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Medizinische Dokumentarin

Keine Angst vor vielen Daten

Mal ist sie im Büro tätig, mal arbeitet sie mit den Patienten - diese Abwechslung gefällt Nadine Geisler (20) ganz besonders an ihrer Tätigkeit als Medizinische Dokumentarin an der Uniklinik Köln.

Nadine Geisler an ihrem Schreibtisch.

Nadine Geisler (20) gefällt der Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen und die Arbeit mit klinischen Studien.

Foto: Privat

Die Idee, Medizinische Dokumentarin zu werden, kam Nadine Geisler beim Tag der Offenen Tür der Medizinischen Akademie in ihrer Heimatstadt Rostock. Sie absolvierte dort das Vorstellungsgespräch und erhielt direkt eine Zusage für die dreijährige schulische Ausbildung. Vier Praktika zwischen zwei und sechs Monaten bereiteten sie gut auf ihre künftige Arbeit als Medizinische Dokumentarin vor. In der Uniklinik Rostock zum Beispiel war sie im Labor, in der Aufnahme und im Qualitätsmanagement im Einsatz. Parallel zu ihrer Ausbildung, die eine Mischung aus Theorie und Praxis war, machte sie ihre Fachhochschulreife. Wer sich für die Themen „Medizin“ und „Dokumentation“ interessiert, kann sich aber auch für eine duale Ausbildung zur „Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Medizinische Dokumentation“ entscheiden.

Nach ihrem Abschluss bewarb sich die Rostockerin in ganz Deutschland auf freie Stellen. „Es hat etwas gedauert, bis ich eine Zusage bekam, weil die meisten Arbeitgeber junge Medizinische Dokumentare mit Berufserfahrung suchten“, erzählt Nadine Geisler. Fündig wurde sie schließlich an der Uniklinik in Köln, wo sie nun seit Oktober 2010 im Klinischen Studienzentrum arbeitet. „Wir testen neue Medikamente gegen verschiedene Krebserkrankungen auf ihre Wirkungen und Nebenwirkungen“, erklärt die Dokumentarin, die alles Wichtige festhält: Sie dokumentiert Daten von Patienten, die an den Studien teilnehmen, füllt Formulare aus und schreibt Rechnungen. Dazu muss sie auch sicher mit dem Computer umgehen können. „Wir sind sozusagen das Bindeglied zwischen Ärzten und Patienten und sehr vielseitig einsetzbar“, erklärt Nadine Geisler. Einen Teil ihrer Arbeitszeit verbringt sie mit der Dokumentation, die sie an ihrem Schreibtisch im Büro durchführt, die andere Zeit steht sie in engem Kontakt zu den Patienten: Sie nimmt Blut ab, erstellt EKGs, also Aufzeichnungen von Herzrhythmen, prüft, welche Untersuchungen anstehen, und begleitet die Patienten zum Arzt. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden dann wieder von ihr dokumentiert.

Kommunikationsstark und einfühlsam

Teamorientierung ist dabei eine wichtige Voraussetzung. Je nach Studie arbeitet sie immer wieder mit anderen Kollegen zusammen. In ihrer Abteilung sind neben einem weiteren Medizinischen Dokumentar mehrere Dokumentationsassistenten, Krankenschwestern und Biologen beschäftigt. Dokumentare müssen gut kommunizieren können und einfühlsam mit den Patienten umgehen. Außerdem sollten sie Interesse an der Medizin und – je nach Arbeitgeber – an klinischen Studien mitbringen. „Ich habe vor der schulischen Ausbildung eine Ausbildung zur Rettungsschwimmerin gemacht“, erzählt Nadine Geisler. „Da habe ich bereits einige medizinische Details gelernt.“ Ganz wichtig sind darüber hinaus Englischkenntnisse in der medizinischen Fachsprache, denn die Dokumentationen werden – nicht zuletzt für die amerikanischen Sponsoren oder Auftraggeber der  Studien – häufig auf Englisch verfasst.

Nadine Geisler gefällt der Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen und die Arbeit mit klinischen Studien. Hier möchte sie erst einmal einige Jahre Berufserfahrung sammeln. Aber Einsatzbereiche gibt es für Medizinische Dokumentare viele: Außer in Krankenhäusern können sie auch in medizinisch-wissenschaftlichen Instituten, in der pharmazeutischen und der medizintechnischen Industrie, in Auftragsforschungsinstituten, Gesundheitsämtern, Krankenkassen, Softwarefirmen oder großen Gemeinschaftspraxen arbeiten. Und da sie die Fachhochschulreife hat, könnte Nadine Geisler auch noch ein Studium dranhängen. Ihr stehen also viele Möglichkeiten offen.

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