Beraten, informieren, Netzwerke pflegen
Der Regionalwissenschaftler Alexander Schmidbauer (31) ist Länderanalyst für die Dominikanische Republik, Mexiko und Zentralamerika im Lateinamerika Verein in Hamburg. Das branchenübergreifende Unternehmensnetzwerk will Wirtschaftsakteure aus Deutschland und Lateinamerika zusammenbringen.
Mexiko: Mit diesem Land kennt sich Alexander Schmidbauer besonders gut aus. Nicht zuletzt, weil seine Mutter Mexikanerin ist.
Foto: David Fiedler/WillmyCC
Die aktuellen Entwicklungen in den Ländern der Region zu beobachten und für hiesige Unternehmen nützliche Informationen zu recherchieren, das gehört zu den täglichen Aufgaben des 31-jährigen Regionalexperten. Alexander Schmidbauer ist seit September 2008 für den Verband tätig. Anfragen beantworten, Kontakte pflegen und Netzwerke knüpfen – der Arbeitsalltag des gebürtigen Starnbergers zeichnet sich durch große Vielseitigkeit und Abwechslung aus. So werden Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung mit einer regelmäßig erscheinenden Veröffentlichung versorgt, die zeitnah über die aktuellen Entwicklungen in den Ländern der Karibik sowie Lateinamerikas informiert. Zur Recherche nutzt Alexander Schmidbauer beispielsweise Zeitungen, die in den Regionen erscheinen, oder Newsletter, die international ausgerichtete Wirtschaftsinstitute erarbeiten.
Aktuell hat der Lateinamerika-Experte Informationen zur Sicherheitslage in Mexiko zusammengetragen. „Angesichts der Drogen- und Bandenkriminalität dort ist es wichtig, neutral zu informieren, damit wirtschaftliche Aktivitäten nicht negativ beeinflusst werden“, erklärt er. Ein wichtiger Aspekt in seiner Arbeit ist die Netzwerk- und Kontaktpflege zu den lateinamerikanischen Botschaften in Deutschland sowie den deutschen Botschaften in der Region. „Auch von ihnen erhalte ich wichtige Informationen, was die Situation vor Ort betrifft. Zudem fungieren die Botschaften häufig als Türöffner: Sie können Kontakte zu Behörden, Unternehmen und Organisationen in den jeweiligen Ländern herstellen“, sagt er.
Wirtschaftliche Kontakte anregen
Auch die persönliche Beratung von mittelständischen Unternehmen gehört zum Berufsalltag von Alexander Schmidbauer. Wenn Firmen, die bisher noch nicht in Ländern wie Mexiko oder der Dominikanischen Republik vertreten sind, Fragen haben, steht ihnen der Regionalexperte zur Verfügung. Wie sieht der Markt für ein bestimmtes Produkt in der Region aus? Wie steht es mit der politischen Stabilität? Gibt es Rechtssicherheit? Wie lange dauert es, um ein Geschäft in dem fremden Land aufzubauen? Das sind typische Fragen, die der Länderanalyst kompetent beantworten kann. Ein wesentlicher Teil seiner Arbeit besteht in der Organisation von Delegationsreisen und Veranstaltungen. Außerdem kooperiert er mit Entwicklungsorganisationen wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). „In der Entwicklungszusammenarbeit sind auch private Unternehmen gefragt, die in innovative Projekte in den Ländern des Südens investieren, beispielsweise im Bereich Erneuerbarer Energien.“ Alexander Schmidbauer trägt mit seiner Arbeit dazu bei, dass deutsche Unternehmen für solche und ähnliche Projekte gewonnen werden. Ein oder zweimal pro Woche nimmt er Außentermine wahr, durchschnittlich einmal pro Jahr reist er aus beruflichen Gründen nach Lateinamerika.
Sein Studium hat der Experte an der Universität Passau absolviert, wo er Kulturwirtschaft / International Cultural and Business Studies mit dem Schwerpunkt auf den iberoromanischen Kulturraum studiert hat. „Da meine Mutter Mexikanerin ist, hat mich dieser Kulturraum besonders interessiert. Es hat mich gereizt, die interkulturelle Prägung, die ich erfahren habe, auch beruflich umzusetzen.“ Seine Kenntnisse der mexikanischen Gesellschaft hat er in einem 2008 veröffentlichtem Buch zu Papier gebracht, das eine Analyse über den Demokratisierungsprozess in dem zentralamerikanischen Land liefert. Die Arbeit für den Lateinamerika Verein, der neben fundiertem Wissen über die Länder Lateinamerikas vor allem viel Kommunikationsbereitschaft erfordert, macht Alexander Schmidbauer viel Spaß. „Wenn man viel mit Lateinamerikanern zusammenarbeitet, hat man einen lebhaften und sehr angenehmen Umgang“, fasst er zusammen.




