Die Mischung macht's
Fitness treibt Ingo Oswald schon lange. Als Offizier bei der Bundeswehr war er zudem für die Organisation sportlicher Veranstaltungen zuständig. Diese Kombination gefiel ihm so gut, dass er eine Weiterbildung zum IHK-geprüften Fitnessfachwirt absolvierte. Heute ist der 35-Jährige als Spa Manager eines Hotels für den Wellnessbereich verantwortlich.
Als Fitnessfachwirt ist man sowohl für die organisatorischen als auch die praktischen Tätigkeiten zuständig.
Foto: Willmy CC
„Der Fitnessfachwirt war für mich eine interessante Alternative, weil die Weiterbildung mit ihren sportlichen, medizinischen und betriebswirtschaftlichen Inhalten genauso vielseitig ist wie der Beruf“, sagt Ingo Oswald. 15 Monate dauerte der Kurs an der BSA-Akademie im saarländischen Mandelbachtal, den er 2005 mit der IHK-Prüfung erfolgreich abschloss. Inhalte der Ausbildung waren die kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben, mit denen Fitnessfachwirte betraut sind. Außerdem das Management von Fitnessstudios, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Rechnungs- und Personalwesen. Die Planung der betrieblichen Abläufe und die Kalkulation der Preise gehörten ebenfalls zum Unterrichtsstoff.
Der Einstieg ins Berufsleben klappte anschließend recht einfach: „Da ich während meiner achtjährigen Bundeswehrzeit schon nebenbei als Fitnesstrainer gearbeitet habe, verlief der Übergang zur ersten festen Stelle fließend“, erinnert sich der gebürtige Landsberger, der gleich nach seinem Abschluss für zwei Jahre auf dem Kreuzfahrschiff AIDA als Spa & Sports Manager anheuerte. Das sei ein sehr großer Schritt gewesen, „weg von Hanteln und Kursen und hin zu Management und Spa-Leitung.“ Der Touristikbranche ist Ingo Oswald seither treu geblieben. Über Stationen bei Hotels im Schwarzwald und als Leiter der Lindner Alpentherme Leukerbad in der Schweiz kam er Anfang 2010 zum Wellnesshotel Bergkristall in Oberstaufen im Allgäu. Hier leitet er als Spa Manager den Wellness- und Fitnessbereich und ist für zehn Mitarbeiter verantwortlich.
Von der Weiterbildung zum Fitnessfachwirt profitiert er dabei noch heute. Besonders den Mix aus notwendiger Theorie und praktischem Wissen könne er zum Teil eins zu eins umsetzen.
Schreibtischtäter und Personal Trainer
Als Spa Manager sind Ingo Oswalds Aufgaben sogar noch etwas vielseitiger. „Meine Mitarbeiter sind nicht nur Fitnesstrainer, sondern auch Kosmetiker, Masseure oder Ayurveda-Fachleute“, berichtet er. Er erstellt die Dienstpläne, ist für den Einkauf, die Budgetplanung und das Controlling zuständig. „Das ist eine fundierte administrative Arbeit im Hintergrund“, erläutert der 35-Jährige.
Doch zuallererst sieht sich Ingo Oswald als Gastgeber. „Dafür muss man einfach die Soft Skills wie Kundenorientierung, Teamfähigkeit und Spaß am Umgang mit Menschen mitbringen“, meint er. Er sei kein „reiner Schreibtischtäter“, sondern müsse wie seine Kollegen Kurse geben, Geräte erklären oder die Gäste an der Rezeption des Wellnessbereichs empfangen. Und gerade diese gesunde Mischung aus Gästekontakt und nacktem Zahlenwerk macht für ihn den großen Reiz seines Berufs aus.
Neben den erwähnten Soft Skills zählt für Ingo Oswald natürlich Sportlichkeit zu den Eigenschaften, die man haben sollte. Wichtig sei zudem Interesse an Fort- und Weiterbildungen, denn: „Es gibt kaum einen Markt, der sich so schnell weiter entwickelt und verändert wie die Gesundheits-, Wellness- und Fitnessbranche.“ Und nicht zuletzt Sorgfalt und präzises Arbeiten – nicht nur im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Zahlen und Kenn-ziffern, sondern in ganz besonderem Maße bei seinen Kunden. Vorerkrankungen oder Beschwerdebilder wie etwa ein Bandscheibenvorfall müssen nämlich selbstverständlich bei der Ausarbeitung der Trainingspläne von Reha-Patienten und anderen Kunden beachtet werden.




