Auf Achse zu den Kunden weltweit
Für seine Arbeit ist Alexander Mette (34) viel unterwegs: Der Bauingenieur ist für die Münchner Softwarefirma conject im Einsatz und betreut Bauunternehmen auf der ganzen Welt.
"Ich habe Bauingenieurwesen studiert, weil man eine breite Ausbildung erhält und vielfältig einsetzbar ist."
Foto: Privat
Zwei Stunden vor seinem Abflug nach St. Petersburg in Russland findet Alexander Mette schnell noch Zeit, über seine Arbeit als Bauingenieur zu erzählen: „Gut drei Tage in der Woche bin ich im Schnitt unterwegs, knapp zwei Tage an meinem Schreibtisch in München“, berichtet der Bauingenieur. Seine Dienstreisen führen den 34-Jährigen nach Brasilien, in die USA, nach Singapur oder auch nach Österreich, eben überall dorthin, wo seine Kunden – also Bauherren, Bauunternehmen sowie Planungs- und Projektmanagementbüros – aktuell tätig sind.
Virtueller Projektraum
Alexander Mette ist für die Software zuständig, die die conject AG entwickelt hat: „Wir bieten Apps, also Anwendungen für alle Beteiligten in allen Phasen des Lebenszyklus einer Immobilie“, erklärt der Bauingenieur. „Diese Apps unterstützen die Projektmitglieder unter anderem bei allen Dokumentations- und Kommunikationsprozessen.“ Konkret bedeutet das: In einem virtuellen Projektraum können Daten, wie etwa Baupläne, abgelegt werden; die am Bau Beteiligten können darauf zugreifen, sie bearbeiten und sich mit anderen darüber austauschen. Alexander Mette betreut Großkunden, die viele Bauprojekte betreiben und für deren Bedürfnisse die Software speziell konfiguriert wird. „Dafür fahre ich zu den Kunden vor Ort, schaue mir ihren Projektablauf an und schule die Mitarbeiter im Umgang mit der Software.“
Zu diesem für einen Bauingenieur etwas ungewöhnlichem Einsatzfeld kam der gebürtige Hesse über einen kleinen Umweg: „Ich habe Bauingenieurwesen studiert, weil man eine breite Ausbildung erhält und vielfältig einsetzbar ist. Außerdem ist auch mein Vater Bauingenieur, so dass ich schon eine gewisse Neigung zu diesem Beruf hatte.“ Nach seinem Studium an der Fachhochschule Hildesheim arbeitete er bei der Bundeswehr im Bautechnischen Unterstützungszentrum für die Truppen im Ausland. „Wir haben zum Beispiel Wachtürme gebaut oder mussten prüfen, ob die Statik einer beschädigten Brücke für die schweren Panzer noch ausreicht.“ Bei dieser Arbeit habe er aber gemerkt, dass die Konstruktion ihm keinen Spaß macht. „Und da ich mich schon immer für EDV und Computer interessiert habe, wollte ich einen Job haben, der Bauingenieurwesen und EDV verbindet.“ Fündig wurde er schließlich bei conject.
In jedem Land anders
„Das breite Wissen aus dem Studium ist mir auch hier sehr nützlich“, sagt Alexander Mette. Als Ingenieur lernt man strukturiertes Arbeiten und weiß, wie die verschiedenen Bereiche bei einem Bauprojekt zusammenarbeiten. Für seine Arbeit muss Alexander Mette viel Flexibilität und Mobilität beweisen. Und natürlich Offenheit für andere Kulturen. „In jedem Land gehen die Menschen anders an das Thema Bauen heran, das macht meine Arbeit so spannend“, freut sich der Diplom-Bauingenieur. Die Projektsprache ist meist Englisch, bei deutschen Kunden, die im Ausland arbeiten, nicht selten auch Deutsch. „Und geht es in östliche Länder, steht mir in der Regel ein einheimischer Mitarbeiter bei der Kommunikation zur Seite.“
Alexander Mette macht seine Arbeit auf jeden Fall viel Spaß. „Es ist schön, immer wieder etwas dazuzulernen. Aus jedem Projekt in jedem Land nimmt man etwas mit, was man woanders wieder einsetzen kann.“ Und nicht zuletzt das Reisen hat auch seinen Reiz – auch wenn der Bauingenieur von einem Land meist nicht viel mehr als Hotels, Besprechungsräume und Baustellen sieht.




