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Bachelor live

We are family

Vor ein paar Wochen hat meine Tante geheiratet. Das Hotel, wo die Feier stattfand, lag ganz in der Nähe des Hauses meiner Oma und damit auch unweit meiner Wohnung. Ich war aber noch nie dort gewesen. Als ich es sah, war ich beeindruckt, welch ein pompöses Ambiente hinter einer Hecke versteckt liegt, an der ich ständig vorbeifahre.
An den Tagen vor der Hochzeit füllte sich das Haus mit Familienmitgliedern und ich konnte miterleben, was meine Oma schon so oft erlebt hatte: den Wechsel zwischen dem Alltag allein und dem Gewusel am Wochenende, wenn die gesamte Familie zu Besuch kommt.
Meine Geschwister, meine Eltern und ich spielen alle mindestens zwei Instrumente und haben früher sehr oft gemeinsam musiziert – auch auf Familienfeiern. Nun wollten wir natürlich auch dem Brautpaar auf ihrer Hochzeitsfeier ein Ständchen widmen. Wir schrieben dafür extra thematisch passende Stücke für unsere Besetzung. Auch wenn das Arrangieren der Noten eine Herausforderung war, gab es noch ein größeres Problem, vor dem wir standen: Mein Vater war in der Heimat im Bergischen Land, meine Schwester in Aachen, mein Bruder in Steinfurth, meine Mutter pendelte zwischen Heimat und Münster und ich war in Münster. Das gemeinsame Üben gestaltete sich somit sehr kompliziert. Jedoch erlaubte uns die moderne Technik, Stimmen aufzunehmen und hin und her zu schicken, sodass wir in kleineren Gruppen die Stücke üben konnten. Erst wenige Stunden vor der Hochzeit konnten wir das erste Mal in voller Besatzung proben. Doch zum Glück lief alles gut.
Wir gingen zum Standesamt, trafen auf unsere Familie und die des Bräutigams und lauschten alle dem „Ja” des Brautpaars. Anschließend feierten wir die Hochzeit bei einem Sektempfang bei 25 Grad in der Sonne (wohlgemerkt im Oktober!) und gingen dann gemeinsam zum Gasthaus, wo wir gemeinsam aßen und den Familienzuwachs besser kennenlernten. Am Ende spielten wir unsere Stücke, bei denen begeistert mitgesungen wurde. Abends feierten wir nochmal gemeinsam und tanzten zusammen auf der Tanzfläche zu „We are family”.

 

Autor: Pia  |  Rubrik: studium  |  15.11.2018
Autor: Pia
Rubrik: studium
15.11.2018

Bachelor live

Plagiat

Gedanken und Ideen anderer Personen müssen in jeder wissenschaftlichen Arbeit gekennzeichnet und mit entsprechenden Quellennachweisen versehen werden. Alles andere zählt als Diebstahl geistigen Eigentums und wird als Plagiat gewertet. Dass ein Plagiat streng verboten ist und bei Studierenden unter Umständen sogar zu einer Exmatrikulation führen kann, habe ich bereits im ersten Semester gelernt.
Daher war ich ziemlich schockiert, als ich eine E-Mail meiner Dozentin erhielt, in der sie mir mitteilte, dass sie meine Hausarbeit als Plagiat und damit mit null Punkten bewerten muss. Bei der Hausarbeit handelte es sich um eine Gruppenarbeit, an der ich zusammen mit zwei anderen Studierenden im vergangenen Semester gearbeitet habe. Es stellte sich heraus, dass sich die betroffenen Stellen nur in einem Kapitel der Arbeit befanden. Meine Gruppenmitglieder und ich hatten uns die Arbeit aufgeteilt, sodass jeder ein anderes Kapitel schrieb. Das besagte Kapitel stammte nicht aus meiner Feder, doch wir mussten alle die Verantwortung dafür tragen.
Da der Kommilitone, der das besagte Kapitel verfasst hatte, nicht zu erreichen war, gingen wir wenige Tage später ohne ihn zu unserer Dozentin in die Sprechstunde. Dort besprachen wir die verschiedenen Möglichkeiten. Eine Möglichkeit war, dass wir alle drei null Punkte bekamen und das Prüfungsamt entscheiden sollte, wie mit dem Plagiatsversuch umgegangen werden sollte. Die zweite Möglichkeit war, dass sich der Kommilitone, der das Plagiat verschuldet hatte, dazu bekannte. In diesem Fall bekamen wir zwei anderen die Möglichkeit, die Hausarbeit noch einmal zu bearbeiten und im Zweitversuch abzugeben.
Zum Glück kam es so dann auch. Nachdem wir unser drittes Gruppenmitglied endlich erreichten und die Situation erklärten, schrieb er unserer Dozentin eine E-Mail und stand zu seinem Kapitel. Damit kamen wir anderen also noch einmal mit einem blauen Auge und einem großen Schrecken davon.

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  08.11.2018

Bachelor live

Ich bin B.A. - Teil 2

2015. Die Fristen für die Bewerbung auf die Bachelorstudiengänge nahten. Was sollte nur aus mir werden? Nach dem Abi zog es mich in den künstlerischen Bereich, am liebsten zum Theater. Etwas anderes konnte ich mir gar nicht vorstellen. Doch ich scheiterte an den Aufnahmeprüfungen für die ersehnten theaterwissenschaftlichen Studiengänge. Die Erleuchtung kam, als mir eine Freundin erzählte, sie wolle in Leipzig Tschechisch studieren. Gute Idee, dachte ich mir, schrieb mich ein und ging nach Leipzig – und tat mir zunächst schwer. Zum Glück hatte ich eine Freundin an meiner Seite, die bereits im Master war und mich vom Beginn bis zum Ende des Studiums begleitete. Ohne sie? Vermutlich hätte ich das Studium abgebrochen.
Im Studium habe ich eine Menge gelernt. Mein vor drei Jahren noch recht rudimentäres Tschechisch ist mittlerweile auf einem Niveau, das man „fließend“ nennen darf. Ich habe Polnisch gelernt und neben Sprach- und Literaturwissenschaft auch einen Einblick in andere wissenschaftliche Disziplinen gewinnen können – vor allem Deutsch als Fremdsprache und Translatologie begeisterten mich.
Zum Glück bot das Studium der Westslawistik auch genügend Raum für Projekte außerhalb der Uni. Ich arbeitete in einer Senioren-WG, dann im Theater, inszenierte Theateraufführungen und spielte selbst mit, drehte Filme und war Komparse in Spielfilmen. Außerdem war ich im Deutsch-tschechischen Jugendforum aktiv, unterrichtete Tschechisch an der Volkshochschule, schrieb einen Reiseführer für Prag, nahm an Sommerschulen in Leipzig, Prag und Olomouc teil. Ich absolvierte ein Praktikum an einem Theater in Tschechien und war auch sonst viel unterwegs. Ich bin mit dem Zug nach Kiew gefahren und mit dem Boot durch Venedigs Wasserstraßen. Ich stand auf dem Dach des Mailänder Doms und fuhr an die französische Atlantikküste. Ich trank belgisches Bier in Brüssel und Cola im verrauchten Bistro der kosovarischen Nationalbibliothek. Ich habe also so einiges erlebt als angehender Bachelor of Arts.

 

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  07.11.2018