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Bachelor live

Bye-bye, Marburg!

Der Umzugstransporter ist vollgepackt mit Kartons und Möbelstücken. Da sind Kisten mit Klamotten, Büchern und anderen Dingen, die sich im Laufe der Jahre in meinem WG-Zimmer angesammelt haben. Meine Zimmerpflanze findet auf dem Beifahrersitz Platz.
Auf der Fahrt Richtung Frankfurt lasse ich meine Zeit in Marburg Revue passieren.
Es ist zweieinhalb Jahre her, dass ich das WG-Zimmer in Marburg bezogen habe. Es war das erste Mal, dass ich von zu Hause ausgezogen bin, mein erstes eigenes Reich sozusagen. Besonders wird mir meine Mitbewohnerin fehlen, die mir im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen ist. Und unser schöner WG-Balkon, der im Sommer mein Lieblingsplatz war.
Während meiner Zeit in Marburg musste ich viel lernen, für mein Studium, aber auch über mich selbst. Ich habe gelernt, selbstständiger zu werden, mit mehr oder weniger umgänglichen Mitbewohnern klarzukommen, mich in einer anfangs fremden Stadt zu orientieren und mich im Hochschuldschungel zurechtzufinden. Insgesamt war diese Zeit sehr wichtig, aber auch sehr schön für mich. In der Stadt habe ich mich wohl gefühlt, ich mag die Oberstadt mit ihren verwinkelten Gassen und Restaurants, in denen die Preise noch erschwinglich sind. Außerdem werde ich mein Lieblingscafé am Lahnufer und die weiten Lahnwiesen im Sommer vermissen.
Doch Marburg ist nicht besonders groß, irgendwann gibt es kaum mehr etwas Neues zu entdecken. Vor allem in den Semesterferien, in denen die Stadt oft wie ausgestorben wirkt, kann es auch mal etwas langweilig werden. Da ein Großteil der Einwohner aus Studierenden besteht, spielt sich das Leben in einer Art Blase ab, in der neben Studierenden nicht viele Menschen Platz finden.
Genau aus diesem Grund bin ich bereit, eine neue, größere Stadt zu entdecken und neue Menschen kennenzulernen. Ich freue mich sehr auf das kontrastreiche Frankfurt, wo nun das nächste Kapitel beginnen kann.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  May 17, 2019
Autor: Franziska
Rubrik: studium
May 17, 2019

Bachelor live

Studenten-Rad

Seit diesem Semester fahre ich mit dem Fahrrad zur Hochschule. Mit meinem normalen Studierendenausweis kann ich die öffentlichen Verkehrsmittel nur zwischen 18 Uhr und 6 Uhr und am Wochenende nutzen. Vorher hatte ich mir immer das zusätzliche Semester-Ticket der Münchner Verkehrsgesellschaft gekauft, welches zu einer 24/7-Nutzung berechtigt, aber fast 200 Euro kostet. Die kann ich mir also jetzt sparen. Das ist in etwa ein Euro pro Tag, den ich nicht ausgebe!
Mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren, hat aber weitere positive Effekte: Ich sehe München mit anderen Augen. Viereinhalb Kilometer sind es zu meiner Hochschule von Tür zu Tür. Bevor ich die Strecke mit dem Fahrrad gefahren bin, kannte ich zwar jede U-Bahn-Station, wusste aber nicht, wie es über der Erde aussah.
München ist tatsächlich auch eine sehr fahrradfreundliche Stadt. Wenn man mal von den vielen Baustellen im Zentrum absieht, gibt es sehr viele Fahrradstraßen und gut ausgebaute Fahrradwege. Insgesamt bin ich sogar circa fünf Minuten schneller als mit der U-Bahn und der Umweltfaktor spricht auch für sich. Noch komme ich immer ein bisschen ausgepowert im Seminarraum an. Aber die beiden kurzen Fitness-Einheiten auf dem Hin- und Rückweg werden sich auf Dauer bestimmt noch bemerkbar machen. So war es auch bei meinem Umzug vom ersten in den dritten Stock: Anfangs machten mir die Treppen noch zu schaffen, mittlerweile machen mir die 62 Stufen kaum noch etwas aus.
Auch wettertechnisch hatte ich bisher Glück; ich konnte meist bei strahlender Sonne losradeln. Nur gestern regnete es wie aus Kübeln. Auf die U-Bahn bin ich aber trotzdem nicht umgestiegen. Ich glaube im Foyer meiner Hochschule habe ich eine kleine Wasserstraße hinterlassen…
Bisher bin ich also sehr froh, über meinen Entschluss, aufs Studenten-Rad umgestiegen zu sein und freue mich auf die nächsten fahrradfreundlichen Wettervorhersagen und natürlich den Sommer!

 

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  May 17, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
May 17, 2019

Bachelor live

Identitätsfragen

Als Seminarassistentin begleite ich mehrmals jährlich Seminare im Rahmen von Freiwilligendiensten im Bereich Kultur und Bildung. Mitte März stand wieder ein solches Seminar an, diesmal drehte es sich inhaltlich um das Thema Identität. Während der sechs Seminartage konnten und sollten sich die Freiwilligen also Gedanken um ihr individuelles Sein und ihre eigene Persönlichkeit machen.
In der Jugendherberge, in der wir das Seminar durchführten, haben wir sogenannte Identitätsstationen und -räume eingerichtet. An jeder Station und in jedem Raum wurden den Teilnehmern unterschiedliche Fragen und Aufgaben gestellt, die ihnen die Möglichkeit geben sollten, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen. Wieso bin ich, wer ich bin? Welche Eigenschaften machen mich aus? Wie bin ich in der Vergangenheit gewesen? Und wie möchte ich vielleicht in Zukunft sein?
In einem der Räume konnten die Freiwilligen einen Brief an ihr Zukunfts-Ich schreiben, den wir ihnen in einem Jahr zusenden werden. Interessant fand ich auch die Wertehierarchie, bei denen jeweils zwei Werte einander gegenüber gestellt wurden. Man musste sich immer entschieden, was einem wichtiger ist: Erfolg oder Glück? Freiheit oder Geld? Familie oder Freunde?
Besonders gut hat mir der Zeitstrahl gefallen, den die Freiwilligen mit wichtigen Ereignissen aus ihrem Leben gefühlt haben. Zu den meist genannten Lebensereignissen zählten beispielsweise der erste Umzug, das erste Taschengeld oder der erste Kuss.
Um das Thema Identität nicht nur theoretisch anzugehen, gab es an einigen Tagen Workshop-Angebote, sodass sich die Freiwilligen in Kunst-, Fotografie-, Tanz- oder Theaterworkshops auch kreativ ausleben konnten.
Auch für mich war diese Seminarwoche wieder eine intensive und sehr schöne Zeit. Obwohl die vielen organisatorischen Aufgaben, die ich als Seminarassistentin übernehme, anstrengend und stressig sein können, mache ich diesen Job sehr gerne und habe die Seminarzeit genossen!

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  May 10, 2019