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Wenn du dich für eine Ausbildung entscheidest - sei es eine betriebliche oder in Kombination mit einem dualen Studium - musst du zunächst den Bewerbungsprozess erfolgreich meistern. Um deine Chancen zu erhöhen, solltest du mit einem guten Eindruck punkten - von den schriftlichen Unterlagen bis hin zum Vorstellungsgespräch. Das gilt auch für die Bewerbung um Praktika, zum Teil auch um Nebenjobs.
Traumjob gefunden? Jetzt gilt es den Bewerbungsprozess zu meistern.
Foto: WillmyCC Studios
Imke Weiter hat es geschafft. Die 21-Jährige macht eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der REpower Systems AG in Hamburg, einem Hersteller von Windkraftanlagen. „Nach Ausbildungsstellen habe ich mich gezielt in den Lokalzeitungen umgesehen", erzählt sie. Etwa sechs Wochen nachdem sie ihre Bewerbungsunterlagen an die Firma abgeschickt hatte, bekam sie eine Einladung zum Einstellungstest. „Es wurden Allgemeinwissen, Englischkenntnisse und logisches Denken abgefragt. Innerhalb von zwei Stunden war der Test zu schaffen."
Keine zwei Wochen später erhielt Imke Weiter eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. „Schon während des Gesprächs hatte ich das Gefühl, dass es klappen könnte", freut sich die Auszubildende, die nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert hatte. Auch für den FSJ-Platz musste sie sich bewerben, doch sie hat die Erfahrung gemacht hat: „Eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist viel aufwändiger, denn man muss sich gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen."
Rechtzeitig bewerben
Ausbildungsbeginn ist meist der 1. August oder 1. September eines Jahres, manchmal auch der 1. Februar. Etwa ein Jahr vorher sollte man mit den Bewerbungen beginnen, bei Großunternehmen sogar schon eineinhalb Jahre vorher. Dort kann beziehungsweise muss man sich häufig online bewerben. Bei kleineren Betrieben hingegen kann es gut ankommen, wenn du deine Bewerbung persönlich abgibst und dabei einen ersten guten Eindruck hinterlässt.
Matthias Neyer vom Team akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Hamburg kennt einen häufigen Fehler, der bei der Ausbildungsplatzsuche vorkommt. „Oft ist die Begründung für den Berufswunsch nicht ausreichend." Wer zum Beispiel Bankkaufmann lernen möchte, sollte die typischen Tätigkeiten kennen. „Ein Bewerber muss begründen können, warum genau diese Aufgaben gut zu ihm passen", erklärt der Berater. Umfassende Infos über Berufe und die dafür notwendigen Interessen und Fähigkeiten findest du etwa hier im abi>> Portal, im BERUFENET oder im Berufsinformationszentrum (BiZ) deiner örtlichen Agentur für Arbeit.
Unterlagen erstellen
Deinen Ausbildungswunsch kannst du mit den Berufsberaterinnen und -beratern in den Agenturen für Arbeit besprechen und bekommst entsprechende Stellenangebote vorgeschlagen. Natürlich kannst du auch selbst nach freien Ausbildungsplätzen suchen, zum Beispiel in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (siehe Beitrag „Strategien bei der Stellensuche"). Die Berufsberatung bespricht mit dir auch gerne deine Bewerbungsunterlagen.
Ob man sich als Abiturient nun um einen „regulären" Ausbildungsplatz oder bei einem Unternehmen um einen dualen Studienplatz bewirbt, macht in Bezug auf die Bewerbungsunterlagen in der Regel keinen großen Unterschied, wie Lars Müller, Peronalreferent Recruitment der OTTO Group, erklärt: „Die Unterlagen, die wir verlangen, sind im Prinzip die gleichen. Nur bewertet werden sie anders, da auf Auszubildende in dualen Studiengängen andere Anforderungen zukommen."
Fähigkeiten zeigen
Größere Betriebe führen oft Auswahltests durch, um die besten Bewerber herauszufiltern. Abgefragt wird dabei wichtiges schulisches Grundwissen für den Beruf, aber auch Schlüsselqualifikationen. Einige Großunternehmen setzen bei der Bewerberauswahl zudem sogenannte Assessment-Center ein, bei denen neben der fachlichen Eignung auch die sozialen Kompetenzen der Bewerber unter die Lupe genommen werden.
Wirst du letztendlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, bist du bereits in der engeren Wahl. Für diesen entscheidenden Termin ist eine gute Vorbereitung wichtig: „Vor dem Vorstellungsgespräch sollte sich jeder Bewerber noch einmal mit seinen Unterlagen und dem Unternehmen auseinandersetzen", empfiehlt Berufsberater Matthias Neyer.
Praktikum und Nebenjob
Auch bei der Bewerbung um eine Praktikumsstelle sollte man große Sorgfalt walten lassen und die genannten Hinweise soweit wie möglich berücksichtigen. So erhöht man seine Chancen und kann sich gleich für „richtige" Bewerbungen fit machen. Auch Bewerbungsexperte Jürgen Hesse betont, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen einer Bewerbung um ein Praktikum und um eine reguläre Stelle gibt: „Der Unterschied ist so ähnlich wie der zwischen einer Generalprobe und einer Premiere am Theater: Es gibt keinen! Aber das Bewusstsein ist trotzdem ein anderes: Wenn in der Generalprobe noch einmal etwas schief läuft, ist es kein Drama, aber bei der Premiere muss die Rolle sitzen. Dabei sind weder die Generalprobe noch die Premiere Experimentierfelder, auf denen man sich blamieren sollte."
Für einen Praktikumsplatz kann eine Initiativbewerbung der beste Weg sein. „Es ist oft sinnvoll, zunächst im Unternehmen telefonisch anzufragen, ob Praktika möglich sind. Wenn dies positiv beantwortet wurde, sollte man seine Bewerbung abschicken", sagt Matthias Neyer. Übrigens kannst du nach Praktikumsstellen auch in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit suchen.
Weniger aufwändig ist meist die Bewerbung um einen Nebenjob während der Schule oder als Überbrückung bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn. Wenn du eine entsprechende Stellenanzeige gefunden hast, reicht es meist, persönlich vorbeizugehen und sich vorzustellen. Manchmal wird noch ein kurzer Lebenslauf erwartet.

