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Studentenleben live

Kölle Alaaf

Pünktlich zum Karneval startete bei uns am Zentrum für zeitgenössischen Tanz (kurz: ZZT) die Projektzeit. In dieser Phase, meistens drei bis vier Wochen, kamen Gastchoreographen zu uns an die Hochschule, die zusammen mit unseren Dozenten nach einem Projektcasting mit den jeweiligen Tänzern ein Stück einstudierten. Traditionell wurde das erste Semester von einem Dozenten betreut und meistens durfte die ganze Klasse mittanzen. In höheren Semestern wurde der Druck und die Konkurrenz höher, in die beliebten Projekte zu gelangen, bei den besonders renommierten Choreographen. Selbst wenn man im Casting einen Platz erhielt, war natürlich noch nicht klar, ob die Zusammenarbeit mit dem Choreographen funktionieren würde.

Wir sammelten also erste Berufserfahrungen. Es ging darum, choreographische Techniken zu lernen, verschiedene Qualitäten des Tanzens zu erforschen und zu lernen, die Vorstellungen des Choreographen zu verstehen und vor allem umsetzen zu können. Es war das erste Mal, dass mir wirklich bewusst wurde, welche Berufsperspektiven die Leidenschaft des Tanzens tatsächlich bietet: dein Körper und seine Bewegungen sind dein Kapital.

Nach vier bis zwölf Wochen Probenzeit standen dann ungefähr sieben Performances an – diese fanden je nach Projekt in unterschiedlichem Rahmen statt. Die kleineren Projekte wurden bei uns im Studio aufgeführt, die anderen meistens in einem Theater in Köln und Umgebung. Einmal nahm ich an einem Projekt teil, dass im Museum stattfand. Die zeitgenössische Szene ist sehr vielfältig. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, auf neue Art und Weise den Körper zu entdecken. Mit Sound, Live-Art, Improvisation, mit und ohne Musikern, Videoaufnahmen, unterschiedlichem Untergrund, Kleidung, Requisiten, Sprache oder Theater – um nur ein paar zu nennen.

Wie ich schon berichtete, kamen meine Kommilitonen aus der ganzen Welt. Jeder brachte damit auch seine Kultur und natürlich seine Tanzkultur mit ans ZZT. In diesem ersten Projekt, geleitet von einer Japanerin, setzten wir eigene Ideen um. Es wurde zu einem Spiegel und Zusammenspiel von unseren Charakteren. Wir arbeiteten jeden Tag an „unserer“ Choreographie und es wurde ein echt schönes Produkt. Dann kamen die Aufführungen, das Lampenfieber und die Müdigkeit. Jeden Tag war die Vorstellung anders, das Zusammenspiel der Tänzer anders und die Aufregung anders. Und der Applaus brachte jeden Tag einen Endorphinkick! Hinter den Kulissen gab es Umarmungen, Blumen und Feedback. Nach den vollbrachten sieben Vorstellungen war das Semester abgeschlossen, wir konnten in ein paar Ruhetagen die Erschöpfung auskurieren und das neue Semester begann.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  30.12.2015
Autor: Mila
Rubrik: studium
30.12.2015

Studentenleben live

Kriminaloper

Im dritten Master-Semester der Medienwissenschaft belege ich ein Seminar, in dem wir neben der Theorie ein Opern-Projekt praktisch betreuen. Es geht dabei um die Kriminaloper „W- the truth beyond“, in der die Geschichte von Henning Mankells Kriminalkommissar Kurt Wallander auf der Opernbühne weitererzählt wird. Die Kriminaloper wird am 15. Juli 2016 in Tübingen uraufgeführt werden und zieht dann für weitere Aufführungen in die schwedische Stadt Ystad. Die künstlerische Leitung liegt beim Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung. Für die Regie konnte die Opernregisseurin Julia Riegel gewonnen werden. .Außerdem wirken an dem Opern-Projekt das „Zentrum für Medienkompetenz“ und das „Collegium Musicum“ mit.

Das Opernprojekt wird von der Uni interdisziplinär betreut: neben der Skandinavistik, der Germanistik und der Musikwissenschaft ist auch die Medienwissenschaft beteiligt. Unser Seminar teilt sich in die Gruppen Programmheft und Plakate, Website, PR und Film. Die Filmgruppe fertigt Filme an, die während der Oper live aufgeführt werden

Ich bin in der PR-Gruppe. Das bedeutet, dass ich mich mit meinem Team darum kümmere, dass die Oper durch Pressemitteilungen und Pressekonferenzen bekannt wird und die Presse alle Informationen erhält. Darüber hinaus bieten wir Hintergrundberichte, Interviews mit den Beteiligten, Aufnahmen von den Proben und vieles mehr auf verschiedenen Kanälen wie zum Beispiel Facebook an. Da die Oper aber erst im Sommer aufgeführt wird, können wir jetzt im Winter nur die Vorarbeit leisten und jemand anderes wird unsere PR-Produkte, die als Werkstücke benotet werden, dann ausspielen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: orientieren  |  30.12.2015
Autor: Miriam
Rubrik: orientieren
30.12.2015

Studentenleben live

Es ist soweit

Ich habe es geschafft: Ich habe meine erste richtige fünfstündige Klausur hinter mich gebracht. Fünf Stunden? Ja, fünf Stunden. (Die Vorfreude auf das Examen, für das man innerhalb von zwei Wochen fünf fünfstündige Klausuren schreibt, steigt natürlich immens.)

Am Abend vor der Klausur wurden nochmal intensiv Dissertationen über Themen, die wir immer noch nicht so ganz verstanden haben, durchgeblättert. Wann muss man sich als Kombattant an die Gesetze vom humanitären Völkerrecht halten, um seinen Kriegsgefangenenstatus zu behalten? Gilt beim Drohnen-Abschuss schon humanitäres Völkerrecht? Und was bedeuten denn jetzt diese blöden Erga-omnes-Normen? Aber irgendwann bringt es einfach nichts mehr – der Zeitpunkt war gekommen, das Buch wegzulegen und die Klausur auf sich zukommen zu lassen.

Die Stimmung am Morgen der Klausur war ziemlich aufgedreht. Alle haben sich vor den Spinden getroffen und sich aufgeregt viel Glück gewünscht. 100 Studenten wurden auf verschiedene Räume aufgeteilt, circa 15 Leute pro Raum. Angespannt haben wir darauf gewartet, bis wir endlich unsere Unterlagen umdrehen durften –dann ging es los.

Während wir angestrengt unsere Lösungsskizze zusammengeschrieben haben, kam die Aufsicht und blätterte unsere Gesetze auf unzulässige Anmerkungen durch. Es galt, sich bloß nicht durcheinander bringen zu lassen, wenn da jemand zehn Minuten angestrengt durch mein Gesetz blättert, während ich versuche, mich auf die Lösung des Falls zu konzentrieren! Bei dem Gedanken, wegen einer Anmerkung von der Prüfung ausgeschlossen zu werden, standen mir schon die Schweißperlen auf der Stirn. Aber dann wurde mein Gesetz mit einem Kopfnicken durchgewunken. Dann konnte es endlich hochkonzentriert weiter gehen, nach eineinhalb Stunden Lösungsskizze habe ich mich endlich ans Schreiben gemacht, und auch wenn ich immer noch dreieinhalb Stunden zum Ausformulieren hatte wurde die Zeit noch ziemlich knapp.

13.30 Uhr: „Einmal die Stifte weglegen, bitte!“ Ein Seufzen ging durch den Raum, als wir endlich unsere Klausurhefte zuklappen konnten und damit die schriftliche Schwerpunktprüfung vorbei war. Ein paar kleinere Nervenzusammenbrüche gab es, ein paar heimliche Tränen auf dem Klo, bevor weitergeschrieben wurde, aber insgesamt hatte ich das Gefühl, dass alle ganz gut durch die Klausuren gekommen sind. Dann konnten wir kurz durchatmen – die mündliche Prüfung folgt kommenden Montag.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  29.12.2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
29.12.2015