Der Problemlöser
Nach Ausbildung, Bachelor- und Masterabschluss startete David Fändrich (29) ein Traineeprogramm bei der HSG Zander GmbH in Neu-Isenburg. Die Aufgaben des Ingenieurs: das Facility Management, also die professionelle Rundumbetreuung von Gebäuden.
David Fändrich ist als Objektleiter für das Facility Management von ganzen Gebäuden verantwortlich.
Foto: Privat
Mal muss ein Schlüssel neu gefertigt werden, dann ist die Lüftungsanlage defekt, ein anderes Mal muss er sich um einen Wasserschaden kümmern – David Fändrich wird es niemals langweilig. „Das ist das Schöne am Beruf des Facility Managers: Man weiß morgens nie, was der Tag bringt“, sagt der 29-Jährige. „Ich bin so etwas wie ein Feuerwehrmann, der einspringt, wenn es irgendwo brennt.“ Facility Management bezeichnet die Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen und betrachtet die einzelnen Komponenten einer Immobilie als ganzheitliches, zusammenhängendes System. Facility Manager sind die Ansprechpartner für alle Belange rund um diese Objekte. Ob Mehrfamilienhaus, Bürogebäude, Flughafen, Gefängnis oder Krankenhaus – wo auch immer ein Problem am betreuten Objekt auftaucht, sorgt der Facility Manager dafür, dass es gelöst wird. Er ist immer der erste Ansprechpartner für Eigentümer und Mieter.
Objektbetreuung mit System
David Fändrich hat sich bereits während seines Studiums mit den umfangreichen Aufgaben eines Facility Managers beschäftigt: Der gelernte Maurer und Betonbauer studierte an der Fachhochschule Mainz „Technisches Gebäudemanagement“ und machte dort sowohl seinen Bachelor- als auch seinen Masterabschluss. „Es gibt in Deutschland einen großen Gebäudebestand, da braucht es immer jemanden, der die Objekte mit System betreut“, begründet David Fändrich seine Studienwahl.
Nach dem Studium arbeitete er für einige Monate als Bauleiter in einem mittelständischen Bauunternehmen in Südafrika. Im Juli 2009 startete er sein Traineeprogramm bei HSG Zander in Neu-Isenburg, dem Marktführer für ganzheitliches Facility Management in Deutschland. Seit Januar 2011 ist er Objektleiter und damit für ganze Gebäude selbst verantwortlich. Sein Team besteht aus fünf Objekthaustechnikern aus den unterschiedlichsten Gewerken – also Handwerksbereichen – die je nach Bedarf und Vorgabe des Auftraggebers in den einzelnen Gebäuden eingesetzt werden.
David Fändrichs Aufgaben können schon mal sehr umfangreich werden: Während des Traineeprogramms betreute er zusammen mit den Teammitgliedern 34 Objekte, vom Fünf-Familien-Haus bis hin zur Büroanlage mit mehreren tausend Quadratmetern Nutzfläche. „Als es vor einigen Monaten in einem Raum eines betreuten Gebäudes feuchte Wände gab, musste ich zunächst herausfinden, wo die Feuchtigkeit herkam. Dabei kam mir mein Ingenieurwissen zugute: Wie sind die Wände beschaffen? Welche Leitungen sind wo verlegt? Welche Messungen muss ich vornehmen, um dem Problem auf die Spur zu kommen?“ Als sich herausstellte, dass der Schaden größer war und mehr Büros betroffen waren als zunächst vermutet, hat David Fändrich die Nutzer vorübergehend ausquartiert, ihren Umzug organisiert, Angebote für Handwerker eingeholt und deren Einsätze koordiniert, die Reparaturen beaufsichtigt und Rechnungen kontrolliert. „Ein Facility Manager kennt sich nicht nur mit ingenieurtechnischen Fragen aus, sondern erledigt auch viele administrative Aufgaben“, betont David Fändrich. Er muss sehr flexibel sein und sich schnell auf neue Ereignisse einstellen können. Dem Ingenieur gefällt, dass er täglich sein Wissen aus Lehre und Studium einsetzen kann. „Außerdem lerne ich jeden Tag dazu. Neue Materialien, neue Bauweisen – man muss als Facility Manager immer auf dem Laufenden bleiben, um seine Objekte gut betreuen zu können.“




