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"Temporary Work Permit"

Internationale Teams in Toronto

Zwei Jahre lang arbeitete der Betriebswirt Andreas Krusenbaum (34) bei der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in Kanada. Möglich machte dies eine "Temporary Work Permit" — also ein befristetes Arbeitsvisum.

Auf dem Foto ist die Skyline Torontos bei Nacht abgelichtet.

Die größte Stadt Kanadas: Toronto.

Foto: Canadian Tourism Commission

Nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann absolvierte Andreas Krusenbaum ein duales Studium in Betriebswirtschaft, bevor er als Prüfer bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in Stuttgart einstieg. „Schon während meiner Diplomarbeit habe ich mit internationalen Teams zusammengearbeitet. Deshalb war klar, dass ich eines Tages auch mal gern im Ausland arbeiten wollte“, so der 34-Jährige. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit erkundigte er sich deshalb bei seinem Arbeitgeber PwC nach Möglichkeiten, in ein englischsprachiges Land zu gehen. „Dann habe ich erst einmal drei Jahre Erfahrung als Prüfer gesammelt, bevor ich nach Kanada ging. Schließlich wollte ich dort als vollwertiger Mitarbeiter eingesetzt werden“, erzählt der Betriebswirt.

Andreas Krusenbaum trägt einen schwarzen Anzug mit roter Krawatte.

Andreas Krusenbaum

Foto: Privat

Er nahm über die Personalabteilung Kontakt zu Kollegen auf, die eine Zeitlang in Neuseeland, den USA oder Kanada gearbeitet hatten und ließ sich von deren Erfahrungen berichten. Letztlich entschied er sich für das Land im Zeichen des Ahornbaums. Er bewarb sich bei PwC in Toronto, durchlief ein telefonisches Bewerbungsgespräch und erhielt die Zusage. Seine Personalabteilung half ihm, bei der kanadischen Botschaft eine „Temporary Work Permit“, also eine befristete Arbeitserlaubnis, zu beantragen. Andreas Krusenbaum wurde in Kanada in der inhaltlich selben Abteilung eingesetzt, in der er auch in Stuttgart tätig gewesen war. „Die Arbeit war fast die gleiche – aber eben auf Englisch“, erinnert sich der 34-Jährige. „Verstehen konnte ich die Sprache gut, mit dem Sprechen dauerte es etwas. Um auch E-Mails, Berichte und andere schriftliche Kommunikation gut zu beherrschen, belegte ich vor Ort zwei Schreibkurse für Geschäftsenglisch.“

Entspannter als in Deutschland

Und wie war die Zusammenarbeit mit den Kanadiern? „Das kann ich gar nicht genau sagen“, lacht Andreas Krusenbaum. „Denn von meinen 60 Kollegen waren nur zehn Kanadier, die anderen kamen aus dem Rest der Welt – von Chinesen über Inder bis hin zu Europäern aus den unterschiedlichsten Ländern. Da hat jeder seine Eigenarten.“ Dieser Kulturmix ist in kanadischen Unternehmen häufig anzutreffen, daher muss man generell offen sein für Menschen aus anderen Ländern und Gesellschaften. Generell könne man sagen, so der Mittdreißiger, dass das ganze Leben in Kanada entspannter sei als in Deutschland: „Viel läuft über Smalltalk. Selbst im Fahrstuhl unterhält man sich mit Fremden.“ Sobald man Geschäftspartner das erste Mal trifft, spricht man sich direkt mit Vornamen an. Auch privat ist der Prüfer aus Deutschland schnell mit Kanadiern in Kontakt gekommen.

Da er einen kanadischen Arbeitsvertrag hatte, galten für ihn auch alle kanadischen Vorschriften – darunter zum Beispiel die geringe Anzahl von nur 15 Urlaubstagen im Jahr. Diese nutzte er, um sich in den nahegelegenen Naturparks umzuschauen. Mittlerweile ist Andreas Krusenbaum zurück bei PwC in Stuttgart, wo sein Vertrag für zwei Jahre geruht hatte. Von den Erfahrungen in Kanada profitiert er heute: „Mir fällt die Kommunikation mit internationalen Mandanten nun viel leichter, weil ich sowohl die Sprache als auch die Kultur besser verstehe.“ Sein Tipp für Kanada-Interessierte: „In einem fremden Land zu arbeiten ist etwas anderes, als dort Urlaub zu machen. Irgendwann kehrt auch hier Routine ein. Bevor man auswandert, sollte man erst einmal schauen, ob einem das Land auch auf Dauer gefällt.“

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