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100 erste Tage an der Uni

Weihnachten International - Teil 2

Eine Woche vor Weihnachten hatte sich gefühlt halb Aachen über „RudiRockt“ zum gegenseitigen Kochen verabredet. „RudiRockt“ ist eine Veranstaltung, bei der in Zweierteams für je zwei andere Teams gekocht wird. Man bereitet mit dem Kochpartner also entweder Vorspeise, Hauptgang, oder Nachspeise vor und kredenzt seinen Gang, sobald die beiden anderen Teams eintreffen. Dabei ist es dem Zufall überlassen, ob man Vegetarier, Laktoseintoleranz, oder noch seltenere Unverträglichkeiten beachten muss, weil die Leute, die man bekocht im Normalfall völlig fremd sind. Im Anschluss, oder eben vor dem Gang, den man selbst zubereitet, geht man zu einem anderen Team, dass einen der beiden anderen Gänge kocht. So gilt es an diesem Abend nicht nur die Herausforderung zu meistern eine sternereife Speise aufzutischen, sondern man lernt auch in toller Atmosphäre bei viel zu leckerem Essen wahnsinnig viele nette und interessante Leute kennen.

Nachdem mein Teampartner und ich also eine grandiose Vorspeisenrunde gemeistert hatten, waren wir für den restlichen Abend nur noch Gäste und konnten uns entspannt auf die noch ausstehenden Gänge freuen. In der kleinen Wohnung des Teams für die Hauptspeise trafen wir auf einen Maschinenbauer, eine Lehramtsstudentin und zwei Wirtschaftsingenieure. Das Besondere an dieser Gruppe von Studierenden war dabei aber nicht nur die fantastische Männer-Frauen-Quote von 1:1, sondern vielmehr ein Ägypter, der erst seit ein paar Monaten in Deutschland lebt und einen der internationalen Abschlüsse an der RWTH anstrebt. Dementsprechend spielten sich sämtliche Gespräche beim zweiten Gang auf Englisch ab.

Genau wie auf dem Weihnachtsmarkt freute ich mich auch in diesem Moment wieder unglaublich darüber, dass es einem Ägypter erlaubt ist, in Deutschland zu studieren und ganz normal an solchen sozialen Events teilzunehmen, weil eben Sprachen keinerlei Barrieren mehr darstellen.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  04.01.2016
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
04.01.2016

100 erste Tage an der Uni

Weihnachten International

Aachen ist ein wunderschönes Städtchen mit erstklassig erhaltenem Stadtkern und einem kleinen, aber durchaus beeindruckenden Dom und dem ihm in Sehenswürdigkeit fast ebenbürtigen Rathaus im Herzen der Stadt. Genau dort, wo sich für einige Wochen der Aachener Weihnachtsmarkt von Domplatz über den großen Katschhof bis hin zum Marktplatz vor dem Rathaus erstreckte. Ein wirklich schöner Anblick, den man, wie ich finde, gerade bei Dunkelheit einmal im Leben gesehen haben sollte. Mit seiner eher zurückhaltenden Beleuchtung zwischen den engen Gassen ringsum, auf dem alten Kopfsteinpflaster des Rathausplatzes hat der Aachener Weihnachtsmarkt eine ganz besondere, gemütliche Stimmung zu bieten, die man zwischen den ähnlich bekannten Straßburger oder Kölner Glühweinständen vergeblich sucht.

Einzig irritierend wirkt von Zeit zu Zeit die weibliche Lautsprecherstimme, die auf vier verschiedenen Sprachen freundlich rät, auf die eigenen Wertgegenstände zu achten. Natürlich auf Deutsch und Englisch, danach auf Französisch, warum auch nicht – und schließlich in einwandfreiem Niederländisch schallt der gleiche Hinweis nochmal über die kleinen Holzdächer. Das mag beim ersten Hören ziemlich komisch wirken, ist in Aachen aber genauso normal wie die niederländische Ansage in der Bahn oder die niederländische Polizeipräsenz auf dem weihnachtlichen Marktplatz. Denn tatsächlich ist es dort im Moment nicht ganz einfach, deutschsprachige Mitbürger zu finden. Französisch, Niederländisch, Englisch – alles kein Problem. Nur Deutsch findet man am Wochenende, sobald es dunkel wird, fast nirgends mehr. Jedes Mal, wenn ich einen fremdsprachigen Wortfetzen aufschnappe, freue ich mich, dass ich in einer Zeit und in einem Land lebe, in denen man sich über die einzelnen Kulturen hinaus problemlos versteht und gegenseitig besucht.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  31.12.2015
Autor: Katha
Rubrik: studium
31.12.2015

100 erste Tage an der Uni

Ostium atrioventriculare dextrum

Als mehr oder weniger alten Geisteswissenschaftler zog es mich am vergangenen Freitag das erste Mal in Vorlesungen der Naturwissenschaftler – die der Mediziner! Es war der letzte Unitag des Kalenderjahres 2015, ich hatte bereits am Tag zuvor die letzten Veranstaltungen hinter mich gebracht und machte mich nun auf, meine Mitbewohnerin die Medizin studiert, einmal bei ihrem Unitag zu begleiten.

Mein Tag als Medizinstudent begann mitten in der Nacht: um 6.30 Uhr klingelte der Wecker und riss mich aus dem Schlaf. Montag bis Freitag die erste Vorlesung um acht Uhr zu haben – daran will ich mich wirklich nicht gewöhnen müssen. Im altehrwürdigen Anatomiehörsaal mit den hölzernen Sitzbänken (Wer hier wohl schon alles gelernt hat?) herrscht Bahnhofsatmosphäre. Die Studierenden tauschten sich nicht gerade leise darüber aus, wohin sie in den Winterurlaub fahren würden. Der Professor vorne wäre ohne sein Headset völlig aufgeschmissen gewesen. Er erzählte etwas von Koronararterien und berichtete, dass ein Herz eigentlich so aussieht, „wie bei der Fleischtheke bei ihnen!“. Pulmonalvenen, Vena cardiaca cordis parva, Ostium atrioventriculare dextrum – bei so vielen lateinischen Begriffen ist es vielleicht wirklich sinnvoll, dass die Vorlesung schon nach 60 Minuten endet und nicht wie bei mir erst nach 90 Minuten.

Im Anschluss an die Anatomievorlesung ging es mit Biologie weiter. Der Professor vermittelte keinen Stoff, sondern hielt stattdessen eine Weihnachtsvorlesung ab. Er stand Bier trinkend mit Weihnachtsmannmütze und weihnachtsmarktähnlicher Beschallung im Hintergrund am Pult. Er erzählte außerordentlichen Stuss von ausgestorbenen Tierarten; unter anderem Wesen mit vier Nasen, oder solche, die sich nur mit der Nase fortbewegen.

Höherklassiger Humor erwartete mich bei der Weihnachtsvorlesung der Chemie, dem letzten Punkt auf meiner Agenda als Medizinstudent. Die Chemikerveranstaltung war komplett von den Studierenden organisiert und gestaltet. Gegen zwei Euro Eintritt (der Hörsaal war brechend voll!) bekam ich einiges geboten: Weihnachtsliedersingen, Glühweinausschank und einen Abklatsch diverser Märchen mit vielen, vielen Experimenten mit ordentlich Bumm und Knall und Peng und Blitz und floureszierenden Farben. Sogar Schnaps-Pralinen wurden in die Reihen geschleudert. „Aus 100 Prozent Zucker und 100 Prozent Alkohol“, de facto ein mit Alkohol getränkter Zuckerwürfel in Alufolie eingewickelt.

Willkommen bei den Naturwissenschaftlern!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  29.12.2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
29.12.2015