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Freiwilligendienst im Ausland

Auckland — Sydney

Ein großer Vorteil am Flug nach Sydney war, dass der Abschied von meinem Auslandsaufenthalt in Etappen kam und dass wir eh viel zu erschöpft waren, um so richtig traurig zu werden. Wir waren ja einen ganzen Tag mit dem Bus von Wellington nach Auckland gefahren und hatten eine Nacht in einem Schlafsaal voller Schnarcher geschlafen. Da Elena nicht mit uns nach Australien wollte, flog sie ein paar Stunden früher als wir und wir mussten uns früh morgens verabschieden, was wir dann gar nicht so wirklich realisieren konnten. Also sagten wir nur, was wir eh schon früher festgestellt hatten, nämlich dass es eine tolle Zeit gewesen sei und wir es dafür, dass wir uns anfangs kaum kannten, echt gut gemeistert hätten. Mara und ich freuten uns erst einmal auf Sydney und vertagten den Abschiedsschmerz. Für den Weg zum Flughafen hatten wir uns, wie bei unserer Ankunft, ein Shuttle bestellt, das uns pünktlich abholte. Bevor unser Flieger aber startete, hatten wir noch den großen Spaß einer Flughafenevakuierung, wodurch wir mit unseren enorm schweren Rucksäcken (ein Teil unseres Gepäcks war bisher ja immer im Auto geblieben) durch die Gegend geschoben wurden.

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht mehr allzu sehr an das Gefühl erinnere, als das Flugzeug abhob, aber ich glaube, dass es, obwohl ich traurig war, trotzdem okay war. Es war in Ordnung und es war für mich auch der richtige Zeitpunkt. Apropos richtiger Zeitpunkt: Ein Argentinier, den ich dort kennenlernte, hat den noch nicht für sich gefunden und reist heute noch durch die Welt, immer nach der Maxime, dass er aufhört, wenn ihm das Geld ausgeht. Da ich ihn als Freund auf Facebook habe, sehe ich regelmäßig Bilder von ihm, etwa vorm Taj Mahal, im Rahmen eines Rituals mit Farbe beschmiert…

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  26.06.2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
26.06.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Australien — wie sehr sind wir von unserem Umfeld geprägt?

Nach unserem halbjährigen Aufenthalt im wunderschönen Neuseeland, nutzten Mara und ich noch die Chance, einen Abstecher nach Australien zu machen. Unsere Mitreisende Elena flog zurück nach Deutschland, da ihr die Reisekosten zu viel wurden. Erleichtert wurde uns die Reise-Entscheidung durch die Tatsache, dass meine Mutter eine ehemalige Schulfreundin in Australien hat. Diese hatte schon früh angeboten, dass wir bei wohnen könnten, worauf ich nun gerne zurückkam. Ich kannte sie noch von Deutschland und es war schon seltsam, sie dann als Australierin zu sehen. Sie sagte, dass sie bewusst den Kontakt zu Deutschen vermieden hätte, als sie emigrierte, um sich schnell an das Land und das Leben dort zu gewöhnen. Bezeichnenderweise wurde dann aber doch eine Deutsche ihre beste Freundin. Seltsam war es auch, ihre Töchter neu kennenzulernen, da ich mit den beiden als kleines Kind schon gespielt hatte, mich aber kaum daran erinnern konnte. Als ich sie jetzt vor mir sah, hatte ich das Gefühl, zwei waschechten Australierinnen gegenüber zu stehen. Ich konnte gar nichts mehr von den „deutschen Mädchen“ erkennen, die mir früher so ähnlich gewesen waren. Ich fragte mich, wie ich wohl heute wäre, wenn ich in Australien aufgewachsen wäre. Hätte ich die gleichen Interessen und Vorlieben wie in Deutschland entwickelt? Dieses Wiedersehen führte mir wieder vor Augen, wie sehr wir doch von der Kultur, in der wir leben, geprägt sind und dass das oft unterschätzt wird, weil wir uns ja alle für so individuell halten. Nicht einmal mein einfaches Kopfnicken für „ja“ würde überall auf der Welt verstanden werden, denn es gibt keine Sprache natürlicher Gesten, die für uns alle gilt – nur so als kleinen Exkurs in die Kulturwissenschaft…

Autor: Miriam  |  Rubrik: orientieren  |  21.06.2012
Autor: Miriam
Rubrik: orientieren
21.06.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Wer sind wir? (Teil 3)

In Teil zwei habe ich kurz begründet, warum Nationalismus und Fundamentalismus unter anderem an Attraktivität gewonnen haben.

Ein anderes Phänomen der Abwehr der Modernisierung und Globalisierung ist die Rückwendung zum Lokalen. Es ist falsch, zu denken, dass die Globalisierung übermächtig sei. Mit Globalisierung geht immer auch Lokalisierung einher. Man spricht deshalb vom Phänomen der „Glokalisierung“. Den Begriff hat im englischen Sprachraum der Soziologe Roland Robertson geprägt. Er bedeutet, dass eine globale Perspektive an lokale Umstände angepasst wird. Globales interagiert mit Lokalem und führt so dazu, dass Neues entstehen kann. Beste Beispiele: die Weißwurst „Hawaii“ oder McDonald‘s. Das Fastfood-Restaurant beruht auf einem internationalen Konzept, das aber gleichzeitig optisch und das Angebot betreffend an die lokalen und kulturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes angepasst wird. Außerdem wird es von den Menschen unterschiedlich adaptiert. So gibt es in Indien ein spezielles Ramadan-Menu, in Singapur fungiert McDonald‘s als Aufenthaltsort und in manchen Ländern ist es sogar ein Restaurant für Reiche.

Es stellt sich also die Frage, ob wir auf dem Weg zu ethnischer Vielfalt oder zur Einheitskultur sind. Sicher ist, dass Lokales nicht ganz verschwinden wird.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  11.06.2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
11.06.2012