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Freiwilligendienst im Ausland

Wer sind wir?

In meinem letzten Blog-Eintrag über die aktuelle Ausstellung „Maori – Die ersten Bewohner Neuseelands“ im Lindenmuseum in Stuttgart habe ich erwähnt, dass dort auch ein Film über den Kriegstanz der Maori, den „Haka“, gezeigt wird. Thema des Films ist die Verbindung der Gegenwart mit der Vergangenheit. Ein junger Maori steht am Meer und fühlt sich plötzlich mit seinen Vorfahren verbunden. In diesem und den zwei folgenden Blog-Einträgen möchte ich mir Gedanken darüber machen, was bestimmt, wer wir sind. Wie in diesem Film gezeigt, sind es auf jeden Fall auch unsere Wurzeln, die zwar in der Vergangenheit liegen, jedoch immer noch unser Fundament legen. Doch nicht nur unsere Vergangenheit bestimmt, wer wir sind.

Laut dem britischen Soziologen Stuart Hall kann die Frage, wer wir sind, nicht so leicht beantwortet werden, da wir im Laufe der Modernisierung und der Globalisierung zusehends unsere eine, abgeschlossene Identität verloren haben. Durch Modernisierung und Globalisierung verschwammen beispielsweise zeitliche, geographische und kommunikative Grenzen immer mehr, die Welt scheint kleiner zu werden. Starre Grenzen und Vorgaben verschwimmen, was zur Folge hat, dass das Individuum nicht mehr automatisch eine Identität hat, sondern sie sich erarbeiten muss, wobei es aus vielen verschiedenen wählen kann. Das kann zum einen positiv sein, weil man seinen Platz im Leben frei wählen kann, zum anderen löst es aber auch starke Verunsicherung und Überforderung aus, denn es gibt nicht mehr viel, was Halt gibt.

Deshalb spricht man heute anstelle von einer Identität von dreien: der biologischen, der kulturellen und der individuellen. Glaubt man Salman Rushdie, so sind die ersten zwei nicht existent und nur die letztgenannte zählt. Letztlich muss also jeder für sich selbst entscheiden, wer er sein will…

Autor: Miriam  |  Rubrik: orientieren  |  22.05.2012
Autor: Miriam
Rubrik: orientieren
22.05.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Maori — Ausstellung im Lindenmuseum in Stuttgart

Am ersten April wurde die Ausstellung „Maori – Die ersten Bewohner Neuseelands“ im Lindenmuseum in Stuttgart eröffnet (ausgestellt wird bis zum 14. Oktober), die ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte!

Als ich den Ausstellungsraum betrat, war ich sehr ergriffen, weil es den Ausstellungsdesignern gelungen ist, den Besucher gleich im ersten der beiden Ausstellungsräume in den Bann zu ziehen und natürlich, weil mich alles sehr an meine Zeit in Neuseeland erinnerte. Man betritt den Raum und sieht sich von drei Leinwänden umgeben, auf die eine Aufführung des Kriegstanzes der Maori („Haka“) projiziert wird, der sowohl mit dem Kriegsgesang der Tanzenden als auch mit tollem Sound unterlegt wurde, der einem sofort unter die Haut geht.

Im Laufe der Ausstellung erfährt man dann einiges über die Maori, ohne von Informationen erschlagen zu werden. Für Kinder wurden kleinere Info-Tafeln in Form eines Kiwis (neuseeländischer Vogel) aufgestellt. Außerdem konnte ich ausprobieren, wie mein Gesicht mit einem klassischen Maori-Tattoo aussehen würde, indem ich mich verzierte und mir durchsichtige Plastiktafeln vors Gesicht hielt. Zudem wurden einige Filme z.B. über den Haka, die Sicht der Maori auf sich selbst sowie über den Gründungsmythos der Maori gezeigt.

Ein besonderes Highlight war die Anwesenheit des Maori-Künstlers George Nuku, dessen „Outer Space Marae“ neben vielen Relikten der Maori ausgestellt ist.

Eine Ausstellung, die ich wirklich empfehlen kann!

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  14.05.2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
14.05.2012

Freiwilligendienst im Ausland

Maori — Ergänzung zum Blog-Eintrag "Die verlorene Kultur"

In meinem Blog-Eintrag „Die verlorene Kultur“ habe ich geschrieben, dass es mir so vorkam, als sei die Präsentation der Maori-Kultur eher für die Touristen inszeniert, als authentisch. Ich möchte noch einmal betonen, dass dies nur mein Eindruck war, der natürlich stark subjektiv ist.

Akzeptierter ist die Sicht, dass die Kultur der Maori nur bis in die 1970er Jahre am Rand der Gesellschaft stand. Das änderte sich dann, was vor allem der neuen Generation zu verdanken ist. Es entstand eine neue, positivere und liberalere Sichtweise auf die Kultur der Maori und die Maori wurden mehr in die Gesellschaft integriert. Außerdem wurde ein Zusatzgesetz zum Vertrag von Waitangi verabschiedet. In dessen Rahmen hatten die Maori einst ihr Land unter den „Schutz“ der englischen Krone gestellt. Der Vertrag wurde allerdings von beiden Vertragsparteien unterschiedlich interpretiert. Die Briten sahen ihr Vorrecht auf Neuseeland gestärkt, wohingegen sich die Maori von weiteren Besitzansprüchen auf ihr Land befreit sahen. Die Folge des Vertrags war jedoch die Kolonialisierung und somit das Aufzwingen einer anderen Kultur.

Dank dem Zusatzgesetz wird nun die Meinung der Maori bei der Gesetzgebung stärker mit einbezogen und Te Reo (die Sprache der Maori) ist als zweite Amtssprache Neuseelands anerkannt.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  03.05.2012
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
03.05.2012