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Perfekter Start in die Plastikwelt

Technologiemanagerin Brigitte Köhler beschäftigt sich täglich mit verschiedenen Kunststoffen und deren Anwendungsmöglichkeiten.
Kunststoffe gehören zum Alltag von Technologiemanagerin Brigitte Köhler.
Foto: Löb

Technologiemanagerin

Perfekter Start in die Plastikwelt

Schon während ihres Chemiestudiums beschäftigte sich Brigitte Köhler mit Kunststoffen. Heute ist die 30-Jährige Technologiemanagerin für die Monomer-Betriebe des PVC-Rohstoffherstellers Vinnolit.

Zwei Wahlfächer während des Chemiestudiums an der Ludwig-Maximilians-Universität in München gaben den Ausschlag dafür, dass Brigitte Köhler ihre Faszination für Kunststoffe entdeckte: Makromolekulare Chemie und Materialwissenschaften. „In praktischen Seminaren an der Universität haben wir selbst Polymere hergestellt und deren Eigenschaften untersucht“, erzählt die junge Frau. „Kunststoff ist einfach ein tolles Material, das so viele spannende Eigenschaften haben kann.“ Nach ihrem Bachelor- und Masterabschluss schloss sie direkt die Promotion an. „Danach hatte ich erst einmal genug von der Forschung und wollte unbedingt in die Industrie, um praktisch zu arbeiten“, so Brigitte Köhler.

Gesagt – getan: Sie bewarb sich 2009 bei Vinnolit im bayerischen Ismaning auf eine Traineestelle in der Produktion – ein eher ungewöhnlicher Weg, denn in der Regel steigen promovierte Chemiker in der Forschung und Entwicklung ein. „Für mich war das allerdings der perfekte Start“, resümiert Brigitte Köhler. „Ich habe zwei Jahre lang vier Betriebe unseres Unternehmens für Monomere und Vorprodukte kennengelernt und arbeite nun als Technologiemanagerin für diese.“  

Technologiemanagerin für die Monomer-Betriebe des PVC-Rohstoffherstellers Vinnolit: Brigitte Köhler.

Technologiemanagerin Brigitte Köhler.

Foto: Privat

Als Technologiemanagerin fungiert die Akademikerin als Bindeglied zwischen Technik und Management. In dieser Funktion betreut sie derzeit vier Betriebe. Zwei davon befinden sich in Gendorf nahe München, zwei in Knapsack bei Köln. Da die Betriebe ursprünglich aus unterschiedlichen Unternehmen stammen – den PVC-Aktivitäten der damaligen Hoechst AG sowie der Wacker-Chemie GmbH – ist es Brigitte Köhlers Aufgabe, den Erfahrungsaustausch voranzutreiben, die Unternehmen bezüglich Verfahrensabläufen, Qualität und anderen Faktoren zu bewerten und gegebenenfalls anzugleichen. Neben der Tagesarbeit, die aus Projektmeetings und vielen Besprechungen mit den Betriebsmitarbeitern besteht, bereitet sie viermal im Jahr Technologieforen vor, in denen größere technologische Projekte besprochen werden. „Da geht es zum Beispiel darum, die unterschiedlichen Betriebsweisen unserer Spaltöfen zur Herstellung des Vinychlorides zu vergleichen und anzupassen“, erklärt die 30-Jährige. Ihr Wissen aus dem Chemiestudium ist für ihre Arbeit nach wie vor sehr wichtig. Im Labor arbeitet sie selbst zwar nicht mehr, aber bei Bedarf lässt sie Sonderproben vom Labor analysieren, um die Ergebnisse eines Betriebsversuchs zu interpretieren.

Dafür ist fachliches Know-how unverzichtbar. Zum Beispiel über die Zwischenprodukte, die bei Vinnolit hergestellt werden: Chlor und Vinylchlorid – die Vorstufe zum Kunststoff. Das Endprodukt ist PVC, ein vielseitiger Kunststoff für die unterschiedlichsten Anwendungen, vom Bausektor über die Automobilindustrie bis hin zur Medizintechnik. „Während des Traineeprogramms habe ich auch die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten von PVC kennengelernt“, erinnert sich die Chemikerin.

Meetings statt Laborarbeit

Darüber hinaus musste sich Brigitte Köhler auch in Verfahrenstechnik einarbeiten. In den vergangenen Monaten hat sich die Chemikerin zum Beispiel ausgiebig mit Pumpen beschäftigt. „Ich bin zum Glück technisch sehr interessiert, und wenn ich Fragen habe, kann ich mich an die Verfahrensingenieure der jeweiligen Betriebe wenden. Aber es ist wichtig, dass ich die Produktionsanlagen auch selbst gut verstehe.“ Interesse für Technik und Offenheit für Neues sind ihrer Meinung nach die Grundvoraussetzungen, um in der Kunststoffbranche Fuß zu fassen. Denn eines ist klar: Die vielfältigen Möglichkeiten für den Einsatz von Kunststoffen sind noch lange nicht ausgeschöpft – und für Brigitte Köhler bleibt die Branche spannend.

abi>> 10.05.2012