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Studentenleben live

Ein gallisches Dorf heute

Nach langem Hin und Her hat es dann doch geklappt mit meinem Praktikum in einem Freizeitzentrum in Frankreich. Jetzt bin ich also hier, in einem gefühlten Drei-Seelen-Dorf irgendwo im Nirgendwo zwischen Belfort und der Schweiz, das offensichtlich vom Rest der Welt schon längst vergessen worden ist.
Die Sonne strahlt am Himmel, mitten im Winter ist es 15 Grad warm und die Vögel zwitschern laut. Die Bäume fangen an zu blühen, bunte Häuser reihen sich neckisch aneinander, ausgestattet mit Fensterläden, die in allen Farben leuchten und mit pittoresken, liebevoll mit Figuren ausstaffierten Vorgärten. Wenn irgendwo die Welt noch in Ordnung ist, dann hier.
Zwei Frisöre, eine Apotheke, eine immer geschlossene Post, zwei Bäcker und ein Tante-Emma-Lädchen buhlen um die Gunst ihrer wenigen Kunden. Die einzige Straße, die es wert ist als solche bezeichnet zu werden, führt nach Belfort.
Am Samstagvormittag machte ich mich auf, diese „Metropole“ näher zu erkunden. Ich startete beim Tante-Emma-Laden, da ich befürchtete, dass dieser bald schließen würde und ich dringend Zahnpasta brauchte – Fehlanzeige. Überhaupt gab es in dem Lädchen von jedem Produkt nur ein einziges. Ich fühlte mich wie ein kapitalistischer Massenkonsument, kaufte einen Apfel und verließ den Laden wieder, nachdem mich die Kassiererin ob meines Akzents mitleidig belächelt hatte. Ich stapfte weiter, bis mich plötzlich ein tiefes Knurren aus meinen Gedanken riss. Entsetzt hüpfte ich auf die andere Straßenseite, vergewisserte mich, dass der Zaun hoch genug für den Riesenhund war, der mir da seine Missgunst entgegenschleuderte und lächelte dem plötzlich hinter einer Gardine hervorlugenden Gesicht entschuldigend zu. Etwas weiter spielten drei Kinder am Straßenrand. Als ich vorbeiging, unterbrachen sie ihr Spiel und schauten mir lange hinterher. Irgendwie fühlte ich mich wie eine Fremde.

Autor: Inga  |  Rubrik: orientieren  |  12.03.2014
Autor: Inga
Rubrik: orientieren
12.03.2014

Studentenleben live

Ein Dichter als Nationalheld - ein Trinklied als Nationalhymne

Jede Nation hat irgendwelche Helden, die im jeweiligen Land mehr oder weniger verehrt werden. In Slowenien heißt dieser Held France Prešeren (sprich: Franze Prescheren). Nach ihm ist der Hauptplatz in Ljubljana benannt und sicherlich noch 100 weitere Plätze, Straßen und Institutionen im gesamten Land. Das Besondere ist, dass es sich bei ihm nicht um einen wichtigen Politiker oder Militär handelt, sondern um einen Poeten, der erst nach seinem Tod erfolgreich wurde. Daher ziert den Prešeren-Platz auch kein Reiterdenkmal, sondern eine Statue des Dichters, über dem eine Muse schwebt.

Prešeren lebte im 19. Jahrhundert und schrieb vor allem Gedichte. Die meisten verfasste er in slowenischer Sprache und zeigte damit, dass es möglich war, in einer Sprache zu dichten, die unter Österreich-Ungarn nicht als Sprache anerkannt war. Leider verlief sein Leben nicht gerade glücklich und er wurde erst nach seinem Tod berühmt.

Eines seiner bekanntesten Gedichte ist „Zdravljica“, was zu Deutsch „Trinkspruch“ oder „Toast“ heißt. Die siebte Strophe ist heutzutage die Hymne Sloweniens. In den ersten Strophen geht es um Wein und Vaterlandsliebe, in der siebten jedoch heißt es dann, nach der Übersetzung von Fran Vidic:

Es leben alle Völker,

Die sehnend warten auf den Tag

Dass unter dieser Sonne

Die Welt dem alten Streit entsag!

Frei sei dann

Jedermann

Nicht Feind, nur Nachbar mehr fortan.

Ich kenne keine Nationalhymne, in der es um Frieden zwischen den Völkern geht. Meist geht

darum, dass die Feinde vernichtet werden müssen, damit das eigene Land stark bleibt und gedeiht.

Dabei werden zum Teil noch heute diese blutrünstigen Texte gesungen. Oder es geht um die Qualitäten, die das eigene Land allen anderen voraus hat.

In der deutschen geht es wenigstens um Einigkeit und Recht und Freiheit in Deutschland, aber von Weltfrieden ist da auch nicht die Rede, obwohl beide Gedichte aus der gleichen Zeit stammen.

Was man auch immer vom Nationalstaat als Idee und den damit verbundenen Symbolen (Wappen, Hymne, Flagge) halten mag, ich finde es doch sympathisch, in einem Staat zu leben, der sich in seiner Hymne Weltfrieden wünscht. Und der außerdem ein Trinklied zur Nationalhymne erhebt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  11.03.2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
11.03.2014

Studentenleben

Das Auswahlgespräch der Friedrich-Naumann Stiftung

In den nun folgenden Gesprächen, die zwischen 30 und 50 Minuten dauern würden, ging es im Wesentlichen um drei Dinge: die Begabung der Bewerber, ihre liberale Einstellung und ihr gesellschaftliches Engagement.

Da saßen nun vier Leute vor Martin, drei Männer und eine Frau. Sie begrüßten ihn nacheinander. Er durfte sich setzen, hatte einen Plastikbecher mit Wasser vor sich stehen. Dann stellten sie sich ihm vor – drei Leute aus der Wirtschaft, einer etwa bei dem Beratungsunternehmen McKinsey, und ein Physikprofessor.

Zunächst fragten sie ihn etwas skeptisch, was das denn überhaupt sei – Kulturwissenschaften? Martin erklärte: Das sei eine Mischung aus Geschichte, Philosophie und Soziologie. In der Geschichte gehe es weniger um die Geschichte von Kaisern und Königen, sondern darum, wie die Menschen so gelebten haben. Es geht also mehr um gesellschaftliche Phänomene als die Handlungen Einzelner. Die Gesprächspartner waren wenig beeindruckt. Anschließend fragten sie ihn, welche Zeitung er empfehlen könne? Er gab zurück: Eigentlich nicht eine allein, sondern lieber viele verschiedene. -Also auch die Bild? Ja, selbst in die sollte man ab und an reinschauen, meinte Martin, um zu wissen, was so viele andere lesen. Martin hatte das Gefühl, kaum verstanden zu werden und ging nicht besonders siegessicher nach Hause. Da hat er sich wohl bei der falschen Stiftung beworben.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  11.03.2014
Autor:
Rubrik: studium
11.03.2014