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Freiwilligendienst im Ausland

Wer sind wir? (Teil 2)

Wie im ersten Teil erklärt, gibt es heutzutage für das Individuum nicht mehr die eine, richtige Identität, weil ihm dank Globalisierung viele Identitäten zur Auswahl stehen. Deswegen leben wir heute in Kulturen der „Hybridität“. Hybridität steht für ein Mischgebilde, das aus zwei vorher getrennten Systemen entsteht. Kulturen der Hybridität sind also keine in sich homogenen Gebilde mehr, die nach außen abgeschlossen sind. Vielmehr sind sie heterogen und von Spaltungen durchzogen.

Deshalb ist auch der Kulturbegriff irreführend, da er Homogenität verspricht, indem er definiert, wie die Menschen einer Gesellschaft oder Kultur sind. Was ist zum Beispiel mit einem in Indien geborenen, der heute in London lebt und sich gleichzeitig als Christ sieht? Wer ist er?

Diese Menschen, die sich ihrer eigenen Identität nicht mehr sicher waren, haben sich eine Art dritten Raum innerhalb der Gesellschaft geschaffen, in dem kulturelle Hybridität gewährt wird und in dem sie nicht an starre Definitionen gebunden sind.

Da viele Menschen aber von den kontroversen Strömungen innerhalb einer Gesellschaft und der nicht mehr fest positionierten Identität des Individuums verunsichert sind, gibt es einige, die Halt in Systemen suchen, die eine homogene Gemeinschaft versprechen und klar definieren, wer sie selbst und wer die anderen sind, wie etwa im Nationalismus oder im Fundamentalismus.

Autor: Miriam  |  Rubrik: orientieren  |  29.05.2012
Autor: Miriam
Rubrik: orientieren
29.05.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Wer sind wir?

In meinem letzten Blog-Eintrag über die aktuelle Ausstellung „Maori – Die ersten Bewohner Neuseelands“ im Lindenmuseum in Stuttgart habe ich erwähnt, dass dort auch ein Film über den Kriegstanz der Maori, den „Haka“, gezeigt wird. Thema des Films ist die Verbindung der Gegenwart mit der Vergangenheit. Ein junger Maori steht am Meer und fühlt sich plötzlich mit seinen Vorfahren verbunden. In diesem und den zwei folgenden Blog-Einträgen möchte ich mir Gedanken darüber machen, was bestimmt, wer wir sind. Wie in diesem Film gezeigt, sind es auf jeden Fall auch unsere Wurzeln, die zwar in der Vergangenheit liegen, jedoch immer noch unser Fundament legen. Doch nicht nur unsere Vergangenheit bestimmt, wer wir sind.

Laut dem britischen Soziologen Stuart Hall kann die Frage, wer wir sind, nicht so leicht beantwortet werden, da wir im Laufe der Modernisierung und der Globalisierung zusehends unsere eine, abgeschlossene Identität verloren haben. Durch Modernisierung und Globalisierung verschwammen beispielsweise zeitliche, geographische und kommunikative Grenzen immer mehr, die Welt scheint kleiner zu werden. Starre Grenzen und Vorgaben verschwimmen, was zur Folge hat, dass das Individuum nicht mehr automatisch eine Identität hat, sondern sie sich erarbeiten muss, wobei es aus vielen verschiedenen wählen kann. Das kann zum einen positiv sein, weil man seinen Platz im Leben frei wählen kann, zum anderen löst es aber auch starke Verunsicherung und Überforderung aus, denn es gibt nicht mehr viel, was Halt gibt.

Deshalb spricht man heute anstelle von einer Identität von dreien: der biologischen, der kulturellen und der individuellen. Glaubt man Salman Rushdie, so sind die ersten zwei nicht existent und nur die letztgenannte zählt. Letztlich muss also jeder für sich selbst entscheiden, wer er sein will…

Autor: Miriam  |  Rubrik: orientieren  |  22.05.2012
Autor: Miriam
Rubrik: orientieren
22.05.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Maori — Ausstellung im Lindenmuseum in Stuttgart

Am ersten April wurde die Ausstellung „Maori – Die ersten Bewohner Neuseelands“ im Lindenmuseum in Stuttgart eröffnet (ausgestellt wird bis zum 14. Oktober), die ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte!

Als ich den Ausstellungsraum betrat, war ich sehr ergriffen, weil es den Ausstellungsdesignern gelungen ist, den Besucher gleich im ersten der beiden Ausstellungsräume in den Bann zu ziehen und natürlich, weil mich alles sehr an meine Zeit in Neuseeland erinnerte. Man betritt den Raum und sieht sich von drei Leinwänden umgeben, auf die eine Aufführung des Kriegstanzes der Maori („Haka“) projiziert wird, der sowohl mit dem Kriegsgesang der Tanzenden als auch mit tollem Sound unterlegt wurde, der einem sofort unter die Haut geht.

Im Laufe der Ausstellung erfährt man dann einiges über die Maori, ohne von Informationen erschlagen zu werden. Für Kinder wurden kleinere Info-Tafeln in Form eines Kiwis (neuseeländischer Vogel) aufgestellt. Außerdem konnte ich ausprobieren, wie mein Gesicht mit einem klassischen Maori-Tattoo aussehen würde, indem ich mich verzierte und mir durchsichtige Plastiktafeln vors Gesicht hielt. Zudem wurden einige Filme z.B. über den Haka, die Sicht der Maori auf sich selbst sowie über den Gründungsmythos der Maori gezeigt.

Ein besonderes Highlight war die Anwesenheit des Maori-Künstlers George Nuku, dessen „Outer Space Marae“ neben vielen Relikten der Maori ausgestellt ist.

Eine Ausstellung, die ich wirklich empfehlen kann!

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  14.05.2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
14.05.2012