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Gerontologin

Damit ein würdiges Leben im Alter gelingt

Als Leiterin eines Pflegeberatungszentrums in Freiburg kennt Almut Herrenbrück (29) die Sorgen und Bedenken Pflegebedürftiger und deren Angehöriger. Ihnen zu helfen ist der Job der Gerontologin.

Auf dem Bild sind einige ältere Menschen zu sehen, die an einem Tisch sitzen.

Ältere Menschen brauchen Beratung und Pflege.

Foto: Dörfel & Dörfel Fotodesign

Almut Herrenbrück hat ein Herz für die Sorgen älterer Menschen. Seit Oktober arbeitet die Gerontologin als Leiterin des Pflegestützpunktes der Stadt Freiburg – ein Beratungszentrum für Ältere und deren Angehörige in der Frage der Pflege. Sie möchte den Betroffenen Entlastung bringen. „Wer professionelle Hilfe braucht, der bekommt bei uns die nötigen Informationen“, erläutert Almut Herrenbrück. So etwa bei der Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes oder der Frage, welche Leistungen einem für die Pflege zustehen.

Diagnostik, Beratung, Führungskompetenz

„Das Freiwillige Soziale Jahr hat nach dem Abitur mein Interesse für die Sozialarbeit geweckt“, erinnert sie sich.

Auf dem Bild ist eine junge Frau zu sehen, die in die Kamera blickt und freundlich lacht.

Almut Herrenbrück

Foto: Privat

Sie entschied sich für das Studium der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule in Freiburg im Breisgau mit Diplom-Abschluss. „Im Hauptstudium habe ich den Schwerpunkt ,Soziale Arbeit mit Menschen im höheren Lebensalter’ gewählt.“ In einer Seniorenwohnanlage mit Begegnungsstätte und in einem Pflegeheim absolvierte sie Praktika.

Die Arbeit für und mit älteren Menschen gefiel ihr und so absolvierte sie den Masterstudiengang „Soziale Arbeit“ mit Schwerpunkt Angewandte Gerontologie, den ihre Hochschule damals noch angeboten hat. Almut Herrenbrück lernte in dem weiterführenden Studiengang grundlegende Kompetenzen für die Arbeit mit alten Menschen – von der Diagnostik über die Beratung und Bildungsarbeit bis zu Führungskompetenzen.

Der berufliche Einstieg glückte ihr als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Gerontologie des Instituts für Angewandte Forschung der Katholischen Hochschule in Freiburg. Sie entwickelte dort Projektideen und erarbeitete Anträge für neue Projektausschreibungen. „Die Kontakte, die ich in dieser Zeit gewonnen hatte, waren mit ausschlaggebend dafür, dass es mit der Stelle beim Pflegeberatungszentrum geklappt hat“, sagt die Gerontologin rückblickend.

Nöte erkennen

Wenn heute Ratsuchende zu ihr kommen, gilt es für die 29-Jährige, im Dialog mit ihnen herauszufinden: Was sind Informationsbedürfnis und Anliegen der Betroffenen? Gibt es Anspruch auf Pflegeversicherungsleistungen? Sie klärt auf über die Kriterien des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen für die Einstufung in eine Pflegestufe.

„Es geht darum, die Nöte meiner Besucher zu erkennen“, sagt Almut Herrenbrück. „Auch ‚zwischen den Zeilen’ höre ich mit, um zu erkennen: Was erfordert die Situation?“ Ob Essen auf Rädern, eine Sozialstation oder die Vermittlung eines Heimplatzes: Sie findet heraus, wer Unterstützung bieten kann. Häufig ist das Thema auch die Sozialhilfe oder das Wohngeld. „Ziel ist, ein Leben in Würde in der eigenen Häuslichkeit im Alter führen zu können“, sagt Almut Herrenbrück. Es sei denn, der Heimaufenthalt ist die am ehesten zufriedenstellende Lösung. Die 29-Jährige kennt die Einrichtungen und deren Mitarbeiter: Sozialstationen und private Pflegedienste, die Menschen Alten- und Krankenpflege in der eigenen Wohnung zukommen lassen. Dienste, die Essen auf Rädern anbieten, Nachbarschaftshilfe oder Besuchsdienste. Auch ehrenamtlich tätige Gruppen und Kliniken gehören dazu. So kann sie den Angehörigen und Pflegebedürftigen dabei helfen, die richtige Pflegeform und Einrichtung zu finden.

Außer der Beratung der Besucher hat sie weitere Aufgaben. „Ich dokumentiere nach den Sprechzeiten die Gespräche“, berichtet Almut Herrenbrück. Sie benötigt Zeit für Besprechungen mit Kollegen. Dazu kommt die Öffentlichkeitsarbeit: „Ich bereite Informationsveranstaltungen und Vorträge vor, bei denen ich zum Beispiel über unseren Pflegestützpunkt berichte“, sagt die junge Gerontologin.

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