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Studentenleben live

Zusammen ist man weniger unproduktiv

In den Weihnachtsferien wollte ich eigentlich eine ganze Menge schaffen: Das Skript für Analysis durcharbeiten, Algorithmische Mathematik aufholen und mich mit den Übungsblättern für meine drei Vorlesungen beschäftigen. Wie viel ich davon letztendlich gemacht habe? Nichts.

Erst in den letzten paar Tagen der Ferien, als ich schon wieder in Bonn war und mich mit meinen Freunden treffen konnte, habe ich endlich angefangen. Und ich habe festgestellt: Ohne eine gewisse Arbeitsatmosphäre geht es einfach nicht. Nicht nur, weil ich ab und zu einen meiner besonders mathebegabten Mitstudenten brauche, um den Stoff zu verstehen, sondern vor allem, weil ich mich alleine sehr schlecht motivieren kann. Die meisten meiner Mathefreunde absolvieren ein Bachelor- und kein Lehramtstudium. Aber auch wenn sie sich mit Linearer Algebra herumschlagen, was nicht auf meinem Stundenplan steht, bin ich in ihrer Gesellschaft produktiver als wenn ich allein zu Hause sitze. Dort gibt es zu viele Dinge, die mich ablenken können – im besten Fall ist das wenigstens Hausarbeit, im schlechtesten Fall esse ich Schokolade und schaue Serien auf meinem Laptop.

Daher ist es wahrscheinlich ganz gut, dass auch die anderen langsam merken, dass die Prüfungen näher rücken. Es dauert keinen Monat mehr bis zu unserer ersten Klausur und selbst unsere zwei Überflieger müssen noch Stoff aufholen. Daher sitzen wir seit Anfang des Jahres fast jeden Tag bei irgendjemandem zu Hause, in der Bibliothek oder einem gerade leerstehenden Raum im Mathematischen Zentrum zusammen und lernen. In diesen Momenten merke ich schon, dass Mathematik doch kognitiv sehr viel fordernder ist als Germanistik. Angenehm ist allerdings, dass ich mich immer ziemlich gut fühle, wenn ich nach ein paar Stunden wieder zehn Seiten im Skript und das halbe Aufgabenblatt geschafft habe und mich ruhigen Gewissens schöneren Dingen widmen kann.

Ein netter Nebeneffekt des gemeinsamen Lernens ist nämlich auch, dass ich sehr viel Zeit mit meinen Kommilitonen verbringe und wir nach getaner Arbeit auch oft noch etwas zusammen unternehmen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  21.01.2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
21.01.2016

Studentenleben live

Wenn man mal zu Hause ist

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, nur noch alle paar Wochen in meine alte Heimat zu fahren, da ich sonst zu wenig Zeit mit meinen Freunden in Münster verbringen kann. Wenn ich dann aber mal daheim bin, ist es unglaublich, wie viel ich aufzuholen habe. An einem Wochenende stand Programm an, das für drei gereicht hätte:

Anlass für meinen Besuch in der Heimat war in erster Linie der Geburtstag meines Vaters, der ganz überrascht war, dass ich zu seinem Geburtstag nach Hause kam, da es immerhin 40 Euro sind, die ich insgesamt für die Zugfahrten zahlen muss. Für einen Studenten schon ein halbes Vermögen. Weiterhin traf ich einen alten Kollegen aus dem Krankenhaus, in dem ich meinen Freiwilligendienst absolviert habe, zum Brunchen. Die Gelegenheit, die alten Kollegen auf die Palme zu bringen, ließen wir uns auch nicht entgehen. So zog ich mir meine Arbeitskleidung an, um damit auf unsere alte Station zu kommen. Eine Menge verdutzter Gesichter begegnete mir auf meinem Weg, denen ich mit einem strahlenden Lächeln begnete.

Interessant war auch mein Besuch beim Kinder- und Jugendhospizdienst, bei dem ich eineinhalb Jahre lang ehrenamtlich gearbeitet habe. Die alten Kollegen erzählten mir, dass sie mich sehr vermissen würden, was ich als sehr schön empfand. Ich muss zugeben, dass mir ein solches soziales Projekt auf jeden Fall fehlt. Ich hoffe sehr, dass ich in naher Zukunft wieder etwas finde, wofür ich mich engagieren kann. Krönung des Tages war aber die Weihnachtsfeier meiner alten Schülerfirma, bei der ich einen Freund wiedertraf, den ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe.

Die engen alten Freunde sollten wirklich nicht zu kurz kommen. Besonders, wenn es einem von ihnen wirklich nicht gut geht. So verbrachte ich den Samstagabend mit der alten Gruppe von Jungs, um einen aus unseren Reihen aufzubauen, der es momentan recht schwer hat. Diese Begegnungen sind wirklich erdend. Sie erinnern mich daran, wo ich herkomme und warum ich so bin, wie ich bin. Sie erinnern mich an eine Zeit, an die ich oft nostalgisch zurückdenke. Doch dann erkenne ich, dass die Gegenwart doch wirklich in Ordnung ist, dass ich großes Glück damit habe, in Münster das studieren zu können, was ich studieren will, dass ich eine harmonische Wohngemeinschaft gefunden habe und dass ich zufrieden mit meinem neuen Umfeld bin. Ein Wochenende daheim dient mir dazu, Kraft zu sammeln, Energie zu schöpfen und in der Vergangenheit zu schwelgen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  21.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
21.01.2016

Studentenleben live

Das zweite Semester

Im zweiten Semester habe ich mich langsam eingewöhnt. Die Uni, die neue Wohnung und die neuen Freunde wurden zu einem Teil von mir. Und dann kam der Sommer und mit ihm die wärmende Sonne, das Tanzen im Freien, die Fahrten mit dem Fahrrad an den Fühlinger See oder den Kiesgrubensee Gremberghoven. Vom Studium aus waren wir verpflichtet, regelmäßig Veranstaltungen außerhalb der Uni zu besuchen. Meistens waren das große Werke von berühmten Choreographen, die im Opernhaus oder Schauspielhaus aufgeführt wurden. Das hat natürlich unser Interesse geweckt und meine Mitbewohnerin und ich waren auch das zweite Semester nur auf Achse.

Wir entdeckten in dieser Zeit auch kleinere Theater wie das Studio 11 in Ehrenfeld. Dort lernten wir eine israelische Choreographin kennen, die uns glatt zur nächsten Audition für ihr neues Stück einlud. Eine Audition ist ein Vortanzen, bei dem die Choreographen während einer Trainingseinheit oder beim Einstudieren von kleinen Passagen aus ihren Stücken beurteilen, welche Tänzer sie für die Choreographie beziehungsweise Zusammenarbeit einstellen wollen. Bei diesem Stück ging es um Ausdruck und Leere.

Ganz aufgeregt gingen wir also zu viert zu dieser Audition. Wir sollten „ins Leere starren“ und dabei bei den Zuschauern das Gefühl erzeugen, nicht mehr wegschauen zu können. Wir vier Mädels wurden von der Choreographin ausgewählt mitzumachen. Außer uns waren noch drei weitere Tänzerinnen dabei und so kam es nach zwei, drei Proben zu zwei Auftritten in kleinem Rahmen. Es passten nur etwa 30 Personen ins Studio und dadurch war die Atmosphäre sehr intim. Die Musik wurde von einem Freund der Choreographin produziert und eingespielt, wir tanzen von drei Scheinwerfern beschienen in schwarzen Trainingsshorts und schwarzem Oberteil, sodass unsere Augen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Es war ein voller Erfolg und für uns die erste extracurriculare Performance-Erfahrung.

So verging das zweite Semester wie im Fluge und die lang ersehnten Semesterferien standen vor der Tür. Dieses Mal sollte es für mich zum ersten Mal nach Frankreich gehen; und zwar mit meinem kleinen roten Opel.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  21.01.2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
21.01.2016