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Bachelor live

Im Rollstuhl durch Berlin

Im März darf ich mit dem Tagesspiegel im Rahmen des Projekts „Paralympics Zeitung“ zu den Paralympischen Spiele nach Pyeongchang in Südkorea fliegen, um von dort aus zu berichten. Damit wir als Redaktionsteam zusammenwachsen und das Projekt kennenlernen, durften wir bereits eine Woche in der Berliner Redaktion des Tagesspiegels verbringen: Workshops zu Inklusion, ein Ausflug ins Druckhaus und Abende mit Pizza und Recherche standen auf dem Programm.
Außerdem nicht zu vergessen: eine Tour im Rollstuhl durch Berlin. Ein dort ansässiger Hersteller von Prothesen und Rollstühlen bietet diese Touren in Kooperation mit einem gemeinnützigen Verein an. Menschen, die sich in die Lage von Menschen mit Behinderungen versetzen möchten, können neben dem Rollstuhl auch einen Blindenstock samt Augenbinde ausprobieren.
Als ich versuchte, im Rollstuhl über einen Berliner Platz zu fahren, merkte ich, wie schwierig das ist: Das Lenken selbst wirkte zuerst recht intuitiv, aber Unebenheiten waren schwer zu bewältigen. Die erfahrenen Rollstuhlfahrer, die uns dabei begleiteten, meisterten all diese Hürden ohne Anstrengung und sagten, dass dieser Platz noch zu den Gegenden in Berlin gehör, in denen es vergleichsweise einfach sei, sich mit dem Rollstuhl fortzubewegen. Für uns Anfänger war es trotzdem schwer.
Auch spürt man, dass Cafés, Restaurants und Imbissbuden häufig nicht darauf ausgelegt sind: Im Rollstuhl konnte ich kaum über den Tisch eines Getränkestandes blicken, im Café waren die Gänge zu eng, um zu einen Tisch zu gelangen, und am Imbissstand hing die Speisekarte so hoch, dass mir der Tresen den Blick darauf versperrte.
Herausgefunden habe ich dabei vor allem, dass Inklusion nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig ist: Die Tür des Einkaufszentrums, die sich auf Knopfdruck öffnen lässt, wurde immer wieder auch von Müttern mit Kinderwagen genutzt. Auch sie brauchen beispielsweise breitere Wege in Cafés. Mir ist dabei gewusst geworden: Inklusion ist für alle da.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  16.01.2018

Bachelor live

Das alte und das neue Jahr

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich Listen mit guten Neujahrsvorsätzen schreiben. Wenn ich wirklich etwas ändern möchte, brauche ich keinen Jahreswechsel, um damit anzufangen. Stattdessen möchte ich lieber einen Rückblick auf das vergangene Jahr werfen und einen kleinen Ausblick auf das neue Jahr geben.
2017 habe ich meine allerersten Klausuren an der Uni geschrieben, weswegen ich vor genau einem Jahr ziemlich aufgeregt war. Obwohl ich erst im dritten Semester bin, fühle ich mich mittlerweile routiniert darin, da ich schnell gemerkt habe, dass die organisatorischen Abläufe an der Uni immer gleich verlaufen. Außerdem habe ich mich für BWL als Profilfach entschieden, was ich bislang nicht bereue und oft sogar spannender als meine sozialwissenschaftlichen Seminare finde. In den Semesterferien habe ich wieder meinen Nebenjob aufgenommen und so ganz unverhofft einige neue Freunde dazugewonnen. Zeitgleich ist im Laufe des Jahres der Kontakt zu einigen alten Freunden leider eingeschlafen, da die größere Entfernung dann doch schwieriger zu überwinden war, als gedacht. Ich bin im vergangenen Jahr sowohl ans Meer gereist, als auch in verschiedene europäische Großstädte, habe wieder mehr Bücher gelesen, angefangen Gitarre zu spielen und unzählige Poetry-Slams und andere Kulturveranstaltungen besucht. Insgesamt war 2017 also kein außergewöhnliches Jahr, aber ich denke trotzdem ein wichtiges für mich.
Und was kommt 2018 auf mich zu? Ehrlich gesagt würde ich das auch gerne wissen. Ich werde im Laufe des Jahres zwei Praktika absolvieren, an einem Lehrforschungsprojekt arbeiten und mich für ein zweites Profilfach entscheiden. In unserer WG wird eine meiner Mitbewohnerinnen aus- und jemand Neues einziehen. Und ich bekomme endlich meine Weisheitszähne gezogen, obwohl ich mich seit Jahren davor gedrückt habe. Vielleicht werde ich langsam eine Idee davon bekommen, wie es nach dem Bachelorstudium für mich weiter gehen soll, denn nächstes Jahr schreibe ich tatsächlich schon meine Bachelorarbeit. Bei allem anderen muss ich mich einfach überraschen lassen. Fest steht für mich jedenfalls, dass ich keine guten Vorsätze brauche, um zu versuchen, das Beste aus dem neuen Jahr zu machen!

Bachelor live

Yoga: Zwischen Entspannen und Anstrengen

Als Kind war ich einmal in einem Yogakurs – und bei der einen Stunde ist es damals auch geblieben. Der Kurs war stark esoterisch angehaucht – es wurde über Gott und die Welt gesprochen – an Sport erinnerte mich das kein bisschen, an Gymnastik auch nicht. Über die letzten Jahre ist Yoga aber immer beliebter geworden. Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, der unsere Generation als „Selbstpflegegeneration“ bezeichnete. Ich glaube, der Text hatte in vielen Punkten recht: Wir suchen Orte, an denen wir uns entspannen und unser inneres Gleichgewicht finden können.
Zu Beginn meines Studiums war ich zu spät dran, um mich für den Unisport anmelden zu können. Im zweiten Semester wollte ich den Fehler auf keinen Fall noch einmal machen und meldete mich für das Uniballett an. In meiner Schulzeit habe ich leidenschaftlich gerne getanzt und wollte endlich mal wieder im Tanzstudio stehen. Letztendlich war ich etwas enttäuscht: Von Anfängern bis Profis war alles dabei – und in nur zwei unterschiedliche Niveaustufen aufgeteilt. Ich fühlte mich in keiner der beiden gut aufgehoben und das Training fand jede Woche am Samstagmorgen statt, was bald dazu führte, dass ich nicht mehr hinging.
Dieses Semester wollte ich etwas machen, das eher Fitnesscharakter hat. Ich habe mich für Zumba angemeldet, weil die Choreografien so einfach sind, dass man sie auch mittanzen kann, wenn man einmal gefehlt hat und man dabei außerdem ordentlich ins Schwitzen kommt. Eher zusätzlich habe ich mich dann noch für Yoga angemeldet – die erste Stunde war ganz seltsam: Die Gesänge und die Atemübungen gefielen mir nicht. Seit der zweiten Stunde habe ich aber das Gefühl, dass ich mich darauf einlassen kann. Wenn ich nun im Yogasaal sitze und mich auf den Punkt zwischen meinen Augen konzentriere, gelingt es mir, dass meine Gedanken nicht zu meinem Alltag zurückkehren. Außerdem ist Yoga keinesfalls nur entspannend: Nachdem ich Jahre lang im Fitnessstudio trainiert habe, habe ich beim Yoga zum ersten Mal das Gefühl, dass die Kraftübungen meinen ganzen Körper ansprechen. Jede Woche habe ich danach Muskelkater: am ersten Tag im Oberkörper, am zweiten im Bauch und am dritten in den Beinen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  08.01.2018