Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Filmreifes Multitasking

Kommunikationsdesignerin sitzt vor ihrem Computer und arbeitet.
Organisationstalent gefragt: Producer arbeiten als Koordinatoren bei einem Filmdreh und begleiten diesen von der Idee bis zum finalen Schnitt.
Foto: Jens Oellermann

Producerin

Filmreifes Multitasking

Recherche, Terminplanung, Drehgenehmigung – Producer haben alle Hände voll zu tun. Céline Deligny kann ein Lied davon singen: Die 30-jährige Politikwissenschaftlerin arbeitet als Junior Producerin bei der Kölner „taglicht media Film- und Fernsehproduktion GmbH“ – und schätzt besonders die Vielseitigkeit ihres Berufs.

„Ich bin für 90-minütige Dokumentationen über aktuelle und geschichtliche Themen zuständig“, erklärt Céline Deligny. Einer der von ihr mitproduzierten Filme berichtete zum Beispiel über die Hintergründe des Brexit, ein anderer über den Abgasskandal bei Volkswagen. „Mein absolviertes Politikstudium hilft mir hier sehr, vor allem bei der Recherche zu den Filmen“, erklärt sie.

Recherchieren ist ohnehin eine ihrer Hauptaufgaben: Sie erhält ein Thema oder bereits ein Drehbuch für eine geplante Dokumentation und sucht im Internet nach passenden Videos und Bildern, die für den Film genutzt werden können. „Die Ergebnisse leite ich an die Autoren weiter, damit sie wissen, welches historische Material zur Verfügung steht. Finde ich nichts Passendes, muss ich überlegen, wie die Informationen anders dargestellt werden können, zum Beispiel durch Symbolbilder.“ Im Zuge der Recherche muss Céline Deligny auch herausfinden, wie viel die Nutzung des Materials kostet und ob die Kosten sich innerhalb des Budgets für den Film bewegen.

Schnittstelle zwischen Produzent und Regisseur

Ein Porträt-Foto von Céline Deligny

Céline Deligny

Foto: privat

Steht das Drehbuch, bereitet sie die Dreharbeiten vor: Sie holt Drehgenehmigungen ein, plant die Reiseroute für das Filmteam und hält die Termine für die einzelnen Arbeitsschritte im Blick. „Viele unserer Filme sind Auftragsarbeiten für Fernsehsender. Bevor wir mit der Arbeit beginnen, steht oft schon ein Großteil der Finanzierung. Wenn nicht, müssen unsere erfahrenen Producer noch weitere Sender akquirieren.“ Wenn die Dreharbeiten abgeschlossen sind, überwacht Céline Deligny den Schnitt, sucht passende Musik aus und erstellt schließlich die Informationen für die Website, für Facebook und die Mitteilung an alle Beteiligten, wann der Film gesendet wird.

„Die Arbeit eines Producers erfordert ein hohes Organisationstalent und die Fähigkeit zum Multitasking“, sagt Céline Deligny. Auch Durchsetzungsfähigkeit ist wichtig, denn als Schnittstelle zwischen dem Produzenten und dem Regisseur muss sie stets die Fäden in der Hand halten und dafür sorgen, dass alle Aufgaben rechtzeitig erledigt werden – und das oft für mehrere Projekte gleichzeitig. Außerdem braucht sie für ihre Recherchen viel Allgemeinwissen und Interesse für unterschiedliche Themen. „Ich lerne jeden Tag enorm viel dazu“, erzählt die Junior Producerin.

„Einer der vielseitigsten Berufe“

Den Grundstein für ihre Tätigkeit hat sie bereits in ihrem Studium der Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und an der Universität „Sciences Po“ im französischen Nancy gelegt. An ihren Doppelbachelor schloss sie noch ein Masterstudium in Medienmanagement an der Bauhaus-Universität Weimar an und absolvierte mehrere Praktika, unter anderem bei einer Produktionsfirma für Dokumentarfilme. „Weil mir die Arbeit dort gut gefiel, wollte ich gerne ein Volontariat bei einer Produktionsfirma machen und schaute mir die Abspänne vieler Dokumentationsfilme an – denn nur dort steht, wer den Film produziert hat.“ Sie schrieb rund 30 Bewerbungen und erhielt die Zusage einer großen Produktionsfirma in Berlin, wo sie zweieinhalb Jahre als Volontärin und Junior Producerin arbeitete.

Mit ihrer Berufswahl ist Céline Deligny rundum zufrieden: „Nur wenige wissen, was ein Producer eigentlich macht“, weiß sie aus Erfahrung. „Für mich ist es einer der vielseitigsten Berufe, die es gibt – und er macht mir sehr viel Spaß.“

abi>> 01.08.2017