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Freiwilligendienst im Ausland

Das SEK stürmt die Schule

Drei schwarzgekleidete Männer in Kampfanzügen stürmten schwerbewaffnet an mir vorbei dir Treppe hinauf. Es war Freitagmorgen, 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn, gerade hatte ich nichtsahnend die Schule betreten. Auf ihren Rücken leuchteten mir in knalligem Orange die Lettern POLICIE entgegen. Ich erstarrte. Dann spurtete ich den Polizisten hinterher gen Lehrerzimmer. Hinter mir polterte es. Es war der kleine Honza aus der 2b. „Was ist los?!“, fragte er erschrocken. Ich hielt inne, fasste ihn an beide Schultern und sagte ruhig aber bestimmt: „Hans, es ist jetzt ganz wichtig, dass du in deiner Klasse bleibst und wartest bis die Lehrerin kommt, verstehst du?!“ Hoffentlich hörte er mein Herzrasen nicht. Er verschwand. Gott sei Dank. Ich sauste am Sekretariat vorbei, dort schnappte ich die Worte „Junge …oben …Polizei, schnell!“ auf. Etwas war außer Kontrolle geraten, aber was? Am Treppenabsatz in den dritten Stock kam mir Honzas Lehrerin entgegen: Don’t go up! There is …“ Der Rest ging in einem ohrenbetäubenden Knall von oben unter. Erfurt, Winnenden, Emsdetten, ein Wort reihte sich an das nächste und ließ mein Herz aussetzen. Aber es war kein Schuss, beruhigte ich mich, eher ein zerbrechendes Möbelstück, kein Schuss. Außerdem hatte ich bislang nur drei Polizisten gesehen. Mit der Konrektorin zusammen wagte ich mich in den dritten Stock. Dort kam uns ein merkwürdiges Quartett entgegen. Zwei SEK-Leute schleiften einen offensichtlich betrunkenen Mann in Handschellen hinter sich her, während der dritte leise in sein Mikrofon sprach. Mir fielen hunderttausend Steine vom Herzen.

Autor: Inga  |  Rubrik: orientieren  |  29.06.2011
Autor: Inga
Rubrik: orientieren
29.06.2011

Freiwilligendienst im Ausland

In Vertretung von Ruth

Im Rahmen ihres FSJs war Ruth bereits in ein paar Erlanger Grundschulen gegangen, hatte zusammen mit den Kindern typisch nicaraguanische Spiele gespielt und mit ihnen das Nationalgericht Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) gekocht. Eine Nicaraguanerin, die schon seit vielen Jahren in Erlangen lebt, hatte sie dabei begleitet und das Nötigste übersetzt.

Vor einigen Wochen war dann die Anfrage eines Gymnasiums gekommen, ob sie nicht auch dort einen kleinen Vortrag halten könnte. Doch hatte sie zu genau dieser Zeit ein FSJ-Seminar und so war ich gefragt worden, ob ich nicht eine Unterrichtsstunde über das Leben nicaraguanischer Jugendlicher vorbereiten könnte. Außerdem sollte ich ein paar Informationen darüber geben, wie man einen Freiwilligendienst selber organisieren kann, da sich viele Schülerinnen und Schüler der Kollegstufe nicht sicher seien, ob sie nach dem Abi direkt eine Ausbildung machen, studieren oder sich vielleicht doch erst einmal eine Art Auszeit nehmen sollen. So hatte ich während der letzten Tage meines Praktikums eine kleine PowerPoint-Präsentation mit Fotos aus San Carlos vorbereitet.

Autor: Esther  |  Rubrik: orientieren  |  22.06.2011
Autor: Esther
Rubrik: orientieren
22.06.2011

Freiwilligendienst im Ausland

Wie die Zeit rast und rennt und rinnt

Gestern noch bin ich nach einem wunderschönen Osterfest zu Hause voller Wehmut in den Eurocity nach Decin gestiegen. Jetzt ist es Juni. Wo sind die letzten sechs Monate nur geblieben?! Warum rast die Zeit so schnell an mir vorbei?! War nicht eben noch Winter? Warum knallt mir die Sonne mit 30 Grad ins Gesicht?!

Vor genau einem Jahr war ich mit meinem Abitur fertig, in Dauerbestlaune, bereit die Welt zu erobern, angefangen in Tschechien . Ein Jahr, habe ich gedacht, ein Jahr in der Tschechischen Republik, das ist eine Ewigkeit! Wo ist diese Ewigkeit hin?! In drei Wochen sind Sommerferien! In 20 Tagen ist die schönste Schulzeit meines Lebens, nämlich die tschechische, vorbei!

Es ist nicht zu fassen. In der Schulmensa hängt ein großer Kalender, jeden Mittag hab ich darauf geschaut: Ich weiß noch, wie ich mich im Februar gefragt habe, wie es wohl im Juni sein wird, kurz vor Schluss. Jetzt weiß ich es. Es ist fürchterlich. Entgegen aller Prophezeiungen hab ich das Gefühl, hier nie wieder weg zu wollen! Liberec ist die schönste Stadt der Welt und im Herzen komme ich aus Nordböhmen!

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  16.06.2011
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
16.06.2011