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Wirtschaftsmathematiker

Analytisch und kommunikativ

Diplom-Wirtschaftsmathematiker Stephan Leppertinger (29) arbeitet seit vier Jahren als Produktentwickler bei einem Lebensversicherer. Eine Aufgabe, bei der neben ausgeprägten analytischen auch kommunikative Fähigkeiten gefragt sind.

Porträt von Stephan Leppertinger

Zahlen über Zahlen: Wirtschaftsmathematiker Stephan Leppertinger rechnet für eine Versicherung.

Foto:Privat

„Bei einem Versicherer wie der Allianz gibt es sehr viele Bereiche, die für einen Wirtschaftsmathematiker interessant sind“, sagt der 29-Jährige. „Bei uns sind Mathematiker sowohl in der Tarifkalkulation, im Aktuariat (Abteilung Versicherungsmathematik) und in der Produktentwicklung als auch in Controlling, Rechnungswesen, Rückversicherung, IT und Fondsmanagement gefragt“, erläutert Vera Werner, Sprecherin für Personalthemen der Allianz Deutschland AG.

Stephan Leppertinger arbeitet im Bereich Produktentwicklung für die betriebliche Altersvorsorge: „Wir entwickeln und prüfen Produktideen und arbeiten die Konzepte bis zum fertigen Produkt aus“, sagt er. „Vorausgesetzt natürlich, dass die Idee es in die Umsetzung schafft.“ Er beschäftigt sich mit Fragen wie: „Welche Annahmen beispielsweise zur Lebenserwartung müssen dem Produkt zugrunde gelegt werden? Welche Beiträge sind erforderlich, um die Leistungen zu finanzieren? Wie beeinflussen die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen Art und Umfang der Leistung und die Kalkulation? Und können wir das Produkt auch in der IT abbilden?“

Spaß an komplizierten Fragestellungen

Spaß an der Analyse und Lösung komplizierter Fragestellungen ist da unabdingbar. Dabei hat man sich Stephan Leppertingers Arbeit aber keineswegs als ein reines „Jonglieren mit Zahlen“ am Computer vorzustellen: „Im Gefolge der Gesetzesänderung haben wir uns auch mit den Juristen im Unternehmen zusammengesetzt, um die Möglichkeiten der Kalkulation entsprechend der neuen Rahmenbedingungen abzustimmen“, bleibt er beim Beispiel.

Dazu kommt ein reger Austausch mit vielen anderen Fachbereichen im Haus, etwa mit den Verantwortlichen für das Firmengeschäft, der Steuerabteilung, dem Rechnungswesen und den Kollegen von der IT-Abteilung, welche das Produktkonzept der Entwickler informationstechnisch umsetzen. Auch Marketing und Vertrieb, die das Produktportfolio betreuen und die Außendarstellung und Vermarktung des neuen Produktes übernehmen, wenden sich bei Nachfragen an Stephan Leppertinger. „Letztendlich weiß derjenige, der das Produkt entwickelt hat, am besten darüber Bescheid“, sagt er, der als Wirtschaftsmathematiker auch betriebswirtschaftliche Hintergründe verinnerlicht hat. Häufig fungiere er auch als eine Art Übersetzer, beispielsweise zwischen der Sprache der IT-Techniker und der der Juristen.

„Handfeste“ Ergebnisse

„Es gibt, glaube ich, nicht viele Jobs für Mathematiker, bei denen am Ende so etwas Handfestes herauskommt wie ein Versicherungsprodukt“, begeistert sich Stephan Leppertinger für seinen Beruf. „Es macht einfach riesigen Spaß, zu sehen, dass man ein fertiges Produkt auf die Straße gebracht hat und es sich bei den Kunden gut verkauft.“ Außerdem reizt ihn von jeher das Interdisziplinäre seiner Tätigkeit: „Einerseits habe ich die Möglichkeit, mit den statistischen und finanzmathematischen Methoden zu arbeiten, die ich schon an der Uni gelernt habe. Andererseits bewege ich mich in einem sehr breiten Spektrum zwischen rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.“

Stephan Leppertingers Weg war früh vorgezeichnet. Mathematik war an der Schule sein Lieblingsfach, wobei ihn die anwendungsorientierten Disziplinen besonders faszinierten. „Der letzte Kick für mein Interesse auch an wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen kam während der letzten beiden Jahre vor dem Abitur, als ich die beiden Leistungsfächer Mathe und Wirtschaft kombinierte.“ Eine Vorlesung zur Lebensversicherungsmathematik an der Universität Ulm gleich nach dem Grundstudium gab dann den Ausschlag: „Ich wählte diesen Schwerpunkt, und das Thema hat mich nicht mehr losgelassen!“ Nicht zuletzt: „Die Karrierechancen für Wirtschaftsmathematiker sind bei einem Lebensversicherer sehr gut. Da kann man es auch in den Vorstand schaffen“, lacht der 29-Jährige.

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