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Sportökonomin

Sportliches Marktpotenzial aufdecken

Die Sportökonomin Anne Seyfert bringt Fitnesscenter und Physiotherapiepraxen auf Trab: Die 26-Jährige arbeitet bei der Flowcon Unternehmensberatung, die auf Unternehmen im Bereich medizinische Fitness, Physiotherapie und Rehabilitation spezialisiert ist.

Anne Seyfert sitzt an ihrem Schreibtisch am PC.

Zu Anne Seyferts Aufgaben zählen Konkurrenzanalysen, Projektleitung und Begleitung von Klienten.

Foto: Privat

Zum Berateralltag von Anne Seyfert gehören Projektleitung und -steuerung von Markt- und Konkurrenzanalysen oder die Begleitung von Klienten bei der Planung eines Rehazentrums: „In Sportvereinen arbeiten in der Regel ehrenamtliche Mitarbeiter. Beabsichtigt ein Sportverein in Richtung Fitness zu gehen, brauchen die Vereine professionelle Unterstützung wie unsere Beratung sie anbietet. Wir schauen uns zum Beispiel die Mitbewerber vor Ort an, analysieren die Konkurrenzsituation und überlegen uns, mit welchen Angeboten ein Fitnesscenter punkten könnte“, umreißt sie ihr Aufgabengebiet.

Sind die Vereine von dem Konzept überzeugt, begleitet sie auch die Umsetzung, angefangen von den Besprechungen mit dem Architekturbüro bis hin zur Unterstützung bei der Eröffnung des fertigen Sporttempels. Auch kommerzielle Fitnessstudios oder Physiotherapiepraxen zählen zu ihren Klienten: „Ich schaue, wo sich Prozesse optimieren lassen. Läuft zum Beispiel die Neuwerbung von Mitgliedern nur schleppend, schule ich die Mitarbeiter in Kundenbindungsprogrammen.“

Heute ist ihr Bürotag, genauer gesagt ihr Vertriebstag: Anne Seyfert telefoniert die Interessenten durch, an die sie Angebote verschickt hat: Darunter sind Sportvereine, kommerzielle Fitnessstudios und physiotherapeutische Praxen, die sie zum Teil auf einschlägigen Messen kennengelernt hat. Diese Kundenakquise (Kundenwerbung) gehört auch zu ihrem Job.

Manchmal sitzt sie stundenlang konzentriert über ihren Excel-Tabellen oder plant das Beratungsvorgehen: „Das wollte ich aber nicht fünf Tage die Woche machen.“ Berateralltag heißt neben der Schreibtischarbeit dann auch viel kommunizieren und dieser Mix macht ihr Spaß: „Die Analysen und Konzepte, die ich ausarbeite, muss ich in Vier-Augen-Gesprächen, aber auch vor größeren Gruppen präsentieren. An der Hochschule habe ich das weniger gemocht, mittlerweile habe ich entsprechend Übung darin und es gefällt mir.“ Betriebswirtschaftliche Wissen und Arbeiten gehört dementsprechend zu ihrem Aufgabengebiet – so ist BWL natürlich auch ein Hauptbestandteil ihres Studiums.

In Aufgaben reinwachsen

„Geübt“ hat sie zum einen, als sie nach ihrem Abschluss für ein Jahr als Projektmitarbeiterin bei der Sportentwicklungsplanung für die Stadt Chemnitz mitwirkte, zum anderen während ihres Praktikums und ihres Trainee-Programms bei Flowcon. Es gibt Studierende, die seit der Immatrikulation wissen, dass sie Berater werden wollen und sich in studentischen Hochschulberatungen engagieren. Anders Anne Seyfert: „Ich bin da reingewachsen.“ Aus ihrer Stelle als Hilfswissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Chemnitz, an der sie Sportwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre studierte, ergab sich nach ihrem Abschluss die Möglichkeit, für die Stadt Chemnitz einen Sportentwicklungsplan zu erarbeiten. Das Projekt war zwar auf ein Jahr begrenzt, vermittelte ihr aber eine Idee, wie ihre berufliche Entwicklung weitergehen könnte.

Mit ihrer Ausbildung und ihrer ersten Berufserfahrung passte sie sehr gut in das Beraterprofil von Flowcon, die auf die Themen Sport und Gesundheit spezialisiert sind. Dort startete sie nach einem sechsmonatigen Praktikum ein Trainee-Programm. Flowcon selbst ist zwar ein kleines, spezialisiertes Beratungsunternehmen, arbeitet aber mit einem klassischen Beratungsunternehmen zusammen, wo sie interne Weiterbildungsseminare besuchte und von erfahrenen Beratern gecoacht wurde: „Seit dem Abschluss des Trainee-Programms leite ich eigenverantwortlich Projekte.“ Dass sie „erst“ 26 Jahre alt ist und gestandene Vorstandsmitglieder von ihren Ideen überzeugen soll, ist für sie kein Problem: „Sobald mein Gegenüber merkt, dass ich weiß, wovon ich spreche und mit Fachwissen überzeugen kann, zerstreuen sich Bedenken, so sie denn überhaupt vorhanden sind“, sagt sie selbstbewusst.

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