Karrieresprung durch Weiterbildung
Gordon Schenk (43) ist seit 2002 Leiter des Referats für Kaufmännische Weiterbildung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Er beschreibt die Anforderungen für den Beruf des Tourismusfachwirts.
abi>>: Welches sind die wichtigsten Tätigkeitsfelder eines Tourismusfachwirts?
Gordon Schenk: Die Fachwirte sind, wie der Name schon sagt, Touristiker. Ihre Aufgabe ist es, Entwicklungen des Tourismusmarktes zu erkennen und aus diesem Wissen neue Produkte zu erstellen. Für diese Produkte entwickeln sie wiederum Marketingstrategien. Tourismusfachwirte übernehmen selbstständige Führungsaufgaben und behalten dabei die wirtschaftlichen, rechtlichen und ökologischen Aspekte der Reisebranche im Blick. Nicht zuletzt wirken sie bei der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter mit.
abi>>: Welche Zugangsvoraussetzungen bestehen für diese Weiterbildung?
Gordon Schenk: Ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf und vor allem Berufspraxis. Bei einem tourismusrelevanten Beruf wie Reiseverkehrskaufmann sind zwei Jahre Berufspraxis nötig, bei anderen kaufmännischen Berufen drei und bei artfremden Berufen oder ohne Ausbildung sind mindestes fünf Jahre Berufspraxis notwendig.
abi>>: Wo kann man diese Qualifikation erwerben, wie viel kostet sie und gibt es Fördermöglichkeiten?
Gordon Schenk: Die Qualifikation kann man bei den IHK-Bildungszentren oder freien Bildungsträgern, wie zum Beispiel den Schulen für Tourismus in Berlin oder Frankfurt am Main, erwerben. Dabei gibt es keine zentralen Vorgaben. Für Seminare und Unterrichtsmaterial muss man mit knapp 3.000 Euro zuzüglich der Prüfungsgebühren rechnen. Fördermöglichkeiten gibt es in Form des so genannten Meister-BAföGs.
abi>>: Wie beurteilen Sie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt?
Gordon Schenk: Tourismusfachwirte sind qualifiziert, selbstständig ein Reisebüro oder die Filiale einer Hotelkette zu leiten. Dort sind sie gefragt, da viele Gästehäuser zunehmend Touristisches wie Wellness in ihr Angebot aufnehmen. Durch regelmäßige Umfragen wissen wir, dass etwa 70 Prozent unserer Teilnehmer erfolgreich ins Berufsleben gestartet sind und sich die Weiterbildung für sie gelohnt hat.





