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Risikomanager

Optimal auf Krisen vorbereitet

Wie viel Eigenkapital braucht eine Versicherung, damit sie für den Fall einer großen Katastrophe gerüstet ist? Das zu berechnen ist die Aufgabe von Tobias Wieder (28), der als Risikomanager beim Versicherungskonzern AXA in Köln arbeitet.

Auf dem Bild sieht man einen Mann im Anzug. Er ist im Gespräch mit einer Frau mit blonden Haaren.

Tobias Wieder: "Das Mathematikstudium ist insofern eine gute Vorbereitung, weil ich gelernt habe, komplexe Sachverhalte strukturiert anzugehen."

Foto: Privat

Risiken abwägen liegt in der Natur von Versicherungsunternehmen. Ein Blechschaden, eine Krankheit, eine Naturkatastrophe oder einfach nur ein Glasbruch kann eintreten  – oder eben auch nicht. Welche Risiken sich hinter den Millionen von Policen, also Versicherungsscheinen, für ein Versicherungsunternehmen verbergen, versuchen Risikomanager mithilfe von mathematischen Modellen und statistischen Schätzungen zu beziffern. Neben der reinen versicherungstechnischen Seite spielen dabei auch Kapitalmarkt- und betriebliche Risiken, wie etwa der Ausfall einer EDV Anlage, eine Rolle. „Ziel ist es, das Versicherungsunternehmen so aufzustellen, dass es auch beim Eintritt des schlimmsten anzunehmenden Falles handlungsfähig bleibt“, umreißt der Mathematiker Tobias Wieder das große Ziel hinter seiner Tätigkeit. Der 28-Jährige arbeitet als Risikomanager im Bereich Value- & Risk Management des Versicherungskonzerns AXA.

„Ich füge das Risikokapital aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise aus Versicherungspolicen oder Kapitalanlagen, zu einer Risikokennzahl für den gesamten Konzern zusammen“, erklärt Mathematiker Wieder. Diese Kennzahl gibt Rückschlüsse darüber, wie viel Eigenkapital ein Unternehmen auf die Seite legen muss, um auf Krisen optimal vorbereitet zu sein. Insofern haben diese Kennzahlen, die auch in Richtung der Konzernmutter der AXA Gruppe nach Paris berichtet werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Steuerung des Gesamtunternehmens. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, dessen ist sich Tobias Wieder bewusst.

Mehr als Formeln

Formeln und Modelle sind das Handwerkszeug für die Berechnungen, aber Tobias Wieder braucht auch betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen, um die Abläufe verstehen zu können. In seinem Berufsalltag kommt es außerdem auf konzeptionelles Arbeiten an: „Das Mathematikstudium ist insofern eine gute Vorbereitung, weil ich gelernt habe, komplexe Sachverhalte strukturiert anzugehen“, erklärt Tobias Wieder, der an der Uni Ulm studiert hat. Genauso wichtig sind auch kommunikative Fähigkeiten. Denn die Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Abteilungen ist ebenso fester Bestandteil seines Alltags wie Begegnungen mit dem Finanzvorstand.

Kennengelernt hat Tobias Wieder die AXA auf einer Absolventenmesse: „Ich hatte bereits Praktika bei einer kleineren Versicherung absolviert und das Thema meiner Diplomarbeit auf die Versicherungswirtschaft zugeschnitten.“ Die Branche sagte ihm zu. Von den vielen Einsatzmöglichkeiten für Mathematiker in der Versicherungswirtschaft überzeugte ihn das flexibel gestaltete Finanz-Trainee-Programm der AXA: „Während meiner Traineezeit habe ich mir das Rechnungswesen und Risikomanagement als Stationen ausgesucht. Es hat sich gezeigt, dass mir letzteres am meisten Spaß macht!“

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