Informationswirtschaft studieren Sprecher: Regelmäßig werden wir ausgewählte Studiengänge vorstellen. Zum Anfang haben wir die FH Köln besucht. Dort wird am Institut für Informationswissenschaft der Studiengang Informationswirtschaft angeboten. Aber was macht überhaupt ein Informationswirt? Prof. Dr. rer. Pol. Frank Linde: Ein Informationswirt ist erstmal ein Informationsexperte, also ein Experte, der Informationen recherchiert, sie beschafft, der Informationen aufbereitet. Zum Beispiel, wenn sie im Internet recherchieren, können sie das machen, indem sie einfach wild irgendwelche Begriffe bei Google eintippen, dann kriegt man auch irgendwelche Ergebnisse. Wenn sie aber effizient, klare, präzise Informationen brauchen, dann sind sie als Informationswirt jemand, der diese schnell und qualitativ hochwertig beschaffen kann. Die Informationsbranche und damit eben auch die Informationswirtschaft haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Man muss dazu wissen, dass in der Informationswirtschaft drei große Strömungen zusammen fließen. Ein Informationswirt ist zu einem größeren Teil ein Betriebswirt, also jemand der lernt, ökonomisch zu denken und zu handeln. Dann spielt die Informationstechnik eine große Rolle und eben auch die Informationswissenschaft, also das Schaffen und Aufbereiten von Informationen. Alle drei Trends gewinnen in der Gesellschaft an Bedeutung. Ich spreche gerne von einer Ökonomisierung der Gesellschaft, die durch Wirtschaft und Verwaltung geht. Die Technisierung ist augenfällig. Wir haben Computer, Internet und alles wird immer wichtiger. Auch Information selber, und der Umgang mit Inhalten werden immer wichtiger. Alle drei Strömungen fließen in dem Studiengang zusammen, womit der Studiengang selber und auch die Branche, die dahinter liegt, an Bedeutung gewinnt. Sprecher: Der 26-jährige Christoph Möller studiert Informationswirtschaft an der FH Köln im siebten Semester. Christoph Möller: Ich studiere Informationswirtschaft und dieser Studiengang besteht aus sehr vielen Fachbereichen. Unter anderem Infomarketing, -ökonomie, -recht, -wissenschaft und VWL, BWL und Managementgrundlagen. Professor Linde: Für einen Informationswirt, das zeigt sich an den breiten Inhalten, ergibt sich auch ein breites Berufsfeld. Christoph Möller: Ich habe Interesse, als Informationsspezialist in der Unternehmensberatung zu arbeiten oder beispielsweise im Business Development bei der Erstellung von Konzepten in einem größeren Unternehmen. Ich bin eher ein Generalist, das heißt, dass ich mich in ganz vielen verschiedenen Sachbereichen auskennen möchte. Und dieser Studiengang vermittelt genau das. Also wenn man vorher noch keinen Schwerpunkt hat, was man studieren möchte – BWL, VWL oder IT – ist es sehr interessant, das man in der Infowirtschaft alle Grundlagen vermittelt bekommt und man sich dann selbst entscheiden kann, in welchem Bereich man später arbeiten möchte. Professor Linde: Wir haben Informationswirte, die mit Betriebswirten konkurrieren, die sind dann im Controlling, im Marketing oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben Informationswirte, die eher mit dem technischen Bereich, also Informatikern teilweise konkurrieren, also auch Programmierarbeiten machen. Wir haben aber Informationswirte, und das ist dann der Kern der Tätigkeiten, die sich tatsächlich mit der Information selber beschäftigen. Dafür wollen wir auch ausbilden, das sind sogenannte Researcher, Recherchespezialisten, die in der Unternehmensberatung eingesetzt werden oder die in Abteilungen eingesetzt werden, wo Informationen gebraucht werden. Also wenn Informationen gestaltet werden, erarbeitet werden, dann macht das der Informationswirt. Unsere Informationswirte kommen alle gut unter und haben auch keine langen Suchzeiten. Also insofern ein zukunftsträchtiger Studiengang, der auch gute Arbeitsmarktchancen vermittelt.