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Bachelor live

Gute Vorsätze vs. Realität

Die Semesterferien liegen nun hinter mir. Während die einen arbeiten waren oder ein Praktikum absolvierten, haben andere ihr zuvor verdientes Geld ausgegeben und die Seele baumeln lassen. Zu Letzteren gehöre diesmal auch ich. Mit frisch getankter Energie starte ich also jetzt ins dritte Semester meines Publizistikstudiums.
Wie damals in der Schule freuten sich eigentlich die meisten wieder auf die Uni. Natürlich weniger wegen der Vorlesungen als der sozialen Kontakte. Der eine oder andere wusste gar nach drei Monaten Freizeit nichts mehr mit sich anzufangen und ist froh, wieder in den Alltag durchstarten zu können, Aufgaben und Pflichten nachzugehen und sich weiterzubilden. Am Anfang des Semesters passe sogar auch ich in dieses Schema – zumindest ein wenig.
Inzwischen sind allerdings die ersten drei Uniwochen vergangen und der Semesterstart erinnert mich an Neujahr: Jeder hat gute Vorsätze, die er dann meist doch nicht einhält. Zu den beliebtesten im Studium zählen sicher: „Dieses Semester gehe ich zu allen Vorlesungen“, „Dieses Semester bereite ich alle Sitzungen noch in derselben Woche nach, damit es vor den Klausuren nicht so stressig wird“, „Dieses Semester fange ich rechtzeitig an, zu lernen“ oder „Dieses Semester engagiere ich mich in einem der Referate oder trete der Fachschaft bei“. Klingt alles schön und gut. Denkt man allerdings mal daran, wie viele Leute ihre Neujahrsvorsätze tatsächlich einhalten, hat man eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie es bei den Studierenden aussieht. Mein Fazit nach drei Wochen: Es wurde noch keine Sitzung nachbereitet, an Klausuren denkt sowieso keiner und die Vorlesungssäle sind langsam schon spärlicher besetzt. Aber das ist auch okay so. Die Uni ist schließlich nicht nur dafür da, sich akademisch zu bilden. Das größere Ausmaß an
Freiheiten soll auch dazu dienen, sich besser selbst zu organisieren. Hier ist jeder für sich selbst verantwortlich und dafür zuständig, erfolgreich durch das Semester zu kommen – und am Ende klappt das bei den meisten auch.

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  15.11.2017

Bachelor live

Hallo zurück!

Es ist schon viel zu lange her, dass ich ein Update von meinem Alltag und meinem Leben gegeben habe. Es war einfach so viel los, und leider (oder Gott sei Dank?) bleibt es spannend bis stressig.
Zu meiner eigenen Beschämung muss ich zugeben, dass mein letzter Beitrag im März erschien. Damals war ich auf dem Weg nach Kanada zu der Harvard World Model United Nations. Nach der Klausurphase meines ersten Semesters, den zwei Wochen in Kanada mit kaum Schlaf und den Arbeitszeiten von UN-Delegierten, war ich erstmal völlig platt. Wieder in Deutschland angekommen, hatte ich nur zwei Tage Zeit, bis ich mein Praktikum in einer Berliner Galerie antrat.
Nach dieser sehr ereignisreichen Zeit entpuppte sich mein zweites Semester als mindestens genauso stressig wie das erste. Die gute Nachricht: Ich werde nun in meinem Hauptfach Kunstgeschichte keine einzige Klausur mehr haben! Und es ging munter weiter: Exakt 15 Minuten nach meiner letzten Klausur im Sommersemester saß ich im Bus – wieder auf dem Weg nach Berlin. Dieses Mal absolvierte ich dort ein einmonatiges Praktikum bei einer Fernsehproduktionsfirma und genoss im September das Großstadtleben. Es war das erste Mal nach Monaten, dass ich nur Zeit für mich hatte, mich in Ruhe in Cafés setzen, durch die Stadt schlendern und das Leben genießen konnte.
Mit dem Beginn des Wintersemesters ist nun wieder der Alltag in mein Heidelberger Leben eingekehrt mit einem erneut vollgestopften Stundenplan. Momentan sitze ich an meiner zweiten Hausarbeit noch vom letzten Semester, werkele an meiner Bewerbung für ein Auslandssemester und arbeite den aktuellen Stoff auf.
Dabei merke ich, wie gerne ich diesen Blog führe – nicht nur für euch Leser, sondern auch für mich, um mein Leben zu dokumentieren und mal mit Abstand zu betrachten. Willkommen zurück in meinem gut gefüllten, immer vorantreibenden Leben!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  14.11.2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
14.11.2017

Bachelor live

Land der Kontraste

„Wohnt ihr in einem dieser umzäunten Häuser oder in einem Township?“, wurde ich immer wieder von Freunden aus Deutschland gefragt, als ich den Sommer in einem Workcamp in einem Vorort von Kapstadt verbrachte. Südafrika ist wohl berühmt dafür, dass es ein Land der Kontraste ist. Den Ausdruck hatte ich vor der Abreise unglaublich oft gelesen – und doch sah Südafrika dann ganz anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte.
Wenn man es genau nahm, wohnten wir tatsächlich in „einem dieser umzäunten Häuser“, auf dem Grundstück einer Kirche, das von einem hohen Elektrozaun umgeben war. Aber bedeutet das Luxus? Nein. Wir teilten uns zu siebt ein Schlafzimmer, an der Decke hing Schimmel, die Küche war aufgrund eines kaputten Wasserhahns aufgeweicht und es gab weder Heizung noch Kamin. Einige Einheimische, die wir kennen lernten, wohnen etwas gehobener. Sie haben vielleicht auch keine Heizung und auch kein zweites Stockwerk, aber immerhin mehr Platz. Ihre Häuser stehen jedoch in wohlhabenderen Gegenden, in denen ein umzäuntes Grundstück nicht notwendig war.
Fuhr man von uns aus ein paar Straßen weiter, wurden die Straßen sandiger, enger und voller. Die Häuser dort waren ungefähr so groß wie das Wohnzimmer meiner Eltern, einen Zaun hätten sich die Bewohner vermutlich gar nicht leisten können. Fuhr man dagegen von uns aus ein paar Straßen in die andere Richtung, tauchten bald die ersten mehrstöckigen Häuser auf mit Garagen und gepflegten Gärten.
Südafrika ist nicht unbedingt ein Land der Extreme, denn es gibt immer noch das Zwischending. Es ist aber definitiv ein Land der Kontraste. An einem Tag war ich morgens in einer Suppenküche und nachmittags im Zentrum von Kapstadt. Die Unterschiede waren so riesig – hätte man mir zuvor Fotos aus beiden Gegenden gezeigt, hätte ich wohl vermutet, dass es sich um unterschiedliche Länder handelt. In meiner Schulzeit nahm ich an einem Schüleraustausch teil, nach meinem Abitur habe ich einen Freiwilligendienst im Ausland gemacht und jedes Mal fand ich es faszinierend, wie man ein Land und seine Menschen nach und nach immer besser versteht. Mit jeder Kleinigkeit, die ich über Südafrika lernte, hätte ich jedoch gleichzeitig mindestens zehn Fragen stellen können und mir wurde bewusst: Dieses Land ist so komplex und vielseitig, dass es wohl kaum möglich ist, es innerhalb von vier Wochen zu verstehen.