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UNESCO-Referentin

Vermittlerin zwischen den Kulturen

Dem weiten Feld der Kultur gilt ihre Leidenschaft, doch erst, wenn es international wird, wird es für Anna Steinkamp (29) richtig spannend. Als Referentin der Deutschen UNESCO-Kommission im Fachbereich Kultur, Memory of the World, hat die Absolventin des Masterstudiengangs "Euroculture" den passenden Job gefunden.

Anna Steinkamp sitzt mit drei schwarzen an einem Tisch und unterhält sich.

Anna Steinkamp (rechts) hat Kulturwissenschaften studiert und ist jetzt Referentin der Unesco im Bereich Kultur.

Foto: Privat

Wenn sie nicht gerade zu einer Konferenz in Berlin, Paris, Hamburg oder Montreal unterwegs ist, stellt Anna Steinkamp in ihrem Bonner Büro Informationsmaterialien für zwischenstaatliche Sitzungen zusammen, koordiniert Künstleraustauschprogramme oder organisiert Workshops mit Teilnehmern aus aller Welt – von deren Anreise bis hin zum Catering. „Im vergangenen Jahr habe ich beispielsweise ein Pariser Weltforum für  Nachwuchsexperten auf die Beine gestellt, das die UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen als Thema hatte“, sagt die 29-Jährige. Es fand im Rahmen eines internationalen Nachwuchsförderprogramms ‚U40 – Kulturelle Vielfalt 2030‘ statt, das sie seit 2008 gestaltet und koordiniert

 Für die noch relativ junge UNESCO- Konvention – sie ist 2007 in Kraft getreten – werden derzeit Umsetzungsrichtlinien erarbeitet: „Zu unseren Aufgaben gehört es, für die Sitzungen der internationalen Gremien die deutschen Positionen zu konkretisieren und an die zuständigen Stellen von Bund und Ländern weiterzuleiten. Über das Auswärtige Amt fließen diese dann in die Sitzungen ein.“

Als Fachexpertin nimmt sie aber auch selbst an den Konferenzen teil, die häufig in der UNESCO-Zentrale in Paris stattfinden, und verfasst Protokolle und Berichte. „Ich bin vor allem im Frühjahr und Herbst viel auf Reisen, in den Sommermonaten oder zu Jahresbeginn widme ich mich vorwiegend Schreibtischaufgaben und pflege von Bonn aus unsere Kontakte zu Partnern und Netzwerken im In- und Ausland.“  

Große Bandbreite

Wie das Goethe-Institut oder der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) ist die Deutsche UNESCO-Kommission eine Organisation der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt gefördert. Die Aufgabe der Nationalkommissionen ist es, die Programme der UNESCO umzusetzen, zu kommunizieren und zu evaluieren – beispielsweise in Sachen Kultur: „Wir sind Wissensdienstleister, ob es nun um Kulturerbe-Fragen oder Themen der kulturellen Bildung geht.“

Schon die Bandbreite der Themen und Akteure lässt keine Langeweile aufkommen: „Mich hat immer schon das Interkulturelle besonders interessiert, und es macht mir Spaß, meine Kenntnisse in Englisch, Französisch und Spanisch fast täglich einsetzen zu können.“ Neben Fremdsprachen sei im internationalen politischen Umfeld diplomatisches Geschick, zudem ein gewisses  Organisationstalent erforderlich: „Meine Fähigkeiten im Projektmanagement konnte ich hier professionalisieren.“  Und natürlich zählt interkulturelle Kompetenz: „Man muss offen dafür sein, dass manches woanders eben anders ist und gemacht wird, als man das gewohnt ist.“

Frühzeitig geprägt

Mit ihrem Job bei der Deutschen UNESCO-Kommission  hat Anna Steinkamp erreicht, wovon sie schon früh geträumt hat: „Ich war in Osnabrück an einer UNESCO-Projektschule mit hohem Migrationsanteil und internationalen Kontakten.“ Die Zeit an dieser allgemeinbildenden Schule der UNESCO, an der sie das Abitur gemacht hat, hat sie geprägt. Nach Auslandsaufenthalten in Frankreich und Italien, einem international ausgerichteten Bachelorstudium der Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder sowie zwei prägenden Praktika am Goethe-Institut Mexiko und beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in Berlin entschied sie sich für den Masterstudiengang „Euroculture“ an der Georg-August-Universität Göttingen. „Als Variante der Europastudiengänge bereitete das zwar auf die Arbeit speziell in EU-Strukturen und -Institutionen vor, doch die Strukturen und Prozesse in zwischenstaatlichen Organisationen sind generell durchaus vergleichbar“, meint sie.

Ihre Bewerbung bei der Deutschen UNESCO-Kommission jedenfalls war sofort erfolgreich, und auch um ihre berufliche Zukunft muss der jungen Frau nicht bang sein: „Ich würde später gerne stärker in die konkrete internationale Kulturprojektarbeit mit Jugendlichen, Senioren oder Behinderten gehen und habe das Gefühl, dass sich da über mein heutiges Netzwerk etwas ergeben könnte.“ 

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