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Wie bewerbe ich mich um einen dualen Studienplatz?

Zwei Menschen geben sich zur Begrüßung die Hand. Das Bild ist von schräg hinten geschossen.
Wer ein duales Studium beginnen möchte, muss zuerst einen Vertrag mit einem Unternehmen schließen.
Foto: WillmyCC

Duales Studium

Wie bewerbe ich mich um einen dualen Studienplatz?

Nicht selten konkurrieren 50 bis 100 Bewerber um einen dualen Studienplatz. Gut zu wissen, wo man sich bewerben muss, wie man duale Studienplätze findet und wie das Bewerbungsprozedere abläuft.

Duale Studiengänge sind stark nachgefragt: „Wir haben mehr Anfragen als Studienplätze und die Zahl der Bewerber steigt“, sagt Sabine Hanel von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Um einen der begehrten Studienplätze zu ergattern, müssen sich Bewerber allerdings nicht bei den Hochschulen oder Berufsakademien bewerben, sondern direkt bei den Unternehmen, in denen je nach Studienart die Praxisphasen beziehungsweise die Berufsausbildung stattfinden. Unter der Rubrik „Karriere“ (kann auch anders benannt sein) listen Unternehmen ihre dualen Studienangebote und meist auch die Option einer Online-Bewerbung auf. Auch viele Hochschulen veröffentlichen auf ihren Seiten eine Liste mit Kooperationspartnern, in denen auch gleich die richtigen Ansprechpartner für die Bewerbung genannt sind. So etwa die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin: „Die Unternehmen besetzten ihre Ausbildungsplätze etwa ein Jahr vorher. Dementsprechend stellen wir die Liste ein Jahr im Voraus, in der Regel im Juli, ins Netz. Größere Unternehmen bieten meist mehrere duale Studiengänge an, sodass in einer schriftlichen Bewerbung die genaue Studiengangsbezeichnung und die Hochschule genannt werden sollten“, rät Sabine Hanel. Wichtig zu wissen: Auch Unternehmen, die nicht explizit auf den Hochschulseiten genannt sind, können als Partner in Frage kommen: „Die Hochschule prüft dann, ob das Unternehmen die Voraussetzungen erfüllt und ausreichende Studienkapazität in dem Studiengang vorhanden ist.“

Wer bei seiner Suche nach einem dualen Studienplatz bei Null anfängt, kann sich auf der Seite http://www.ausbildung-plus.de einen Überblick verschaffen. Die Datenbank beinhaltet bundesweit über 900 duale Studiengänge. Abgefragt werden können Lerninhalte, zeitlicher Ablauf, Art des Abschlusses oder auch Ansprechpartner bei Kooperationsbetrieben.

Wissen, worauf man sich einlässt

„Die Bewerber müssen deutlich machen, dass sie wissen, was ein duales Studium bedeutet“, betont Anna Edmaier, Ausbildungsleiterin bei der Otto Dunkel GmbH im oberbayerischen Mühldorf, die ein Verbundstudium – also Studium plus Berufsausbildung – anbietet. Die Bewerber sollen sich bewusst dafür entscheiden, die vorlesungsfreie Zeit im Unternehmen zu verbringen, mit dem man einen Arbeitsvertrag hat. Ob sie das aus finanziellen Gründen wollen oder weil die Übernahmeperspektiven gut sind, sei zweitrangig, so Anna Edmaier.

Wichtig ist auch die Einhaltung der Bewerbungsfristen: Unternehmen planen nämlich langfristig. Die Auswahlverfahren beginnen teilweise schon 18 Monate vor dem Studienbeginn: „Große Unternehmen, etwa Banken, führen in der Regel Assessment-Center durch“, sagt Christian Rieck von der Allgemeinen Studienberatung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim. Manchmal könnten auch Stellen noch kurzfristig besetzt werden, aber das sei die Ausnahme.

Die Bewerbungsprozedere variieren von Unternehmen zu Unternehmen. „Die Bandbreite reicht von Assessment-Center über zweistufige Auswahlgespräche bis hin zu Onlinetests“, erklärt Christian Rieck. „Im Schnitt hat ein Personaler fünf Minuten Zeit, um zu entscheiden, auf welchem Stapel eine Bewerbung landet.“ Sein Tipp: „Aus dem Anschreiben sollte klar hervorgehen, warum sich der Bewerber gerade das Unternehmen ausgesucht hat. Natürlich sind die Noten in den relevanten Schulfächern wichtig, aber man kann auch mit Individualität punkten.“ Ist der Vertrag mit dem Unternehmen erst einmal unterschrieben, ist die fristgerechte Bewerbung an der Hochschule meist nur noch eine Formalie. Je nach Hochschule übernehmen das sogar die Unternehmen. Andernfalls müssen die Studierenden ihre Unterlagen, etwa Zeugnis und Vertrag, selbst fristgerecht bei der Hochschule vorlegen.

abi>> 12.09.2011