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Freiwilligendienst im Ausland

Sommerakademie

Während meines Freiwilligendienstes hatte ich von sogenannten „Youth Exchanges“ (Jugendaustauschprogrammen) und „Sommerakademien“ erfahren.
Diese Seminare werden in ganz Europa von verschiedenen Institutionen organisiert. Meist ist eine Bewerbung durch ein kurzes Motivationsschreiben erforderlich. Die ausgewählten Teilnehmer erhalten anschließend die Möglichkeit, während mehrerer Tage oder sogar Wochen an einem kulturellen Programm teilzunehmen, sich mit Jugendlichen aus anderen Ländern auszutauschen und ein bestimmtes Thema zu bearbeiten. Dafür wird nur eine sehr geringe Teilnahmegebühr fällig und auch die Reisekosten zum Veranstaltungsort können meist erstattet werden.
Vor einigen Monaten trat ich also einer Facebookgruppe bei, die Angebote für Jugendaustausche veröffentlicht und bewarb mich kurzerhand für eine Sommerakademie in Berlin. Und so kam es, dass ich in der letzten Augustwoche an einem Seminar der Europäischen Akademie Berlin teilnehmen durfte, in dem es um die gegenwärtige Situation der Europäischen Union, aber auch um diverse Aspekte unserer medialen Welt ging. Die Gruppe bestand aus 20 Teilnehmern aus Deutschland, Ungarn und Polen. Wir waren alle gemeinsam in einem Hotel untergebracht und nahmen jeden Tag von etwa 9 bis 18 Uhr an Vorträgen, Diskussionen, Workshops und einer Exkursion teil.
Die interessanteste Veranstaltung war für mich ein kurzer Vortrag der Journalistin und Bloggerin Alice Greschkow, mit der wir anschließend über die Rolle der sozialen Netzwerke für die politische Meinungsbildung diskutierten.
Schade fand ich lediglich, dass an den meisten Tagen hauptsächlich Vorträge stattfanden und es vergleichsweise wenig Gelegenheiten zum Austausch mit den Referenten beziehungsweise innerhalb der Gruppe gab. Letzteres holten wir aber natürlich abends bei ausgiebigen Spaziergängen durch Berlin und im Garten des Hotels nach.
Insgesamt war die Sommerakademie eine sehr intensive und bereichernde Erfahrung – nicht zuletzt bieten solche Programme die Möglichkeit, zu reisen und junge Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 12, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Brezel versus Baguette

Seit ich zurück in Deutschland bin, ist mir wieder einmal aufgefallen, dass sich einer der größten Unterschiede zu Frankreich in den Auslagen der Bäckereien offenbart:
Hierzulande gibt es stets eine große Auswahl an Körnerbrot, Brötchen und Laugengebäck. Am meisten vermisst habe ich tatsächlich die klassische Brezel!
Diese mag man in Frankreich eher selten finden, doch das Angebot der dortigen Bäckereien ist deshalb nicht weniger verlockend: Meist entdeckt man dort neben Croissants und Éclairs zahlreiche Varianten fantastischer kleiner Törtchen mit frischen Früchten, Vanille- oder Schokocreme und Sahne, die mit einer unglaublichen Kunstfertigkeit verziert werden. Und: ein echtes französisches Baguette kostet meist gerade einmal zwischen 85 und 95 Cent!
Einen weiteren preislichen Vorteil bieten französische Restaurants: Dort kann man jederzeit kostenlos stilles Wasser bestellen. Ich finde, dieses Prinzip könnten wir in Deutschland ruhig übernehmen! Apropos Wasser: Ein weniger erfreulicher Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland besteht in der Entsorgung von Plastikflaschen. Während diese hier dank funktionierendem Pfandsystem wieder in den Supermarkt zurückgebracht werden, gehören sie in Frankreich in den Hausmüll. Der wiederum wird leider kaum getrennt. In manch ländlicher Region gibt es gerade einmal zwei verschiedene Mülltonnen und der Biomüll hat sich auch in vielen Städten noch nicht recht durchgesetzt. Das hätte ich vor meinem Freiwilligendienst so nicht erwartet.
Gewöhnen musste ich mich übrigens auch erst an die obligatorischen Küsschen auf beide Wangen zur Begrüßung. Bei meiner ersten WG-Besichtigung in Deutschland nur Stunden nach meiner Rückkehr wäre mir deshalb beinahe ein Malheur passiert - ich erinnerte mich gerade rechtzeitig daran, meinem Gegenüber die Hand – und nicht die Wange - hinzustrecken.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 26, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
Aug 26, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Au revoir

Meine letzten Wochen in Frankreich sind nur so verflogen – nach meinem Wochenende in Marseille habe ich eine Gruppe nach Paris begleitet, war in Narbonne, in Lyon, an der Atlantikküste und in Lille. Je mehr Orte ich besuche, desto mehr fasziniert mich dieses Land, dessen Natur, Klima und Architektur sich von Norden nach Süden so stark unterscheiden. Von den bunten, an Belgien erinnernden Häuserfassaden und dem eher kühlen Klima in Lille bis hin zu typisch mediterranen Hafenstädten an der Mittelmeerküste ist eine unglaubliche Vielfalt geboten.
Fest steht also schon jetzt: Frankreich, ich komme wieder!
Der Abschied aus Troyes und von all den Menschen, die ich dieses Jahr liebgewonnen habe, fiel mir trotzdem schwer. Besonders meine Mitbewohnerin Beatriz aus Spanien werde ich sehr vermissen - so wie auch die anderen Freiwilligen und einige meiner Arbeitskollegen. Es war ein merkwürdiges Gefühl, ein letztes Mal am Bahnhof in Troyes zu stehen und endgültig nach Hause zu fahren.
Kurz bevor ich in den Bus stieg dachte ich an meinen holprigen Start in Frankreich zurück: Anfangs war es mir schwergefallen, mich in Troyes, fernab von meiner Familie, meinen Freunden und meinen Gewohnheiten einzuleben. Es hatte Probleme auf der Arbeit gegeben und auch die Verständigung mit den anderen Freiwilligen gestaltete sich nicht immer einfach.
Nach fast einem Jahr bleibt nun die Erkenntnis: Durchhalten lohnt sich! Ab dem vierten Monat meines Freiwilligendienstes verbrachte ich eine wunderschöne Zeit in Troyes, genoss das Leben in der WG und die neugewonnene Unabhängigkeit in vollen Zügen. Ich bin jetzt selbstständiger, selbstbewusster und habe, dank der internationalen Gruppe von Freiwilligen, mit der ich das Jahr verbracht habe, einen neuen Blickwinkel auf viele Dinge gewonnen. Rückblickend war meine Zeit in Frankreich eine unglaubliche Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 15, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
Aug 15, 2019