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Hausarzt

Allrounder mit Zusatzangebot

"Beim Hausarzt laufen alle Fäden zusammen", sagt Dirk Boerner. Der 37-Jährige ist seit Januar 2010 Chef seiner eigenen Hausarztpraxis in Düsseldorf und hat darin seine Erfüllung gefunden.

Das Foto zeit Dirk Boerner am Schreibtisch.

Als Hausarzt muss man sich regelmäßig fort- und weiterbilden, um über neue Medikamente und Therapien informiert zu sein.

Foto: Privat

Als Dirk Boerner durch Zufall erfahren hat, dass in einer Düsseldorfer Hausarztpraxis ein Nachfolger gesucht wird, überlegte er nicht lange: „Hausarzt zu werden hat mich schon als Kind fasziniert“, sagt der Facharzt für Innere Medizin. Seit dem 1. Januar 2010 ist er der Chef seiner eigenen Praxis im Düsseldorf Stadtteil Bilk. Zu Dirk Boerner kommen all jene Patienten, die über Rückenschmerzen klagen, sich ein Grippevirus eingefangen haben oder mit Kreislaufbeschwerden kämpfen. Je nach Bedarf nimmt er Patienten beispielsweise Blut ab oder führt eine Ultraschalluntersuchung durch. Zwischendurch geht er in sein Labor, um Blutwerte zu analysieren. „Notfälle sind aber eher selten“, sagt Dirk Boerner, der vor seiner Selbstständigkeit unter anderem als Notarzt und an unterschiedlichen Krankenhäusern als Assistenzarzt gearbeitet hat.

Hausbesuche

An Mittwochnachmittagen stehen feste Hausbesuchstermine auf dem Plan. Doch manchmal reicht ein Nachmittag in der Woche nicht aus, denn gerade während der sommerlichen Hitzewellen benötigten manche Patienten Vitamin-Infusionen, „damit sie wieder fit werden.“ Also begibt sich der Mediziner auch in seiner Mittagspause zu Patienten, die in der Nähe der Praxis wohnen.

Als Hausarzt sind Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit gefragt. „Ältere Menschen oder Alleinstehende freuen sich, wenn sie mal mit jemandem reden können“, erklärt Dirk Boerner. „Das Schöne am Hausarztberuf ist, dass man ein Teil der Patientenfamilien wird – wenn man als Nachfolger in einer eingeführten Praxis das Vertrauen der Patienten gewonnen hat.“

Weiterbildung ist Pflicht

Zu den Verpflichtungen des Arztberufes gehört es, sich regelmäßig fort- und weiterzubilden, um über neue Medikamente und Therapien informiert zu sein. „Ein Hausarzt muss ein sehr breites Wissen haben“, meint Dirk Boerner. Dieses Wissen erweitert er ständig. Er machte sich zum Beispiel im Bereich der Reisemedizin kundig und weiß nun, für welches Land welche Impfungen notwendig oder empfehlenswert sind. Er gibt bei Vitamin-Aufbaukuren kundigen Rat oder führt Vorsorgeuntersuchungen durch. Und er ließ sich zum „Implantat-Akupunkteur“ zertifizieren: „Dabei implantiere ich winzigste Nädelchen aus Reintitan an ganz bestimmten Stellen der Ohrmuschel.“ Über komplexe Vorgänge im Körper werden so dessen Selbstheilungskräfte dauerhaft aktiviert. Diese Form der Akupunktur wird etwa bei Migräne, dem Tinnitusleiden, bei dem der Betroffene ständig unter Ohrgeräuschen leidet, oder bei chronischen Knieschmerzen angewandt. Sein Engagement hat aber noch einen anderen Hintergrund: Als Chef muss er wirtschaftlich denken. Die Zusatzleistungen, die die Patienten selbst bezahlen, sind eine zusätzliche Einnahmequelle.

Ergänzend zu seiner kurativen und vorbeugenden Tätigkeit muss Dirk Boerner noch jede Menge Papierkram erledigen, zum Beispiel Versicherungsanfragen beantworten, Anträge auf Behindertenausweise ausfüllen und die dazugehörenden Arztbriefe verfassen. Ein weiteres wichtiges Kapitel ist die Dokumentation, auch wenn er „nur“ einen Insektenstich behandelt hat. Dirk Boerner betont: „Dies muss in der Patientenakte vermerkt sein."

Mit der eigenen Hausarztpraxis hat Dirk Boerner den für ihn perfekten Beruf gefunden. „Ich habe nach meinem Studium immer gerne im Krankenhaus gearbeitet, „aber ich mochte den Wochenenddienst nicht, weil man dann keine Zeit mehr für die Familie hat“, sagt der Vater von zwei Kindern.

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