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Interview

"Mittel- und langfristige Kontakte"

Svenja Hofert ist Karriereberaterin und Autorin zahlreicher Bewerbungsratgeber. abi>> sprach mit ihr über die Chancen, mit Hilfe sozialer Netzwerke einen Job zu finden.

Zwei Menschen an Laptops sitzen sich gegenüber an einem Tisch.

Vor allem für Hochschulabsolventen sind Soziale Netzwerke wie Xing interessant.

Foto: Ausserhofer

abi>>: Über welche Online-Netzwerke kann man als Berufseinsteiger seriöse Jobangebote finden?

Svenja Hofert: Für Abiturienten, die einem Ausbildungsplatz suchen, gibt es bisher wenig Angebote. Für Hochschulabsolventen ist sicher Xing wichtig, gefolgt von LinkedIn, wenn es ein internationaler Job sein soll. Bei Twitter gibt es interessante Ideen und Konzepte, aber die erfolgreiche Jobsuche über dieses Netzwerk scheint noch eher die Ausnahme zu sein.

Auf dem Bild ist eine Frau mit braunen Haaren zu sehen, die in der Mitte gescheitelt sind. Sie lacht direkt in die Kamera und trägt einen weißen Blazer. Der Fotohintergrund ist gelb.

Svenja Hofert: "Es geht darum, ein Netzwerk aufzubauen."

Foto: Davide Michaels

abi>>: Können auch Netzwerke wie StudiVZ oder Facebook hilfreich sein?

Svenja Hofert: Im Gegensatz zu den Business-Netzwerken wie Xing suchen Personaler auf diesen Plattformen nicht nach Profilen, sondern möchten angesichts des häufig proklamierten Fachkräftemangels Kontakt zu Nachwuchskräften aufbauen, etwa indem sie dort ihr Unternehmen vorstellen.

abi>>: Welche Fehler werden bei der Jobsuche mit Web 2.0 häufig gemacht?

Svenja Hofert: 95 Prozent der Profile sind noch nicht wirklich gut. Das fängt an mit einem schlechten Foto und reicht bis hin zu ungenauen Einträgen. Um mit der Suchfunktion auf Xing gefunden zu werden, müssen die Einträge bei ,Ich suche‘ und ,Ich biete‘ stichwortartig und genau sein. Zu beobachten ist auch, dass einige zu fordernd und wenig einfallsreich vorgehen, wenn sie Kontakte aufbauen möchten. Es macht wenig Sinn, eine Nachricht mit der Frage ,Kann ich mich bei Ihnen bewerben?‘ zu versenden. Personalverantwortliche bekommen hunderte solcher Mails täglich, man sollte also kreativer sein. Teilweise ist die direkte Kontaktaufnahme mit Personalern über Online-Netzwerke auch gar nicht mehr möglich.

abi>>: Wie kann man seine Chancen bei der Online-Jobsuche steigern?

Svenja Hofert: Es geht darum, ein Netzwerk aufzubauen, auf das man mittel- und langfristig zurückgreifen kann. Viele haben zu sehr die kurzfristige Ebene im Blick. Nicht sinnvoll ist es, sich nur mit einem kleinen Kreis von Personen zu vernetzen, die man bereits kennt oder ausschließlich mit Studienkollegen, die sich auf der gleichen Hierarchiestufe befinden. Absolventen sollten darauf achten, dass sie beispielsweise Abteilungsleiter oder den Praktikumsbetreuer eines Unternehmens mit in ihr Netzwerk aufnehmen. Dies geschieht idealerweise, indem man sich für ein interessantes Praktikum bedankt und darum bittet, über das Netzwerk weiterhin in Kontakt zu bleiben. Wie gut jemand vernetzt ist und wie stark dessen Kontakte gewichtet werden, hat auch Einfluss darauf, welchen Rang die Person nach einer Suchanfrage in der Ergebnisliste einnimmt. Wer weit oben gelistet wird, kann schneller gefunden werden.

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