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Studentenleben live

Einschreibung mit Hindernissen

Der Plan war eigentlich sehr unkompliziert: Zum Studierendensekretariat fahren, Einschreibungsunterlagen abgeben, mich freuen, dass ich jetzt Studentin in Bonn bin, und in die nächste Bahn setzen, um Freunde zu besuchen. Bei mir scheint es aber schon Regel und nicht nur Ausnahme zu sein, dass nichts ohne Komplikationen vonstattengehen kann.

Der Tag startete gut. Ich habe nicht verschlafen, habe das Sekretariat gefunden, bin aufgerufen worden und lag bei allem gut in der Zeit. Dass ich mein Abiturzeugnis nicht gefunden und nur eine beglaubigte Kopie dabei hatte, war auch kein Thema. Doch dann kam die Frage, wo meine Exmatrikulationsbescheinigung wäre. Da ich diese nicht dabei hatte, sagte die Sachbearbeiterin, sie würde mir den Studienplatz reservieren und ich solle die Bescheinigung nächste Woche nachreichen.

Und so machte ich mich etwas bedröppelt auf den Weg zum Bahnhof. Nächste Woche, das war die Zeit, in der ich noch im Urlaub sein wollte. Bis Donnerstagmorgen zumindest hatte ich noch volles Programm, danach wollte ich zwei Tage spontan verplanen und nach einem letzten Besuch bei einer Freundin erst am Sonntag wiederkommen. Wie sollte ich es da anstellen, eine Exmatrikulationsbescheinigung zu beschaffen und diese auch noch fristgerecht abzugeben? Natürlich hätte ich Vollmachten ausstellen, Unterlagen per Post nach Hause schicken und meine Eltern instruieren können. Aber neben der Tatsache, dass ich ihnen nicht so viel Stress aufbrummen wollte, nagte auch sehr stark die Frage an mir, was wäre, wenn sie einen Fehler machten und ich am Ende nicht in Bonn studieren könnte? Dafür war mir die Entscheidung definitiv zu wichtig!

Es ging nicht anders, ich musste meinen Urlaub unterbrechen. Nach einer wunderschönen Woche mit vielen tollen Erlebnissen bei drei Freundinnen und meinem besten Freund saß ich also schon am Donnerstagmorgen wieder in der Bahn Richtung Heimat. Kaum zu Hause angekommen, musste ich nur schnell ausgeliehene Bücher einpacken und zur Uni fahren. Ich gab die Bücher in der Bibliothek zurück und stand eine halbe Stunde vor Schluss im Studierenden Service Center, um meine Exmatrikulationsbescheinigung abzuholen. So stand ich dann doch noch am Freitag pünktlich in Bonn auf der Matte, diesmal mit allen notwendigen Unterlagen. Einschreibung: erledigt!

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  30.09.2015
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
30.09.2015

Studentenleben live

Neues Heim für viele

Ich hatte vor einem guten Monat einen eindrücklichen Traum. Ich befand mich darin in einer neuen Wohnung. Plötzlich stand an einer Dachschräge ein kleines Mädchen, das armselig gekleidet war und mich neugierig ansah. Es trappelte und dann sah ich auf einmal ein zweites Kind, das hinter dem Dachstuhl hervor lugte. Ich war ziemlich irritiert, mein „Traum-Ich“ dachte, dass mir gar nicht mitgeteilt worden war, dass hier noch eine Familie mit im Stockwerk, ja sogar in der Wohnung wohnte. Schließlich kam der Vater der beiden Kinder aus seinem Versteck hervor und schob die beiden behutsam aus meinem Blickfeld. Plötzlich ging die Tür zum Treppenhaus auf und eine alte Dame, die auch im Haus zu wohnen schien, kam herein. Sie sah ärgerlich aus und schimpfte, sie hätte ja schon lange vermutet, dass sich im Haus irgendwelche illegalen Untermieter versteckt hätten. Was sollte ich jetzt tun? Mir zitterten die Hände und ich schaute die kleine Familie an, die so armselig und ängstlich da stand.

Schließlich erwiderte ich der Frau, dass der Mann und seine Kinder zu Besuch seien und alles andere als illegale Untermieter wären. Ich stellte mich zwischen die Familie und die alte Dame und hoffte, dass diese unangenehme Frau keine weiteren Fragen stellen würde. Während ich noch über die Konsequenzen meines Eingreifens nachdachte, nämlich nun mit drei offensichtlich Schutz suchenden Ausländern zusammen zu leben, wachte ich auf. In der nächsten Stunde, in der ich wach im Bett lag, ließ mich die Frage nicht mehr los, was es bedeuten würde mit einem Asylsuchenden die Wohnung zu teilen. Wären mein Mann und ich bereit, unsere nigelnagelneue Schlafcoach einer Schutz suchenden Person zur Verfügung zu stellen?

Am Frühstückstisch sprachen wir über den Traum und die Fragen, die er in mir ausgelöst hatte. Ich stellte meinem Mann die gleichen Fragen und wir überlegten gemeinsam, wie wir sie beantworten könnten. Seitdem denke ich darüber nach, wie ich Flüchtlingen helfen könnte, während ich Kisten auspackte und Regale einräumte. Mittlerweile sind alle Kisten ausgeräumt, alle Habseligkeiten sind verstaut und die neue Wohnung komplett in Besitz genommen. Die Frage, was und wie viel ich für Hilfesuchende geben kann und geben will, geriet dabei schleichend in den Hintergrund. Nun überlege ich, ob ich anstatt eine Hiwistelle anzutreten doch lieber Freiwilligenarbeit in einer Asylbewerberunterkunft leisten soll.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  29.09.2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
29.09.2015

Studentenleben live

Treffen junger Autoren

Als ich fünfzehn Jahre alt war, entdeckte ich das Schreiben für mich. Zumindest für mein Alter und nach Einschätzung der Menschen, die mich mochten, war ich auch sehr gut darin. Ich schrieb Gedichte, die sich ganz klassisch nach einem Schema reimen. Irgendwann entdeckte ich den Bundeswettbewerb, bei dem 20 ausgewählte Jungautoren (zwischen zwölf und 21 Jahren) eine Woche lang nach Berlin fahren durften, um an Workshops teilzunehmen und ihre Werke vorzutragen. Ich dachte, wenn ich das gewinnen würde, dann wäre ich richtig gut. Nach Einsendung der Texte, die ich für meine besten hielt, wartete ich. Ich schaute immer wieder auf die Homepage des Veranstalters und wartete darauf, dass die Gewinner bekanntgegeben wurden. Als es soweit war, stellte ich traurig fest, dass ich nicht dabei war, aber dafür eine Anthologie mit den Gewinnertexten bekommen habe.

Nachdem ich die Gedichte gelesen hatte, wusste ich, warum ich nicht gewonnen hatte. Niemand schrieb einfach linksbündig. Die Autoren verwendeten viele Neologismen und Fremdwörtern und es reimte sich nichts. Wörter standen irgendwo quer über die Seite verteilt und ich hätte nur zu gern gewusst, wie man so etwas lesen sollte. Wenn jemand prosaisch schrieb, dann war der Inhalt trotzdem verwirrend. Die Jury schien wohl mehr auf das Künstlerische zu achten. Aber manches war inspirierend, und ich wollte gerne auch so schreiben können.

Ich versuchte es wieder, Jahr für Jahr. Bis heute. Einsendeschluss ist immer im Juli und dieses Mal hatte ich keine Ahnung, was ich dieses Jahr einschicken sollte. Also bastelte ich etwas, das ich dann ganz gut fand und einsendete, nur um die Anthologie zu bekommen. Und tatsächlich! Dieses Jahr bin ich eine von 20 unter 715 Bewerbern, die ausgewählt wurden und nach Berlin fahren dürfen! Es ist … krass. Ein anderes Wort habe ich dafür nicht. Ich freue mich sehr und habe ein bisschen Angst, ob ich mit den anderen Autoren, die ich dort treffe, klarkommen werde. Aber es ist eine riesige Chance und es hilft mir, an mich zu glauben.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  29.09.2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
29.09.2015