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Zeit und Raum - Teil 2

In die Erlanger Universitätsbibliothek zu kommen, solange ich dort ein bestelltes Buch abholen könnte, ist mir nicht immer möglich. Ich bin an vielen Orten in Deutschland unterwegs, habe in Erlangen keine Wohnung mehr und deshalb gelingt es mir nicht jedes Mal, die vorgegebenen Fristen einzuhalten.
Als sich wieder einmal abzeichnete, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen würde, rief ich in der Bibliothek an. Ich hatte einen Mitarbeiter in der Leitung, der mir gerne helfen wollte. Er buchte das Medium aus, als hätte ich es ausgeliehen. Dann legte er es im Lesesaal für mich zurück, wo ich es jederzeit abholen könnte. Doch ich kam weiterhin nicht dazu, in die Bibliothek zu gehen.
Meine Leihfrist lief allerdings bereits ab. Sie verkürzte sich mit jedem Tag, den ich verstreichen ließ. Deshalb rief ich erneut an und bat um eine weitere Verlängerung. Allerdings hatte ich einen anderen Zuständigen am Ohr, der mir erklärte: „Nein, so etwas machen wir nicht. Stellen Sie sich vor, was das für ein Durcheinander wäre, wenn das alle Studierenden wünschen würden. Wie viele Bücher wir herumliegen hätten …“ Selbst der Hinweis, dass mir ein Kollege den Gefallen getan hatte, brachte mich nicht weiter. Es gäbe hier keine Ausnahme.
Zu meiner Überraschung stellte sich dann aber heraus, dass ich bei Fernbestellungen nicht nur eine Woche, sondern zehn Tage Zeit bekam, um das Buch abzuholen. Damit war mein Problem vorerst gelöst.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  26.10.2018

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Zeit und Raum (Teil 1)

Seit einiger Zeit habe ich keine Wohnung in Erlangen mehr. Entweder halte ich mich bei meinen Eltern im Fichtelgebirge auf oder in Frankfurt bei meinem Freund. Das heißt aber auch, dass ich nur noch selten an die Universität in Mittelfranken komme. Um von Frankfurt nach Erlangen zu fahren, brauche ich dreieinhalb Stunden mit dem Regionalexpress. Ein Auto kann ich, wegen meiner Blindheit, nicht selber steuern. Und der ICE würde an Erlangen vorbei nach Nürnberg rauschen. Von dort aus müsste ich dann wieder nach Erlangen zurück. Unterm Strich hätte ich damit kaum Zeit gewonnen. Ein Problem ist das deshalb, weil ich noch Verbesserungen an meiner Doktorarbeit vornehmen muss und dafür Bücher aus der Bibliothek benötige.

In der Universitätsbibliothek kann ich, falls sich nicht gerade ein anderer Nutzer damit beschäftigt, ein Buch bestellen und am nächsten Tag liegt es zur Abholung bereit. Zählt der Titel allerdings nicht zum Erlanger Bestand, gestaltet sich das Ganze schwieriger. Dann wechsle ich zum Bayerischen Verbundkatalog. Irgendeine wissenschaftliche Bibliothek in Erlangen hat in der Regel das Buch vorrätig und kann es mir schicken – aber wann?  Manchmal muss ich zwei Wochen warten oder auch einen ganzen Monat. Hinterher bleiben mir nur wenige Tage, um nach Erlangen zu fahren und das Buch dort abzuholen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  01.08.2018

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Die unendliche Geschichte

Schreibe ich wirklich nur eine Doktorarbeit? Manchmal kommt es mir vor, als müsste ich die unendliche Geschichte erzählen. Die beiden Gutachten, die ich nach meiner Verteidigung erhalten habe, fließen jetzt in die endgültige Fassung meiner Arbeit ein. Ich verbessere, erweitere … und erschrecke darüber, wie viele Fehler mir entgegenspringen.
Okay, meistens handelt es sich dann um Kleinigkeiten, etwa die Aussage eines Interviewpartners, die ich falsch zugeordnet oder mit nein anstatt ja vermerkt hatte. Hatte ich mein Material über Monate hinweg nicht einheitlich interpretiert? Was bedeutet es zum Beispiel, wenn jemand erklärt, er würde bloß gelegentlich in einer öffentlichen Bibliothek entleihen? So gut wie nie? Nein? Oder vielleicht doch ja?
Dann wirkt sich das, was ich korrigieren will, auch noch an mehreren Stellen aus: Ich muss einige Textpassagen berichtigen und die Daten in den zugehörigen Tabellen anpassen.
Und wenn ich schon erleichtert aufatmen will, weil ich denke, jetzt habe ich es endlich geschafft, kann ich mich darauf verlassen, dass bald wieder etwas Neues aufkommt – eben die unendliche Geschichte. Meine besten Grüßen an Michael Ende, der sein gleichnamiges Buch damals sicher schneller abgeliefert hat, als ich heute meine Dissertationsschrift entwickle.
Ein paar Monate bleiben mir noch. Im Moment fühle ich mich frei im Kopf, um weiterzukämpfen. Es gibt keine anderen Projekte, die dringend abzuschließen wären. Also dann – auf geht’s!

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  10.07.2018
Autor: Daniela
Rubrik: beruf & karriere
10.07.2018