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Ingenieur in der Medizintechnik

Nur das Beste für den Patienten

In der Langzeitpflegeeinrichtung, in der Sebastian Möller (29) seinen Zivildienst absolvierte, waren zahlreiche medizintechnische Geräte im Einsatz. Heute entwickelt der Ingenieur bei dem Medizintechnik- und Pharmaunternehmen B. Braun Melsungen AG selber Geräte, die bei medizinischen Behandlungen zum Einsatz kommen.

Ein MRT-Gerät

Mithilfe eines Magentresonanztomographen können Gewebe und Organe im menschlichen Körper bildlich dargestellt werden.

Foto: Jörg Moritz

„Ich bin für die Software für Infusionspumpen und die Anbindung dieser Pumpen an das Krankenhausnetzwerk zuständig“, erklärt der Elektroingenieur, der bei B. Braun Melsungen AG in der Nähe von Kassel ein Duales Studium absolviert hat. Nach vier Jahren an der Universität Kassel und in seinem Ausbildungsunternehmen hatte der Hesse sowohl eine Ausbildung zum Industrieelektroniker als auch ein Ingenieur-Diplom in der Tasche. Bereits in seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit Infusionspumpen, und als nach seinem Abschluss eine Stelle in der Entwicklung frei wurde, nahm er sie gern an.

Updates und neue Anwendungsmöglichkeiten

Sebastian Möller sitzt an einem Tisch und stellt ein medizintechnisches Gerät vor.

Sebastian Möller

Foto: Privat

„Wir haben zwei Typen von Infusionspumpen im Programm“, erklärt Sebastian Möller. „Eine Spritzenpumpe zur hochgenauen Infusion und eine andere Pumpe für größere Mengen von Arzneimitteln, eine sogenannte volumetrische Pumpe.“ Dank Sebastian Möllers Software können die Medikamente, die dem Patienten per Infusion verabreicht werden, ganz genau dosiert werden. „Man kann Größe, Gewicht und Alter des Patienten eingeben, und die Software berechnet die Dosierung“, nennt der Ingenieur ein Beispiel für die Funktion der Software. Eine andere Anwendung ist die Verbindung des Geräts mit einem Server: „Über den Computer haben die Schwestern einen Überblick über alle Infusionspumpen auf der Station und erkennen zum Beispiel, wenn ein Gerät nicht richtig arbeitet oder wann Medikamente nachgefüllt werden müssen.“ Eine weitere Anwendung: Der Arzt kann aus seinem Büro die Zusammenstellung der Medikamente online an die Station schicken, sodass die Schwester die fertige Mixtur für die Infusionspumpe vorbereiten kann. „Wir entwickeln ständig neue Anwendungsmöglichkeiten oder programmieren Updates für die Software“, erklärt Sebastian Möller.

Dabei ist es besonders in der Medizintechnik wichtig, die strengen internationalen Normen und Vorschriften einzuhalten, „schließlich hängen von der Funktionstüchtigkeit unserer Geräte Menschenleben ab“, betont der Ingenieur. Sebastian Möller muss daher auch jeden Schritt seiner Softwareentwicklungen gewissenhaft dokumentieren. „Das macht fast 50 Prozent meiner Arbeitszeit aus – Angst vor viel Papier sollte man also nicht haben“, sagt er lachend. Um fit in diesem Bereich zu sein, hat er verschiedene Fortbildungen zum Thema Qualitätsmanagement und Sicherheit durchlaufen.

Neben der Detailgenauigkeit ist für Ingenieure in der Medizintechnik mathematisches Verständnis wichtig, ebenso wie Teamfähigkeit. „Wenn wir ein Risikothema diskutieren, sitzen wir stets mit fünf bis sechs Kollegen aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen, damit wir auch keinen Sicherheitsaspekt vergessen.“ Wo die Hardware versagen könnte, muss die Software den Fehler auffangen, damit der Patient nicht in Gefahr gerät.

Sebastian Möller ist auf jeden Fall froh, während des Ingenieurstudiums den Schwerpunkt Mikroprozessortechnik gewählt zu haben und damit in der Softwareentwicklung gelandet zu sein. „Die Medizin ist ein spannender Bereich und in Verbindung mit der Technik mein Traumberuf.“

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