Aber schon Tage vorher begannen die Vorbereitungen: Es wird spezielles Süßgebäck hergestellt und die Städte und Dörfer werden dekoriert. Hierzu werden riesige Bilder von zum Beispiel tanzenden Skeletten aus buntem Sand auf den Boden gestreut und viele orange Blumen ausgelegt, um den Toten den Weg zu weisen. Außerdem baut jede Familie am ersten November in ihrem Haus einen Totenaltar mit Blumen, dem Lieblingsessen und den Lieblingsdingen des jeweiligen Verstorbenen auf. Am Abend geht man dann auf den Friedhof und hält an den mit Blumen geschmückten Gräbern Wache. Dort sind dann natürlich viele Leute, es wird gegessen, heiße Schokolade getrunken und man erfreut sich an Mariachi-Musik. Auf dem Friedhof bleiben die Leute dann je nach Dorf die ganze Nacht, zumindest aber bis in die frühen Morgenstunden.

Mich hat dieses Fest sehr beeindruckt, weil es zeigt, dass hier in Mexiko ganz anders mit dem Tod umgegangen wird. Ich glaube, man hat hier generell weniger Angst vor dem Tod und die Leute betrachten ihn auch nicht als so traurig wie wir. Ganz im Gegenteil, man sieht viele Dinge, die mit Skeletten verziert sind, und am Tag der Toten hat man auch einige als Skelette verkleidete Menschen durch die Straßen spazieren sehen.

Allerdings hat man leider auch das Gefühl, dass Helloween einen großen Einfluss auf den Tag der Toten hat und dass sich die Tradition mit den Einflüssen aus den USA mischt. Am 31. Oktober hat man zum Beispiel viele Umzüge mit gruselig verkleideten Kindern gesehen und das ist hier eigentlich nicht üblich. In den Dörfern wird die Tradition aber zumindest bis jetzt beibehalten.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  23.11.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
23.11.2012