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Die Lehrer von morgen

Klausureneinsicht

Nach meinem Einsatz bei der Klausurenaufsicht und –korrektur folgte die Einsicht. Am Tag nach der Klausur trafen wir uns wieder im Mathezentrum. Der Dozent führte uns kurz ein – er selbst war als „Türsteher“ dafür verantwortlich, die Studierenden nach und nach einzulassen. Ich blieb die meiste Zeit über mit drei weiteren Tutoren bei den Klausuren, um diese auszugeben: Die Physiker kamen zu uns, nannten ihren Namen und wir suchten die jeweilige Klausur für sie heraus.
Während die anderen Tutoren den Studierenden oft erklären mussten, warum sie nicht mehr Punkte bekommen hatten, klappte es bei mir ganz gut. Die Bewertung von Aufgabe vier war jedoch anscheinend offensichtlich genug, sodass ich nur zweimal Leuten kurz etwas erklären musste.
Eine Klausureinsicht ist aber nicht nur gut, weil man sehen kann, was man falsch gemacht hat, sondern auch, um im Notfall noch einmal Punkte rauszuholen. Ich habe in den vergangenen anderthalb Jahren schon zweimal Punkte gefunden, die meine Klausur um eine Teilnote besser machten. Als ein sonst erfolgreicher Student aus meinem Tutorium ein bisschen bedrückt zu mir kam, um seine nicht bestandene Klausur einzusehen, gab ich ihm also den Tipp, alles gut durchzusehen, denn er sei nur einen halben Punkt von der Bestehensgrenze entfernt. Und tatsächlich: Er konnte einer Tutorin so gut erklären, was er sich bei der Lösung gedacht hatte, dass sie ein Auge zudrückte und ihm unter der Bedingung, dass er künftig seine Begründung auch aufschreiben und nicht nur denken müsse, einen halben Punkt mehr gewährte – sehr zur seiner und auch meiner Freude.
Das nächste Mal sehen wir uns bei der Nachklausur im März. Und in diesem Versuch bestehen hoffentlich auch die anderen beiden Physiker meines Tutoriums!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  28.03.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
28.03.2017

Die Lehrer von morgen

Und wieder Wohnheim

Seit etwa einer Woche wohne ich nun wieder im Studentendorf, direkt neben der PH. Das ist ein bisschen komisch, weil hier für mich alles angefangen hat. Hier kam ich 2012 im Oktober nach einer fünfstündigen Autofahrt mit Anhänger an und war furchtbar aufgeregt, weil zwei Tage später mein Studium beginnen sollte. Jetzt wohne ich zwar in einem anderen Haus der Anlage und im vierten Stock statt im ersten, aber als ich am Abend allein den mir vertrauten Weg zum nächsten Supermarkt gelaufen bin, hat sich das ein bisschen wie früher angefühlt.
Mein Umzug jedenfalls war eine großartige Entscheidung: Ich bin total glücklich mit meinem Zimmer, das zwar um sechs Quadratmeter kleiner ist als das alte, aber mir dadurch einen Anlass zum radikalen Ausmisten gegeben hat. Noch viel glücklicher bin ich mit meinen Mitbewohnern. Ich komme abends nach Hause und es sind Leute in der Küche, mit denen ich reden kann, eine Serie schauen, was auch immer. Neulich haben wir sogar spontan eine Yoga-Session in der Küche eingelegt: Tische weggeschoben, YouTube-Video an, Matten her und los. Nicht, dass ich das zwingend von einer WG erwarte, aber ich verstehe nicht, warum es in manchen möglich und normal ist und in anderen nicht im Entferntesten denkbar.
Meine beiden Mitbewohnerinnen aus der alten WG haben mich nicht einmal verabschiedet. Einen Tag vor meinem Auszug habe ich sie noch per WhatsApp gefragt, ob die eine Pfanne wirklich mir gehört oder ich mich täusche und ähnliche Sachen, und daraufhin haben mir die beiden nur sehr sachlich geantwortet – keine hat mir einen guten Umzug gewünscht. Aber das hat mir nur einmal mehr gezeigt, dass es eine gute Entscheidung war, auszuziehen.
Nächste Woche werde ich mich aus meiner neuen WG erst einmal für drei Wochen verabschieden und ein Praktikum in einem bilingualen Kindergarten in Tübingen machen. Wenn ich dann zurückkomme, wird vermutlich schon das vierte, bisher noch leere Zimmer besetzt sein. Aber solange wir drei eine gute Beziehung haben, wird auch der oder die Neue keinen Stress anfangen, denke ich. Außerdem habe ich in diesem Wohnheim bisher ausnahmslos tolle Mitbewohner gehabt. Insgesamt bin ich guter Dinge und hoffe, diese Haltung beibehalten zu können.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  21.03.2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
21.03.2017

Die Lehrer von morgen

Klausuraufsicht

Die Vorlesungszeit ist vorbei, meine Klausuren sind geschrieben – aber damit ist meine Arbeit für dieses Semester noch nicht getan. Zu meinem Job als Tutorin gehört nämlich auch, dass ich einen Tag lang mit der Klausuraufsicht der Physiker beschäftigt bin. Am Montag nach meiner letzten Klausur stand ich also ab 9 Uhr vor dem Wolfgang-Paul-Hörsaal und kontrollierte die Personal- und Studentenausweise der Klausurteilnehmer, um die Namen auf der Liste abzuhaken. Eine gute Dreiviertelstunde später waren alle Personen abgehakt. Zwei Stunden lang hatten wir nun nichts zu tun, außer herumzusitzen und auf Meldungen der Studierenden zu reagieren – wahlweise damit, sie zum Klo zu begleiten oder Fragen zur Klausur zu beantworten, solange diese nicht zu konkret waren.
Dann begann der schwere Teil der Arbeit: die Korrektur. Wir konnten uns selbst aussuchen, welche Aufgaben wir korrigieren wollten; ich habe mit einer Kommilitonin zusammen Aufgabe vier bearbeitet, in der es um das Verständnis einer bestimmten Abbildung ging. In vier Teilaufgaben wurde nach Linearität, Kern, Bild und Bijektivität der Funktion gefragt – aus meiner Sicht sehr offensichtlich, aber die Antworten brachten uns teilweise an den Rand der Verzweiflung. Neben Rechtschreibfehlern („Linearetöt“), unleserlicher Schrift und vielen Studierenden, die diese Aufgabe gar nicht erst probiert hatten, diskutierten wir mehrmals, ob man an dieser oder jener Stelle nicht doch einen halben Punkt geben könnte. Mal hatte jemand nur die Begriffe „injektiv“ und „surjektiv“ verwechselt – und damit eine zwar inhaltlich korrekte, aber zur Frage falsche Erklärung – mal jemand nur die Begründung, aber keine Antwort hinschrieben oder aber Aufgabenteil c) in der Mitte von Aufgabenteil d) gelöst.
Nach fünf langen Stunden wurden es endlich weniger Klausuren, die noch zu korrigieren waren, und mehr, bei denen ich die Punkte zusammenzählen und ein „bestanden“ oder „nicht bestanden“ vermerken konnte. Leider waren es doch ziemlich viele nicht bestandene Klausuren. Von den vier Studierenden aus meinem Tutorium, die die Klausur mitgeschrieben hatten, hatte gerade mal einer die nötige Punktzahl erreicht. Ein bisschen enttäuscht von der Leistung meiner Physiker und ein bisschen verärgert mit mir selbst als Tutorin verließ ich an dem Abend das Mathezentrum. Aber ich fand es sehr cool, die Klausurerfahrung auch einmal von der anderen Seite zu machen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  20.03.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
20.03.2017