service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Ingenieurin der Versorgungstechnik

Chefin im Handwerk

Seit über zwei Jahren führt Julia Tintelnot-Kramme (33) ihren eigenen Betrieb. Nach einem dualen Studium der Versorgungstechnik an der Fachhochschule Gelsenkirchen hat die gelernte Gas-Wasserinstallateurin den väterlichen Betrieb in Oerlinghausen gemeinsam mit ihrem Mann übernommen.

Zentralversorgungsanlage.

Wer ein Studium in Kombination mit einer Handwerksausbildung kombiniert, hat gute Voraussetzungen für eine spätere Selbstständigkeit .

Foto: Ulf Schirmer

„Ich finde es schön zu sehen, dass die Kunden mich als Nachfolgerin meines Vaters vollends angenommen haben“, erzählt die Versorgungstechnikingenieurin. Im Januar 2008 ist der Handwerksbetrieb an sie und ihren Mann, der Elektrotechnikermeister ist, übergegangen. Die Aufgaben sind zwischen beiden klar aufgeteilt: „Mein Mann kümmert sich um die Elektroinstallationen, ich bin für Sanitär- und Heizungstechnik zuständig.“ Das heißt, jeder betreut seinen eigenen Kundenkreis – der hauptsächlich aus privaten Kunden besteht –, erarbeitet Angebote und Planungen, beaufsichtigt die Baustellen und schreibt Rechnungen. „Oft ergeben sich aber auch Synergien, die Kunden gerne nutzen. Habe ich zum Beispiel den Auftrag, ein Badezimmer auszurüsten, nehme ich meinen Mann mit, der sich dann etwa gleich um die Beleuchtung oder Stromversorgung kümmern kann“, sagt sie.

Duales Studium als Ausgangspunkt

Für ihre heutigen Aufgaben ist Julia Tintelnot-Kramme doppelt gut gerüstet: Sie hat nicht nur ein zehnsemestriges Diplomstudium der Versorgungstechnik an der Fachhochschule Gelsenkirchen im August 2005 erfolgreich abgeschlossen, sondern parallel auch ihre Ausbildung zur Gas-Wasserinstallateurin (heute Anlagenmechanikerin Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) als eine der Jahrgangsbesten absolviert. Danach hat sie sich entschlossen, in den traditionsreichen Familienbetrieb, den es seit über 130 Jahren gibt, einzusteigen und ihn fortzuführen. „Ich hätte nach dem Studium auch das Angebot gehabt, in einem Ingenieurbüro anzufangen. Dort habe ich mein Praxissemester gemacht und meine Diplomarbeit geschrieben – und dabei gemerkt, dass Büroarbeit nichts für mich ist. Ich will draußen sein und mit Menschen zu tun haben“, erklärt sie. Um als Betriebsinhaberin auch ausbilden zu dürfen, hat sie bei der Handwerkskammer in zwei Monaten die Ausbildereignungsprüfung abgelegt und die Ausbildungsberechtigung, den AdA-Schein, erworben.

Julia Tintelnot-Kramme war schon in jungen Jahren technisch interessiert und hat ihren Vater in der Schulzeit öfter zu Kunden begleitet. Auch heute arbeitet sie auf den Baustellen nach wie vor gerne selbst mit, obwohl sie inzwischen von drei Gesellen und zwei Lehrlingen unterstützt wird. „Ich übernehme zum Beispiel den Kundendienst und warte die Anlagen vor Ort“, sagt die Unternehmerin. Wichtig ist ihr auch, dass sie fachlich nicht nur auf dem Laufenden bleibt, sondern sich darüber hinaus in neue Themen einarbeitet, wie beispielsweise erneuerbare Energien: „Wenn Kunden eine neue Heizanlage wollen, muss ich mich zum Beispiel auch mit Solartechnik oder Wärmepumpen auskennen, um die für den Kunden beste Lösung zu entwickeln“, erläutert sie. Dafür besuchen sie und ihr Mann regelmäßig Schulungen, etwa bei Großhändlern, Herstellern oder der Elektro- und Gasgemeinschaft Bielefeld.

Auszeit genommen

Derzeit arbeitet die 33-Jährige allerdings wenig, da ihr Nachwuchs ihre ganze Aufmerksamkeit erfordert. Während der Babypause ist ihr Vater vorübergehend wieder in den Betrieb eingestiegen. „Klar bin ich zwischendurch für Kunden am Telefon zu sprechen oder erledige kleinere Arbeiten im Büro“, sagt sie. Positiv überrascht war sie von der Reaktion ihrer Kunden, als sie ihren vorübergehenden Rückzug ankündigte: „Musste ich mich in meiner Ausbildung oft fragen lassen, ob ich mich als Frau überhaupt mit Sanitär und Heizung auskenne, so erlebe ich heute, dass Kunden bei manchen fachlichen Fragen unbedingt mich sprechen wollen.“ Sobald es möglich ist, will die Unternehmerin wieder mehr arbeiten. „Mein Mann und ich werden uns die Kinderbetreuung dann teilen. Außerdem gibt es in einem Familienbetrieb auch immer Unterstützung, wenn wir sie brauchen."

News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Wofür gibst du dein Geld aus?

Flexible Arbeitszeitmodelle im Trend

Events

Studieren in den Niederlanden

T5 Jobmesse

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos