service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Werkstoffwissenschaftler

Von der Kundenanfrage bis zur Serienproduktion

Fachwissen, Stressresistenz und Organisationstalent sind die wichtigsten Eigenschaften, die Benjamin Kaluza (26) in seinem Job braucht. Der Werkstoffingenieur arbeitet im technischen Vertrieb des Keramikherstellers Sembach in Lauf bei Nürnberg.

Benjamin Kaluza steht inmitten einer Lagerhalle, in der Bauteile aufgestapelt sind. Er trägt ein helles Hemd, Jeans und eine Brille.

"Mein Job deckt viele Bereiche ab": Als Werkstoffingenieur arbeitet Benjamin Kaluza im technischen, kaufmännischen und im Managementbereich.

Foto: Privat

Es ist die Vielfalt seines Aufgabenbereichs, die Benjamin Kaluza an seiner Arbeit so fasziniert. Der 26-Jährige ist einer von drei Vertriebsingenieuren des Herstellers Technische Keramik, Sembach GmbH & Co. KG in Lauf an der Pegnitz. Das Unternehmen fertigt keramische Bauteile, wie etwa Isolatoren oder Sicherungen, unter anderem für die Automobilindustrie, die Hausgerätetechnik und die Medizin- und Sensortechnik.

Der Job von Benjamin Kaluza bildet dabei eine Schnittstelle zwischen Firma und Kunde. „Ich bin der Projektleiter. Entsprechend laufen bei mir alle Fäden zusammen, von der Kundenanfrage bis hin zur Serienproduktion“, erläutert der Werkstoffingenieur. Meistens beginnt das Projekt mit einer Produktionsanfrage in Form eines Anrufes oder einer E-Mail vom Kunden. Dabei kann es beispielsweise um ein Gehäuse für einen Ceran-Kochfeld-Regler gehen, den der Kunde aus Technischer Keramik hergestellt haben will. Schon bei der ersten Kontaktaufnahme ist Benjamin Kaluzas Fachwissen gefordert. Er muss zunächst die Anfrage verstehen, analysieren und den Kunden entsprechend beraten.

Anschließend initiiert Benjamin Kaluza eine Analyse im Unternehmen, bei der die einzelnen Fachbereiche (unter anderem Technisches Design, Formgebung/Produktion, Forschung und Entwicklung und Qualitätssicherung) prüfen, ob sie das Gehäuse gemäß den Kundenanforderungen herstellen können. „Die Analyse werte ich aus, gebe dem Kunden grünes Licht oder bespreche mit ihm Änderungen, die von unserer Seite aus erforderlich sind“, erzählt Benjamin Kaluza. Auch Kosten, Stückzahl und Verpackungsdesign erörtert er mit dem Kunden. Nach der Auftragserteilung fertigt die Firma ein Produktionswerkzeug und Muster des Bauteils an, die Benjamin Kaluza an den Kunden schickt. Ist dieser mit den Musterteilen zufrieden, werden alle anderen Anforderungen erfüllt. Das Bauteil geht schließlich in die Serienproduktion, wenn eine vollständige Dokumentation über den Projektverlauf vorliegt.

Auch Krisenmanagement gehört dazu

Läuft alles glatt, dann ist Benjamin Kaluzas Aufgabe beendet. Tauchen bei der Produktion allerdings Probleme auf, ist der technische Berater wieder gefordert. Wenn beispielsweise Maschinen, Werkzeuge oder Personal ausfallen, die zur Herstellung des Produkts dringend benötigt werden und damit eine Terminverschiebung entsteht, muss der 26-Jährige das dem Kunden mitteilen. Auch eventuelle Reklamationen landen auf seinem Tisch – Krisenmanagement gehört also auch zu seinen Aufgaben. Aber all das sind Herausforderungen, denen Benjamin Kaluza sich gern stellt. „Mein Job deckt viele Bereiche ab“, betont er. „Sowohl den technischen, den kaufmännischen als auch den Managementbereich. Das macht meine Arbeit so spannend. Außerdem sitze ich nicht nur im Büro, sondern sehe mir auch die Produktion an oder schaue bei der Qualitätssicherung selbst durchs Mikroskop.“ Den Ingenieur begeistert auch, dass er gemeinsam mit dem Kunden innovative Bauteile entwickeln, sich kreativ einbringen und neue Impulse geben kann.

Keramik: hitzebeständiger als Metall

Benjamin Kaluza arbeitet seit Juli 2009 bei der Sembach GmbH & Co. KG. Vier Monate zuvor hatte er an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur in Werkstofftechnik gemacht. Inzwischen hat die Hochschule den Studiengang auf Bachelor (sieben Fachsemester) umgestellt. Als Schwerpunkt hatte Benjamin Kaluza Technische Keramik gewählt. „Dieser Werkstoff hat mich schon während meines Fachabiturs an der Oberschule fasziniert“, erklärt er. „Was viele nicht wissen: Ohne Technische Keramik würde kein Auto fahren. Das Material ist häufig hitze- und verschleißbeständiger als andere Werkstoffe, wie beispielsweise Metall, und es hält Temperaturen bis zu über 1.700 Grad Celsius aus. Außerdem hat es eine hohe Härte, ist korrosionsbeständig und besitzt großes elektrisches Isolationsvermögen. Durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist Keramik für so viele Industriezweige interessant und gilt als Zukunfts- und Hightech-Werkstoff.“

Doch auch Technische Keramik hat Grenzen und taugt nicht für jeden Einsatzbereich. Das erklärt Benjamin Kaluza ebenfalls seinen Kunden. „Manche Einkäufer und Konstrukteure kennen sich mit dem Werkstoff nicht genau aus und wollen unsere Keramiken bei Geräten einsetzen, die möglicherweise zu starken Temperaturunterschieden oder extrem schlagender Belastung ausgesetzt sind. In diesen Fällen muss ich dann von Keramik abraten oder mit dem Kunden andere Lösungen finden. Temperatur-Schocks und Schläge halten Technische Keramiken nur bedingt aus.“

Diese Beiträge im abi-Portal könnten dich auch interessieren:


News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Wofür gibst du dein Geld aus?

Flexible Arbeitszeitmodelle im Trend

Events

Studieren in den Niederlanden

T5 Jobmesse

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos