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Ausbildung live

Lebensumwerfungen

Jeder Mensch, der eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, kommt früher oder später an den Punkt, an dem er sich fragt, ob das alles Sinn ergibt.
Zweifel kommen auf. Ist das tatsächlich das, was ich im Leben erreichen will? Ist es das, wofür mein Herz schlägt? Wofür ich brenne?
Nun ist es bei mir soweit.
Für mich war von Anfang an klar, dass meine Ausbildung nur zur Überbrückung von Wartezeit dient und ich danach noch studieren möchte. Doch ich merke immer mehr, dass ich langfristig nicht zu 100 Prozent in der Pflege arbeiten möchte. Es ist ein wunderschöner Beruf, keine Frage. Aber ich merke bereits jetzt in der Ausbildung, dass es mir nicht reicht. Keiner kann mir garantieren, dass ich einen Studienplatz in Medizin kriege und so wie die aktuellen Zugangsberechtigungen an Universitäten dafür aussehen, wird es weiterhin ein schwerer Weg dorthin bleiben.
Mehr noch, ich merke durch meine ehrenamtliche Arbeit im Kinder- und Jugendbereich, dass ich so etwas auch hauptberuflich machen möchte. Aber andererseits fehlt mir dabei wieder meine Leidenschaft für Medizin. Eine Kombination aus beidem wäre schön, aber bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden. Jahr um Jahr kommen diese Gedanken hoch, mich beruflich vielleicht doch zu verändern, aber ich tu es nicht. Mein Herz brennt einfach für die Wissenschaft.
Und so finde ich mich in diesem Jahr immer wieder in Gedankenstrudeln und Irrwegen, was meinen beruflichen Werdegang angeht. Alltägliche Zweifel, ob meine Ausbildung das richtige ist, führen mich so weit, dass ich kurz davor bin, alles hinzuschmeißen. Letztendlich tue ich es doch nicht, weil ich den Krankenhausalltag gern habe.
Allerdings werde ich schauen, was sich für Möglichkeiten auftun und mich viel umschauen. Man sollte meinen, dass ich mich mit 21 Jahren inzwischen besser kenne. Doch scheinbar ist dies nicht so. Viele in meinem Ausbildungskurs, haben ihr Leben praktisch schon durchgeplant. Ich weiß nicht mal, was ich mir heute zum Abendbrot mache.
So eine Zweifelphase kann ziemlich frustrierend sein, aber es ist wichtig sich aufzurappeln und neue Motivation zu schöpfen. Ich muss zugeben, diese fehlt mir aktuell etwas. Aber ich bin sicher, sie wird kommen. Bis dahin werde ich einfach weitermachen, ohne zu viel nachzudenken.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Sep 9, 2019

Ausbildung live

Rückblick

Nur noch ein Praxisblock von sechs Wochen, dann bin ich kein Erstie mehr. Ich zähle zwar immer noch nicht zu den Großen, bin aber auch kein Küken mehr. Wenn ich jetzt was gefragt werde, wird Sicherheit und Kompetenz erwartet. Manchmal frage ich mich, ob ich das wirklich bieten kann.
Zurückblickend ist dieses Jahr unglaublich schnell vergangen. Block für Block wird der Unterricht durchgezogen. Klausur um Klausur geschrieben. Jede Herausforderung, die anfangs unüberwindbar scheint, wird am Ende doch bezwungen, nur um vor anderen Herausforderungen zu stehen.
In sechs Wochen soll ich die neuen Kursteilnehmer über unseren Campus führen, ihnen Tipps für die Ausbildung geben und ihnen beratend zur Seite stehen. Ich habe noch keinen Plan, was ich ihnen erzählen soll. Die Tipps, die ich damals bekommen habe, haben mir nicht viel gebracht. Vielleicht weil meine Vorgänger selbst noch ziemlich unsicher waren. Klar könnte ich Standardsachen sagen wie: Fang früh genug an zu lernen. Aber wirklich zu Herzen nehmen sich das die wenigsten. Ich glaube, was ich vermitteln kann, ist ungefähr folgendes:
Jeder Mensch ist und lernt anders.
Sei nicht naiv.
Sei selbstsicher, aber nicht überheblich.
Über- und unterschätze dich nicht.
Lass dir nicht alles gefallen!
Such dir Unterstützung!
Klar, kann man die drei Jahre Ausbildung auch im Alleingang absolvieren. Aber schöner ist es, Freunde zu finden. Die Ausbildung ist eine gute Möglichkeit dafür. 25 verschiedene Menschen werden für drei Jahre zusammengeworfen. Einige gehen, andere kommen neu dazu und viele bleiben. Es steht eine intensive Zeit bevor und jede Hürde lässt sich gemeinsam leichter überwinden als alleine. Ich bin echt dankbar, meine Truppe gefunden zu haben. Und das sollten die neuen auch tun.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 29, 2019
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Aug 29, 2019

Ausbildung live

Ein dankbarer Sommer

Keine Stimme. Kaputte Füße. Augen, die immer wieder zufallen. Muskelkater in allen Ecken und Enden des Körpers. Schlafmangel. Und trotzdem ein Lächeln im Gesicht.
Das alles sind Zeichen für einen genialen Sommer.
Vor Monaten habe ich angefangen, mit meinen Freunden Ferienfreizeiten zu planen. Etliche freie Tage und Wochenenden sind drauf gegangen, bis wir vor sechs Wochen alles ins Auto geladen haben und losgefahren sind.
Aufbau, Abbau, Umbau. Jeden Tag ist volles Programm, dazwischen gibt es ab und an doch ein paar Erholungspausen, um mal durchzuatmen.
Ich sehe Kinder wieder, die ich schon jahrelang betreue.
Ich lerne neue Leute kennen und schließe neue Freundschaften.
Ich muss Streitigkeiten und Diskussionen schlichten und ab und an auch mal eine Ansage machen. Alles ist dabei.
Ich finde diese Sommer so unglaublich prägend. Für die Kids und Teens, für die Mitarbeiter, für die Eltern und auch für mich. Täglich lerne ich eine Million Dinge und entwickle mich stetig weiter. Klar, es gibt immer mal Stolpersteine und Situationen, die ich im Nachhinein anders lösen würde, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Mit den Wochen sinkt so langsam meine Energierate und ich frage mich, warum ich mir das eigentlich jedes Jahr aufs Neue antue. Es gibt so viele Opfer, die ich bringe, nur um dabei zu sein. Wenig Schlaf, Parties, die ich verpasse.
Ja, ich bin müde und mein Körper will einfach nur schlafen. Ich bin kaputt ohne Ende. Aber seelisch war ich lange nicht mehr so fit und ausgeruht, wie nach diesem Sommer!
Ach könnte er nur länger gehen!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 23, 2019
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Aug 23, 2019