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Bachelor live

Don't worry, be happy!

Ich kann mich noch daran erinnern, wie bei meiner Firmung ein Lied von Xavier Naidoo gespielt wurde: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“. Ich habe das Gefühl, dieses Denken ist tief in unserer Kultur verwurzelt ist. Wir glauben, Herausforderungen annehmen zu müssen und dass der schnelle Weg nicht unbedingt der bessere sein muss …
Als ich in Südafrika ankam, war ich übermüdet und aufgeregt. Hinter dem Flughafen ragten die Berge in den Himmel und nahmen mir spontan den Atem. Ein Verwandter der Südafrikanerin, die unser Workcamp vor Ort leitete, war mit seinem Auto da und sollte mich und zwei weitere Teilnehmer zu unserem neuen Zuhause-auf-Zeit fahren. Die Parkuhr, an der wir bezahlen mussten, wollte jedoch erst nicht funktionieren, das Auto wollte an der Ampel nicht starten und den Weg fanden wir auch nicht. Vielleicht lag es an meiner Müdigkeit, dass ich all das ganz entspannt hinnahm. Irgendwann würde uns schon jemand vermissen und uns anrufen, um uns den Weg zu erklären. Nur funktionierten unsere Handys in Südafrika nicht.
„Warum muss es jetzt Probleme geben?“, fragte unser Fahrer wütend, als er sich auf der Straße nach dem Weg erkundigt hatte, aber niemand weiterhelfen konnte. Wir mussten schmunzeln. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, was wir daraufhin gesagt haben, aber es war so etwas wie „Warum den einfachen Weg nehmen, wenn es auch schwer geht?“ Unser Fahrer verstand das anscheinend ziemlich deutsche Sprichwort nicht. „Warum den schweren Weg nehmen, wenn es auch einfach geht?“, gab er zurück: „Warum muss es im Leben Probleme geben? Probleme halten dich nur zurück.“ Ich stutzte. Gerade während meines Freiwilligendienstes hatte ich den Satz „Aus Problemen lernt man“ oft gehört. Die Einheimischen, die wir kennen lernten, beschwerten sich häufig über die Probleme ihres Landes, über HIV, über Kriminalität, über Korruption. Nichts davon hielt sie aber davon ab, danach wieder glücklich zu sein.
Einmal strichen wir in einem Kinderheim eine Wand und eines der Kinder, das uns helfen wollte, stieß versehentlich einen Farbeimer um und schaute mich erschrocken an. „Don't worry“, sagte ich, stellte den Eimer wieder hin und tunkte den Pinsel wieder ein. Ein anderes Kind nickte nur, grinste und stellte sich zu uns. „Don't worry, be happy“, sang das Mädchen spontan.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  16.11.2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
16.11.2017

Bachelor live

Gute Vorsätze vs. Realität

Die Semesterferien liegen nun hinter mir. Während die einen arbeiten waren oder ein Praktikum absolvierten, haben andere ihr zuvor verdientes Geld ausgegeben und die Seele baumeln lassen. Zu Letzteren gehöre diesmal auch ich. Mit frisch getankter Energie starte ich also jetzt ins dritte Semester meines Publizistikstudiums.
Wie damals in der Schule freuten sich eigentlich die meisten wieder auf die Uni. Natürlich weniger wegen der Vorlesungen als der sozialen Kontakte. Der eine oder andere wusste gar nach drei Monaten Freizeit nichts mehr mit sich anzufangen und ist froh, wieder in den Alltag durchstarten zu können, Aufgaben und Pflichten nachzugehen und sich weiterzubilden. Am Anfang des Semesters passe sogar auch ich in dieses Schema – zumindest ein wenig.
Inzwischen sind allerdings die ersten drei Uniwochen vergangen und der Semesterstart erinnert mich an Neujahr: Jeder hat gute Vorsätze, die er dann meist doch nicht einhält. Zu den beliebtesten im Studium zählen sicher: „Dieses Semester gehe ich zu allen Vorlesungen“, „Dieses Semester bereite ich alle Sitzungen noch in derselben Woche nach, damit es vor den Klausuren nicht so stressig wird“, „Dieses Semester fange ich rechtzeitig an, zu lernen“ oder „Dieses Semester engagiere ich mich in einem der Referate oder trete der Fachschaft bei“. Klingt alles schön und gut. Denkt man allerdings mal daran, wie viele Leute ihre Neujahrsvorsätze tatsächlich einhalten, hat man eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie es bei den Studierenden aussieht. Mein Fazit nach drei Wochen: Es wurde noch keine Sitzung nachbereitet, an Klausuren denkt sowieso keiner und die Vorlesungssäle sind langsam schon spärlicher besetzt. Aber das ist auch okay so. Die Uni ist schließlich nicht nur dafür da, sich akademisch zu bilden. Das größere Ausmaß an
Freiheiten soll auch dazu dienen, sich besser selbst zu organisieren. Hier ist jeder für sich selbst verantwortlich und dafür zuständig, erfolgreich durch das Semester zu kommen – und am Ende klappt das bei den meisten auch.

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  15.11.2017

Bachelor live

Hallo zurück!

Es ist schon viel zu lange her, dass ich ein Update von meinem Alltag und meinem Leben gegeben habe. Es war einfach so viel los, und leider (oder Gott sei Dank?) bleibt es spannend bis stressig.
Zu meiner eigenen Beschämung muss ich zugeben, dass mein letzter Beitrag im März erschien. Damals war ich auf dem Weg nach Kanada zu der Harvard World Model United Nations. Nach der Klausurphase meines ersten Semesters, den zwei Wochen in Kanada mit kaum Schlaf und den Arbeitszeiten von UN-Delegierten, war ich erstmal völlig platt. Wieder in Deutschland angekommen, hatte ich nur zwei Tage Zeit, bis ich mein Praktikum in einer Berliner Galerie antrat.
Nach dieser sehr ereignisreichen Zeit entpuppte sich mein zweites Semester als mindestens genauso stressig wie das erste. Die gute Nachricht: Ich werde nun in meinem Hauptfach Kunstgeschichte keine einzige Klausur mehr haben! Und es ging munter weiter: Exakt 15 Minuten nach meiner letzten Klausur im Sommersemester saß ich im Bus – wieder auf dem Weg nach Berlin. Dieses Mal absolvierte ich dort ein einmonatiges Praktikum bei einer Fernsehproduktionsfirma und genoss im September das Großstadtleben. Es war das erste Mal nach Monaten, dass ich nur Zeit für mich hatte, mich in Ruhe in Cafés setzen, durch die Stadt schlendern und das Leben genießen konnte.
Mit dem Beginn des Wintersemesters ist nun wieder der Alltag in mein Heidelberger Leben eingekehrt mit einem erneut vollgestopften Stundenplan. Momentan sitze ich an meiner zweiten Hausarbeit noch vom letzten Semester, werkele an meiner Bewerbung für ein Auslandssemester und arbeite den aktuellen Stoff auf.
Dabei merke ich, wie gerne ich diesen Blog führe – nicht nur für euch Leser, sondern auch für mich, um mein Leben zu dokumentieren und mal mit Abstand zu betrachten. Willkommen zurück in meinem gut gefüllten, immer vorantreibenden Leben!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  14.11.2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
14.11.2017