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Studentenleben live

Wenn man mal zu Hause ist

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, nur noch alle paar Wochen in meine alte Heimat zu fahren, da ich sonst zu wenig Zeit mit meinen Freunden in Münster verbringen kann. Wenn ich dann aber mal daheim bin, ist es unglaublich, wie viel ich aufzuholen habe. An einem Wochenende stand Programm an, das für drei gereicht hätte:

Anlass für meinen Besuch in der Heimat war in erster Linie der Geburtstag meines Vaters, der ganz überrascht war, dass ich zu seinem Geburtstag nach Hause kam, da es immerhin 40 Euro sind, die ich insgesamt für die Zugfahrten zahlen muss. Für einen Studenten schon ein halbes Vermögen. Weiterhin traf ich einen alten Kollegen aus dem Krankenhaus, in dem ich meinen Freiwilligendienst absolviert habe, zum Brunchen. Die Gelegenheit, die alten Kollegen auf die Palme zu bringen, ließen wir uns auch nicht entgehen. So zog ich mir meine Arbeitskleidung an, um damit auf unsere alte Station zu kommen. Eine Menge verdutzter Gesichter begegnete mir auf meinem Weg, denen ich mit einem strahlenden Lächeln begnete.

Interessant war auch mein Besuch beim Kinder- und Jugendhospizdienst, bei dem ich eineinhalb Jahre lang ehrenamtlich gearbeitet habe. Die alten Kollegen erzählten mir, dass sie mich sehr vermissen würden, was ich als sehr schön empfand. Ich muss zugeben, dass mir ein solches soziales Projekt auf jeden Fall fehlt. Ich hoffe sehr, dass ich in naher Zukunft wieder etwas finde, wofür ich mich engagieren kann. Krönung des Tages war aber die Weihnachtsfeier meiner alten Schülerfirma, bei der ich einen Freund wiedertraf, den ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen habe.

Die engen alten Freunde sollten wirklich nicht zu kurz kommen. Besonders, wenn es einem von ihnen wirklich nicht gut geht. So verbrachte ich den Samstagabend mit der alten Gruppe von Jungs, um einen aus unseren Reihen aufzubauen, der es momentan recht schwer hat. Diese Begegnungen sind wirklich erdend. Sie erinnern mich daran, wo ich herkomme und warum ich so bin, wie ich bin. Sie erinnern mich an eine Zeit, an die ich oft nostalgisch zurückdenke. Doch dann erkenne ich, dass die Gegenwart doch wirklich in Ordnung ist, dass ich großes Glück damit habe, in Münster das studieren zu können, was ich studieren will, dass ich eine harmonische Wohngemeinschaft gefunden habe und dass ich zufrieden mit meinem neuen Umfeld bin. Ein Wochenende daheim dient mir dazu, Kraft zu sammeln, Energie zu schöpfen und in der Vergangenheit zu schwelgen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  21.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
21.01.2016

Studentenleben live

Das zweite Semester

Im zweiten Semester habe ich mich langsam eingewöhnt. Die Uni, die neue Wohnung und die neuen Freunde wurden zu einem Teil von mir. Und dann kam der Sommer und mit ihm die wärmende Sonne, das Tanzen im Freien, die Fahrten mit dem Fahrrad an den Fühlinger See oder den Kiesgrubensee Gremberghoven. Vom Studium aus waren wir verpflichtet, regelmäßig Veranstaltungen außerhalb der Uni zu besuchen. Meistens waren das große Werke von berühmten Choreographen, die im Opernhaus oder Schauspielhaus aufgeführt wurden. Das hat natürlich unser Interesse geweckt und meine Mitbewohnerin und ich waren auch das zweite Semester nur auf Achse.

Wir entdeckten in dieser Zeit auch kleinere Theater wie das Studio 11 in Ehrenfeld. Dort lernten wir eine israelische Choreographin kennen, die uns glatt zur nächsten Audition für ihr neues Stück einlud. Eine Audition ist ein Vortanzen, bei dem die Choreographen während einer Trainingseinheit oder beim Einstudieren von kleinen Passagen aus ihren Stücken beurteilen, welche Tänzer sie für die Choreographie beziehungsweise Zusammenarbeit einstellen wollen. Bei diesem Stück ging es um Ausdruck und Leere.

Ganz aufgeregt gingen wir also zu viert zu dieser Audition. Wir sollten „ins Leere starren“ und dabei bei den Zuschauern das Gefühl erzeugen, nicht mehr wegschauen zu können. Wir vier Mädels wurden von der Choreographin ausgewählt mitzumachen. Außer uns waren noch drei weitere Tänzerinnen dabei und so kam es nach zwei, drei Proben zu zwei Auftritten in kleinem Rahmen. Es passten nur etwa 30 Personen ins Studio und dadurch war die Atmosphäre sehr intim. Die Musik wurde von einem Freund der Choreographin produziert und eingespielt, wir tanzen von drei Scheinwerfern beschienen in schwarzen Trainingsshorts und schwarzem Oberteil, sodass unsere Augen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Es war ein voller Erfolg und für uns die erste extracurriculare Performance-Erfahrung.

So verging das zweite Semester wie im Fluge und die lang ersehnten Semesterferien standen vor der Tür. Dieses Mal sollte es für mich zum ersten Mal nach Frankreich gehen; und zwar mit meinem kleinen roten Opel.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  21.01.2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
21.01.2016

Studentenleben live

Ein bisschen Afrika

Eine knappe Woche ist es nun her, dass ich wieder in der Kälte angekommen bin. Mit Sonnenbrand auf der Nase und viel zu dünner Kleidung landete ich in Frankfurt und hatte erst einmal überhaupt keine Lust auf die Uni. Südafrika war wunderschön: gutes Wetter, gute Laune, gute Menschen und es gab so unendlich viel zu sehen. Überall erwarteten mich verschiedene Landschaften, mal ein bisschen Urwald, plötzlich wieder Tannen und Berge als wären wir in Südtirol, Strände wie in der Karibik und natürlich bekamen wir auch die afrikanische Hitze ab, der wir auch durch mehrmaliges Eincremen mit Lichtschutzfaktor-50-Sonnencreme nichts entgegensetzen konnten.

Unseren kleinen Roadtrip am Western Cape begleitete stets übertrieben schnulzige Musik, die den endlosen Diskussionen über diverse Baustellen zwischenmenschlicher Beziehungen als dramatische Untermalung diente. Am Anfang waren wir in Kapstadt unterwegs: auf einer Township-Tour, an der Waterfront, bei den Pinguinen in Simon’s Town und am Kap der guten Hoffnung. Dann ging es los in die Karoo, eine Halbwüstenlandschaft in den Hochebenen, wo wir mit einem Eselkarren in den Sonnenuntergang gefahren sind und einen Tag lang Flora und Fauna des Nationalparks inspiziert haben. Von dort sind wir dann nach Plettenberg Bay gefahren und haben ein paar Stationen der Garden Route abgeklappert: Wir waren im Monkeyland, sind mit Elefanten spazieren gegangen, haben bei strömendem Regen in einer süßen Gartenhütte übernachtet und waren in verschiedenen Nationalparks. Am Ende haben wir noch eine Nacht in der wohl besten Unterkunft überhaupt geschlafen: in unheimlich schönen Holzhütten direkt am Meer im Cape Agulhas Nationalpark. Zum Abschluss ging es wieder zurück nach Kapstadt, wo wir das WG-Zimmer meiner Freundin Anne beziehen konnten, an einer geführten Tour auf Robben Island teilnahmen und im Botanischen Garten unsere dramatischen Gespräche fortführen konnten.

Alles in allem war es ein wahnsinnig schöner Urlaub, in dem ich sogar für meine Verhältnisse ein bisschen Farbe bekommen habe und einfach viel Zeit hatte, in der ich nicht an meinen deutschen Alltag denken musste.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  20.01.2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
20.01.2016