Projektbetreuung von A bis Z
Immer den Überblick behalten: Die Bauingenieurin Nicole Kleiner ist Projektleiterin bei Enercon in Aurich und zuständig für den Bau von Windenergieanlagen in Italien.
"Alle zwei bis drei Wochen fahre ich nach Italien, um mich mit unseren Kunden zu treffen und mir den Arbeitsfortschritt anzuschauen."
Foto: Privat
Schon während ihres Studiums an der Universität Dortmund war Nicole Kleiner klar, dass sie sich mit mehr als nur der Konstruktion von Gebäuden befassen wollte. Daher wählte sie als Schwerpunkt die Bauproduktion. In Projektarbeit lernte sie viel über Bauwirtschaft, Baubetrieb und -recht – alles Inhalte, die sie nun für ihre Arbeit als Projektleiterin gut gebrauchen kann. Für die erneuerbaren Energien hat sie sich entschieden, „weil es ein Markt mit Perspektiven ist, der auch in Zukunft viele spannende Aufgaben bringen wird“.
Angefangen hat sie nach dem Studium mit Enercon-Projekten in Deutschland, schnell kamen internationale Aufträge für Großbritannien dazu. Seit 2006 ist die Ingenieurin, die fließend Englisch und Italienisch spricht, ausschließlich für den italienischen Markt zuständig. „Mir gefällt vor allem, dass meine Arbeit jeden Tag etwas Neues bringt“, erklärt die 34-Jährige „Zusammengefasst bin ich für Termine, Kosten und Qualität verantwortlich.“. Was sich alles hinter diesen drei Begriffen verbirgt, wird klar, wenn man sich ihren Arbeitsalltag anschaut: „Ich muss zum Beispiel die Teams einteilen, die vor Ort arbeiten, mit der Logistik abstimmen, wie unsere Turbinen nach Italien gebracht werden, Baureihenfolgen vorgeben sowie Terminpläne mit alle Beteiligten erstellen und überwachen“, zählt die Diplom-Bauingenieurin einige ihrer Aufgaben auf. „Alle zwei bis drei Wochen fahre ich nach Italien, um mich mit unseren Kunden zu treffen und mir den Arbeitsfortschritt anzuschauen.“ Zu ihren Kunden gehören sowohl Privatleute, die sich eine einzelne Turbine auf ihr Grundstück setzen lassen, als auch Großinvestoren, die ganze Windparks erstellen. Aktuell beschäftigt sich Nicole Kleiner unter anderem mit einem Projekt in Sardinien, bei dem 69 Windkraftwerke gebaut werden.
An solch einem Großprojekt sind viele Menschen beteiligt. „Das fängt an bei der Konstruktions- und der Einkaufabteilung und geht bis zu der Beauftragung und Betreuung von Partnerunternehmen“, erklärt die Projektleiterin. Da ihre Bauprojekte alle in Italien umgesetzt werden, ist sie oft auch die sprachliche Brücke zwischen den Beteiligten. Und wenn es um elektrische Fragen rund um die Windenergieanlage geht, steht ihr ein erfahrener Kollege aus der Elektrik zur Seite.
Mit Kreativität gegen Unwägbarkeiten
Nicht selten kommt es in den Projekten zu Unwägbarkeiten, für die Nicole Kleiner eine Lösung suchen muss: „Wir müssen Wege finden, um eine Turbine in ein Waldstück oder auf einen Berg zu transportieren. Wenn es zu stark regnet oder schneit, müssen trotzdem die Termine eingehalten werden. Oder wenn ein Streik unsere Pläne durcheinander bringt.“ Wenn der Kunde es wünscht, organisiert Enercon auch den Wege- oder den Fundamentbau oder erstellt Bodengutachten. Alles kein Problem für die Projektleiterin, für die Flexibilität und spontane Entscheidungskraft die wichtigsten Voraussetzungen für ihren Job sind. Nicole Kleiner findet es gut, im Bereich der umweltfreundlichen Energieerzeugung ohne gefährliche Abfallprodukte zu arbeiten. Und dass sie ihre Projekte von der ersten Planung bis zur Fertigstellung begleitet, ist das ganz Besondere an der Arbeit einer Projektleiterin.




