Beruf: Technische Innovation
Seine Begeisterung für Fahrzeuge und Technik lebt Volker Wagner (30) heute als Entwicklungsingenieur aus. Nach seinem Studium der Fahrzeug- und Motorentechnik an der Universität Stuttgart hat er bei der ZF Friedrichshafen AG angefangen, wo er in der Vorentwicklung von Fahrwerken tätig ist.
Fahrzeuge und Technik haben ihn schon immer interessiert. Volker Wagner hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.
Foto: Privat
Die Abteilung Vorentwicklung ist einer von zehn Bereichen des zentralen Forschungs- und Entwicklungszentrums des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen AG, der auf Antriebs- und Fahrwerktechnik spezialisiert ist. „In der Vorentwicklung untersuchen wir neue Technologien, Systeme und Verfahren auf ihre Tauglichkeit für unser Unternehmen und unsere Kunden“, sagt der Diplom-Ingenieur Volker Wagner. Entweder greifen Automobilproduzenten aus aller Welt auf das Know-how des Konzerns zurück und beauftragen ihn mit konkreten Entwicklungen oder das Unternehmen entwickelt Lösungen in Eigeninitiative, um diese den Herstellern dann anbieten zu können. Dabei geht es natürlich in erster Linie darum auszuloten, welche Projekte überhaupt zukunftsträchtig sind. „Zu unseren Aufgaben gehört es, den Markt zu beobachten, Trends zu erkennen und diese gemeinsam mit unseren Experten aus Marketing und Marktforschung zu bewerten. Beispielsweise sind Elektroautos in aller Munde, aber wir müssen die Chancen und Risiken auch realistisch einschätzen können.“
„Fahrzeuge und Technik haben mich schon immer fasziniert“, erklärt Volker Wagner. „Und hinter der Entwicklungsarbeit muss für mich etwas stehen, das man anfassen kann.“ Nachdem das Thema Fahrwerk schon einer seiner Studienschwerpunkte gewesen war, suchte er konkret nach Stellen, wo er an kompletten Fahrwerksystemen arbeiten konnte. „Viele Möglichkeiten gab es da nicht, aber bei der ZF Friedrichshafen AG hat es glücklicherweise gleich geklappt.“
Eines der Projekte, bei denen er mitwirkt, sind ultraleichte Fahrwerksysteme. Bei diesen erfolgt die Radführung über eine Querblattfeder, die nicht aus Metall, sondern aus glasfaserverstärktem Kunststoff besteht. „Zurzeit bin ich oft in der Werkstatt, weil wir dort Prototypen solcher Fahrwerksysteme für Tests in Fahrzeuge einbauen und dazu Abstimmungen nötig sind.“ Erst nach erfolgreicher Erprobung auf dem Prüfstand und der Teststrecke sind die innovativen kraftstoffsparenden Fahrwerke dann reif für die Serienentwicklung. „Wenn es soweit ist, ist der letzte Schritt in der Vorentwicklung getan“, erläutert Volker Wagner.
Überwiegend am Rechner
Trotz seiner erst dreieinhalb Jahre im Beruf leitet er bereits einige der Projekte, an denen er beteiligt ist. Die Entwicklung beginnt in den meisten Fällen auf einem weißen Blatt Papier. Erst nach einigen Vorüberlegungen, die bewertet und aussortiert werden, kommt der Rechner zum Einsatz. „Ich berechne, simuliere und konstruiere Fahrwerksysteme und -komponenten mit CAE-Software, was für Computer Aided Engineering steht. Diese Tools umfassen alles, was man für die Entwicklung am Rechner braucht“, erläutert Volker Wagner. Bis zum fertigen Modellentwurf in 3D passiert alles virtuell, „ohne dass man ein Bauteil in der Hand hat“. Aus den Entwürfen werden dann schließlich Prototypen gefertigt.
Zu seinen entwicklerischen Aufgaben kommen organisatorische hinzu. Bei der Arbeit in interdisziplinären Teams müssen regelmäßige Besprechungen und Abstimmungen sein: „Wenn ich Projektleiter bin, muss ich die Zusammenarbeit verschiedener Unternehmensbereiche so koordinieren, dass wirklich alle an einem Strang ziehen und entsprechend motiviert sind.“ Das ist eine Herausforderung: „Wir haben weltweit acht Entwicklungsstandorte, allein in Deutschland fünf. Da kann man nicht einfach zum Kollegen ins Nachbarbüro gehen, sondern muss seine Vorstellungen beispielsweise in Telefonkonferenzen vermitteln.“ Neben Ingenieuren verschiedener Sparten befinden sich Vertriebsmitarbeiter in den Teams, die den Kontakt zum Kunden pflegen und dessen Wünsche und Bedürfnisse kennen, sowie Kollegen aus der Marktforschung. „Einzelkämpfer kommen hier nicht weit.“




