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Studentenleben live

Ich packe meinen Rucksack

Endlich schultere ich wieder meinen großen Wanderrucksack und mache mich auf eine kleine Abenteuerreise. Erste Station: Barcelona. Schon die Ankunft lässt Freude aufkommen: Als ich um halb zwei Uhr nachts todmüde in meinem zehn-Betten-Schlafsaal ankomme, ist das Bett, das mir zugewiesen wurde, schon belegt. Um nicht die fünf Stockwerke zur Rezeption wieder hinunterlaufen zu müssen, lege ich mich einfach in das freie Bett, das am wenigsten benutzt aussieht – nur um vier Stunden später von einer aufgebrachten Amerikanerin aufgeweckt zu werden.

Und es wird nicht besser. Die Leute in meinem Hostel finde ich nicht besonders spannend, außerhalb der kleinen Altstadt und den Gaudi-Gebäuden begeistert mich Barcelona wenig und meine Füße habe ich mir auch schon wund gelaufen. An das Alleine-Reisen muss ich mich erst wieder gewöhnen. Aber zum Glück geht’s schnell bergauf: Eine Freundin von einer Freundin von einem Freund aus Brüssel lebt in Barcelona und nimmt mich abends mit. Schwupps sitze ich mit einer Gruppe Spanier im Hipster-Viertel Barcelonas und diskutiere über die katalanische Unabhängigkeit.

Nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit bin ich auch wieder drin im Alleine-Reisen. Vorteile: Ich bin offener und gehe mehr auf andere Leute zu. Dadurch, dass ich auf mich alleine gestellt bin, wird jede Sehenswürdigkeit, die ich entdecke, zu einem Highlight und jeder Moment ist mangels Ablenkung besonders intensiv. Ich kann machen, worauf ich grade Lust habe. Nachteile: Ich muss immer neue Leute kennenlernen und die gleichen Gespräche führen. Ich muss mir selbst überlegen, worauf ich Lust habe und bin schonungslos meinen eigenen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Außer Barcelona besichtige ich auch Valencia, die Alhambra, Sevilla und Tarifa alleine und fühle mich bald wohl dabei.

Morgen setze ich mit der Fähre nach Marokko über. Unglaubliche Vorfreude auf Exotik kribbelt in meinem Magen, während ich eigentlich das Gefühl habe, schon genug für einen Urlaub erlebt zu haben. Ursprünglich war Spanien für mich der „Weg zum Ziel“ Marokko, aber in diesen – viel zu wenigen – Tagen habe ich das Land von einer neuen Seite kennengelernt, mich in Andalusien verliebt und meine Leidenschaft für Sprachen wieder entflammt. Hier war ich definitiv nicht zum letzten Mal!

Autor: Luisa  |  Rubrik: orientieren  |  09.10.2015
Autor: Luisa
Rubrik: orientieren
09.10.2015

Studentenleben live

Die Grenze zu Ecuador

Es gibt zwei Grenzübergänge zwischen Peru und Ecuador. Der eine liegt an der Küste und der andere etwas weiter landeinwärts. Um von Peru nach Ecuador einzureisen haben beide einmal ausprobiert. Landeinwärts ist kaum ein Tourist oder eine Touristin zu sehen, und wir mussten fünfmal das Transportmittel wechseln, bevor wir uns den Einreisestempel abholen konnten. Daher hatte ich genug Zeit, um den Kontrast zwischen Peru und Ecuador zu analysieren. Ich war überrascht, wie unterschiedlich diese beiden Länder sind, obwohl sie beide von der Gebirgskette der Anden durchzogen sind. Ecuador wirkt sehr viel aufgeräumter und wohlhabender als Peru und kam mir nach der langen Zeit in Lima sehr schick, modern und geordnet vor.

Dennoch lief auch das Reisen in Ecuador nicht ganz ohne Missgeschicke. Beim Grenzübergang hatten wir uns noch ausgerechnet, dass wir genug Geld dabei haben, um erst in der nächstgrößeren Stadt entspannt zur Bank gehen zu müssen. Umso größer war der Schreck, als die Geldautomaten der einzigen Bank dort unsere Kreditkarten nicht akzeptierten und wir daher das Busticket zur Weiterfahrt nicht würden zahlen können. Eine Familie bot uns jedoch gleich Hilfe an und nahm uns auf der Ladefläche ihres Pick-ups ein Stück mit. Es war schon längst Nacht geworden und der Sternenhimmel spannte sich wie ein Zelt über uns, während wir auf engen Serpentinen den Berg erklommen – ein unvergesslicher Anblick. Wenngleich diese Fahrt aufregend und sehr schön war, war ich aber auch dankbar, als uns ein weiterer Autofahrer anbot in sein Auto umzusteigen, sodass wir den Rest der Strecke entspannt im Warmen zurücklegen konnten.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  07.10.2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
07.10.2015

Studentenleben live

Urlaub mit den Eltern

Es ist wirklich kaum zu glauben, aber nach bestimmt sieben Jahren mache ich wieder Urlaub mit meinen Eltern. Ich wohne schon seit über fünf Jahren nicht mehr bei meinen Eltern, habe mittlerweile einen Studienabschluss und noch viel wichtiger einen Ehepartner, mit dem ich meinen Urlaub im Normalfall verbringe. Jetzt bin ich aber tatsächlich eine Woche auf Nordseeurlaub mit Mami und Papi. Wie konnte es nur soweit kommen? Nun, mein Vater hatte sich den Fuß verletzt, war im Krankenhaus und der geplante Urlaub meiner Eltern an der Nordsee stand auf der Kippe. Daher habe ich meiner Mutter angeboten mitzufahren und sie im Urlaub zu unterstützen.

So kam das also, und da ich momentan eine faule Studentin bin, die obendrauf noch Semesterferien hat, habe ich mich auf den Eltern-Kind-Urlaub eingelassen. Heute haben wir die weite Reise in den hohen Norden angetreten. Natürlich werde ich in diesem Urlaub hauptsächlich als Chauffeur gebraucht, aber leider hatte ich die Nacht vor der großen Reise so unerhört schlecht geschlafen, dass ich nach 300 Kilometern das Steuer an meine Mutter weiterreichen musste. Vorher ist leider auch schon das Navi kaputt gegangen. Während meine Mutter also sozusagen orientierungslos weiter Richtung Norden fuhr, nickte ich auf dem Beifahrersitz ein, wobei ich vorher noch die Route mit meinem Smartphone geplant hatte. Ich erwachte jäh, als meine Mutter aufgeregt fragte, ob sie nach Berlin oder Hannover fahren solle. Reflexartig sagte ich Hannover, aber ganz sicher war ich mir auch nicht, da ich mein Handy nicht fand.

Verzweifelt und noch etwas schlaftrunken suchte ich mein allwissendes Smartphone, während meine Mutter von der Autobahn herunter nach Hannover hinein fuhr. Wir mussten schließlich anhalten weil ich immer hektischer wurde und an mir selbst zu zweifeln begann. Ich hatte das Smartphone doch gerade noch benutzt, wie konnte es jetzt einfach so verschwunden sein? Also rief mich meine Mutter mit ihrem Handy an. Tatsächlich, es klingelte irgendwo im Fahrerbereich, war aber trotzdem nirgendwo zu sehen. Ich suchte weiter und voller Entsetzen musste ich feststellen, dass mein gutes, teures aber auch super schmales Smartphone durch die Klappe an der Feuerzeugsteckdose hinter das Armaturenbrett gerutscht war. Immer hysterischer fingerte ich nach meinem Handy und drückte meine Finger durch den Spalt, konnte das Gerät aber nur mit den Fingerspitzen betasten. Etwas später und nach handwerklicher Improvisation gelang es mir, das Smartphone mit den Fingerspitzen herauszuheben.

Der Umweg, den wir durch diese dramaturgische Glanzeinlage gemacht hatten, hielt sich in Grenzen und zwei bis drei Stunden später waren wir endlich am Zielort angelangt. Der Blick vom Deich auf die Nordsee entschädigte mich nun für die Strapazen der langen Fahrt.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  06.10.2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
06.10.2015