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Bachelor live

Postkarte aus Italien

Was für eine Stadt! Der erste Trip der Semesterferien führte mich nach Venedig. Mit dem Nachtzug aus Salzburg kam ich komfortabel und problemlos an mein Ziel.
Ich brauchte ein wenig, um mich zu akklimatisieren: „All die Kanäle, die man aus Bildern und aus Filmen kennt – es gibt sie ja wirklich!“ In Venedig findet sämtlicher Transport auf dem Wasser statt. Es gibt Polizeiboote, Müllboote, Kranboote, Krankenwagenboote, Taxiboote, Postboote und den Wasserbus. Mit Letzterem war ich viel unterwegs, den Canal Grande rauf und wieder runter. Bei den Fahrten fielen mir die Häuser auf, denn Venedig ist am Untergehen. Der Wasserspiegel steigt, die Stadt sinkt ab. Das macht das ganze Ambiente aber nur noch einmaliger. Oftmals stehen ganze Häuser leer, oder die unteren Stockwerke sind bereits aufgegeben worden.
Mit Venedig hatte ich nicht nur die Kanäle, sondern auch die sich durch die Straßen schiebenden Touristen verbunden. Doch in den kleinen Seitengassen ist da das echte Venedig. „Ciao“, hört man an allen Ecken, wenn sich Bekannte begegnen. Alte Damen im Pelzmantel schleppen sich am Stock umher, die Herren tragen blitzblank polierte Schuhe. Man bekommt das Gefühl, dass man ohne Schal und Hut gar kein richtiger Mann ist.
Nach Venedig erkundete ich noch Verona. Hier steht das zweitgrößte erhaltene römische Amphitheater. Sie ist zwar wesentlich kleiner als das Kolosseum, dafür aber deutlich besser erhalten. Und von der obersten Reihe aus erkennt man am Horizont die Berge im Schnee. Des Weiteren ist Verona Kulisse für Shakespeares Romeo und Julia. Ich besuchte deshalb auch des Anwesens der Familie dal Capello, die mit den Capulets aus dem Stück verglichen wurden. Doch zu Shakespeares Zeiten befand sich der Balkon, auf dem Julia gestanden haben soll, noch gar nicht an jenem Haus. Er wurde in den 1930ern angebracht und dann entsprechend vermarktet.
Verona verlasse ich am Abend – nach einem letzten Blick über die Stadt bei Sonnenuntergang mit dem Nachtzug gen München.
Dort ausgeruht angekommen, streune ich durch zwei große Galerien mit moderner Kunst, bis die Sonne wieder untergegangen ist. Vollkommen erschöpft falle ich in meinen ICE nach Leipzig. Nach Hause.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  29.03.2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
29.03.2017

Bachelor live

Die Qual des Wartens

Die erste Klausur ist geschafft und damit auch die erste große Hürde überwunden: Ich weiß jetzt, wie der Prüfungssaal aussieht, wie die Stimmung ist und, dass ich vor Examensklausuren schlafen kann. In meiner Vorstellung war die erste Klausur immer die einzige große Hürde beim Examen, ab da würde alles von alleine laufen. Aber da habe ich mich ziemlich getäuscht – der Nervenkrieg ging erst richtig los.
Nach der ersten Klausur bin ich noch einigermaßen beschwingt nach Hause gefahren, aber dort angekommen fühlte ich mich wie erschlagen – bildlich gesprochen, natürlich; aber ich war total fertig. Dieses Klausurschreiben unter Druck war dann doch viel anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte. Und am nächsten Tag nochmal!
Mit schon etwas weniger Elan stieg ich tags darauf auf mein Fahrrad, radelte zum Justizprüfungsamt und wiederholte das ganze Prozedere vom Vortag.
Dann war erst mal Wochenende, bevor in der darauffolgenden Woche noch vier Klausuren auf mich warten. Für den Samstag hatte ich daher Zeit eingeplant, um die kommenden Rechtsgebiete nochmal zu überfliegen. Aber kaum, dass ich die Lernsachen zur Seite gelegt hatte, kam die Panik: Nächste Woche nochmal vier Klausuren? Wie soll ich das schaffen, wenn schon die erste Klausur so unglaublich anstrengend war? Kann ich mein Leben nicht einfach vorspulen? Nach ganz viel gutem Zureden von meiner besten Freundin und meiner Mutter beruhigte ich mich wieder – ich werde das schon irgendwie überleben.
Und so war es auch: Die letzte Klausurwoche war zwar nicht die beste Zeit meines Lebens, aber auch nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte. Man gewöhnt sich schnell daran. Und auch in dieser Woche hatte ich immer nur Blöcke à zwei Klausuren und dann einen Tag Pause.
Dann kam endlich der Freitag mit der letzten Klausur. Mit Jubelschreien wurde ich im Anschluss draußen von meinen Freunden empfangen. Es ist vorbei – vorerst.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  24.03.2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
24.03.2017

Bachelor live

Nachtzug

Ich liebe den Nachtzug. Das erste Mal bin ich vor einigen Jahren nachts mit dem Zug gereist, mit dem IC 2020 von Frankfurt nach Hamburg. Welch ein Erlebnis das doch war! Dann entdeckte ich die echten Nachtzüge.
Das Suchen des Liegeplatzes. Das Öffnen der Abteiltür. Der Schreck beim Erblicken der drei älteren Männer - das wird ein Schnarchkonzert. „Was trinken sie zum Frühstück?“, fragt die vorbeikommende Zugbegleiterin. Einen Kaffee. „Kommen sie mit", sagt sie und bringt mich in ein komplett freies Abteil. „Das ist besser.“ Ist es.
Der Funktionalismus in diesen Zügen ist einmalig. Es gibt Haken an den Wänden zur Befestigung der Liegen und Kleider und Halterungen, bei denen es nicht ersichtlich ist, wofür sie gut sind. Unter der unteren Liege entdeckt man herausziehbare kleine Tischchen oder unter einem Tisch ein funktionierendes Waschbecken und einen Spiegel, mittels derer man sich am nächsten Morgen rasieren kann, während draußen ein Gebirge vorbei rauscht.
Das Bereitmachen der Bettwäsche. Dann das Einschlafen beim beruhigenden Rattern und Hin-und-Her-Geschaukel des Zuges. Das Geweckt-Werden. Die Felder. Die Dörfer. Vororte. Dann die Industrie. Es werden mehr Gleise. Der Bahnhof. Und dann. Eine neue Stadt. Ja, manchmal gar ein neues Land. Es gibt nichts Schöneres.
Man stolpert geradewegs in einen Kanal oder verliert sich im Dschungel unbekannter Buchstaben. Man geht seinen Weg ins Zentrum und es ist ganz still. Die Geschäfte sind geschlossen. Niemand ist unterwegs. Der Tourist schläft noch, keine klickenden Fotoapparate. Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit. Bäckereien werden mit Brötchen beliefert, Restaurants mit Bier. Ein paar Obststände werden aufgebaut.
Und all das nach einer Nacht im Zug. Das ist ein Gefühl, was man nach keiner Reise im Flieger, nach keiner Fahrt mit dem Bus oder dem Auto erreichen kann.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  22.03.2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
22.03.2017