"Ich werde Lehrerin!"
Für Rosina Schreier (17) steht fest: "Ich werde Lehrerin für die Sekundarstufe I oder II." Noch Fragen? — Eigentlich nicht, nur bei der Fächerkombination könnte sich noch etwas ändern.
Hat sich das Kind schon für einen konkreten Beruf entschieden, können Eltern trotzdem noch beratend zur Seite stehen.
Foto: KonzeptQuartier
Die 17-jährige Schülerin besucht am Kölner Humboldt-Gymnasium die 12. Klasse. Den Berufswunsch Lehrerin hatte sie schon von klein auf. Ein sicheres Bauchgefühl, das sich bis heute gehalten hat. Nur bei der Fächerkombination ist sie - bis auf Sport - noch relativ unsicher. „Eigentlich wollte ich mit dem Schwerpunkt Psychologie studieren, aber das kann man in Köln nicht", sagt Rosina Schreier. Jetzt werden die Noten und Interessen der verbleibenden zwei Jahre bis zum Abitur zeigen, welches Fach für sie das richtige ist.
Ähnlich ist es auch bei Franziska Brehm. Die 18-Jährige hat nur noch ein Jahr bis zum Abitur. Sie zieht es beruflich in die Grundschule, Jugendarbeit ist ihr Hobby. Sie hat bereits in ihrer ehemaligen Grundschule ein Praktikum absolviert und stand selbst vor der Klasse. Beide, sowohl Rosina als auch Franziska, haben ihre Entscheidung unabhängig von ihren Eltern getroffen, sagen sie. Ausschlaggebend waren vielmehr ihre eigenen Erfahrungen und der Austausch mit Freunden, die in einer ähnlichen Situation sind. So studiert Rosinas Freund bereits im ersten Semester Sport auf Lehramt. Franziska hat einen engen Kontakt zu ihrer ehemaligen Grundschullehrerin, die ihr schon im Praktikum viele Tipps mit auf den Weg gegeben hat.
Wie können Eltern helfen?
Ist die Entscheidung so eindeutig gefällt, sind die Eltern trotzdem noch gefordert. Natürlich brauchen Sie keine praktischen Entscheidungstipps mehr zu geben, aber Sie können bei der noch anstehenden Recherche behilflich sein, beispielsweise nach passenden Universitäten suchen und die angehenden Studierenden an Zugangsbedingungen und Bewerbungsfristen erinnern. Inzwischen sind sehr viele Studiengänge zugangsbeschränkt, das heißt, die angehenden Studierenden müssen sich bei der Hochschule bewerben und eventuell auch ein Auswahlverfahren bestehen. Der Abiturdurchschnitt ist - im Gegensatz zu früheren Zeiten - nämlich nicht immer das einzige Auswahlkriterium. Manche Hochschulen führen Eignungstests durch oder berücksichtigen bei der Auswahl praktische Erfahrungen wie beispielweise eine Ausbildung. Zukünftige Studierende müssen sich deshalb rechtzeitig auf der Webseite der Wunschhochschule nach den aktuellen Zulassungsbedingungen erkundigen und gegebenenfalls auch Bewerbungen an mehrere Hochschulen schicken, um die Chancen auf einen Studienplatz zu steigern.
Möglicherweise sind in Ihrem Bekanntenkreis Leute, die den Traumberuf Ihres Abiturienten ausüben und die aus ihrem reichen Erfahrungsschatz berichten können. Noch besser ist es natürlich, schon vor dem Studium praktische Erfahrungen zu sammeln, wie Franziska es mit ihrem Schulpraktikum und ihrer Jugendarbeit macht.
Zu guter Letzt muss natürlich auch die Studienfinanzierung geklärt sein. Überlegen Sie, wie viel Unterstützung Sie Ihrem Kind monatlich bezahlen können und welche weiteren Möglichkeiten es gibt. Vielleicht hat Ihr Sohn/Ihre Tochter ja Anspruch auf BAföG? Wie sieht es mit den Chancen auf ein Stipendium aus? Sprechen Sie gemeinsam darüber, wie das Studium finanziert werden kann.





