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Abgesichert dem Ruf der Freiheit folgen

Zwei Schafe auf einer Wiese in Neuseeland
Zusammen mit ihrem Freund reiste Anne Königbauer fünf Wochen lang durch Neuseeland: „Wir erlebten so viel Freiheit, nur Schafe und Natur.“
Foto: Antonia Möller

Sabbaticals – Reportage

Abgesichert dem Ruf der Freiheit folgen

Es ist ein Zauberwort mit dem Duft der Freiheit: „Sabbatical“. Monate lang Freizeit genießen mit der Gewissheit, den sicheren Arbeitsplatz zu behalten – das ist ein Traum, den sich immer mehr Arbeitnehmer erfüllen; so auch Anne Königbauer (31).

Mit dem Sabbatical ging für die 31-Jährige der Traum einer ausgedehnten Reise in Erfüllung: Drei Monate lang war sie unterwegs. Die studierte Betriebswirtin war zu dem Zeitpunkt Senior Manager in der Personalabteilung beim Sportartikel-Hersteller Adidas in Herzogenaurach. Im Herbst 2015 kam sie zusammen mit ihrem Freund, der auch im Unternehmen arbeitet, auf die Idee, die ersehnte Reise zu planen. „Warum nicht jetzt?“, dachte Anne Königbauer und packte die Gelegenheit beim Schopf.

Gründliche Planung ist das A und O

Ein Porträtfoto von Anne Königbauer

Anne Königbauer

Foto: privat

Als sie das Thema an ihren Vorgesetzten herantrug, war er offen und bereit, sie zu unterstützen. Sie solle nicht nur darüber reden, sondern es auch wirklich umsetzen, ermunterte er sie. Anfang 2016 setzten sich die beiden zusammen und bereiteten die Auszeit vor. „Es ist extrem wichtig, sich rechtzeitig mit Chefs, Kollegen und der Personalabteilung abzustimmen“, betont Anne Königbauer. Die anderen Teammitglieder übernahmen einen Teil ihrer Arbeit – das musste gründlich organisiert werden. „Eine gute Voraussetzung ist außerdem, schon etwa fünf Jahre im Unternehmen zu sein, wenn man sich eine Zeit lang ausklinken will“, ergänzt die Personalmanagerin.

Vor der Auszeit hatte Anne Königbauer einen Teil ihres Gehalts über ein spezielles Arbeitszeitmodell in ihr Zeitsparkonto eingezahlt. Es wäre außerdem möglich gewesen, Überstunden und nicht genommene Urlaubstage in die Waagschale zu werfen.

Zum Gipfel aufbrechen

Nachdem alles geregelt war, brach die damals 30-Jährige im November 2016 mit ihrem Freund zum ersten Ziel der Reise auf: Afrika. Sie nahmen sich den Kilimandscharo in Tansania vor, den mit fast 6.000 Metern höchsten Berg des Kontinents. Sieben Tage lang stiegen die beiden aufwärts, bis sie den schneebedeckten Gipfel erreichten. Der Ausblick, die wunderbare Landschaft, der Himmel und das überwältigende Gefühl, es geschafft zu haben – für Anne Königbauer war das ein großartiges Erlebnis.

Die nächste Etappe der Reise war Neuseeland. Fünf Wochen lang fuhren sie mit dem Wohnmobil durch ein atemberaubend schönes Land. „Wir erlebten so viel Freiheit, nur Schafe und Natur“, schwärmt Anne Königbauer.

Ein kompletter Szenenwechsel war die letzte Station: Südamerika. Andere Kulturen zu erleben und zudem Spanisch zu lernen – dazu gab es in Kolumbien und Bolivien ausreichend Gelegenheit.

Lernen, loszulassen

Nach etwa drei Wochen im Sabbatical schaffte es Anne Königbauer nach und nach, den Arbeitsalltag loszulassen, sich nicht mehr im Büro zu melden und die Arbeit ihren Mitarbeitern zu überlassen. Sie erlebte, wie es ist, nichts tun zu müssen und Zeit zu haben, über sich selbst nachzudenken. „Ich bekam einen gesunden Abstand und konnte so meinen Akku wieder aufladen“, erzählt die Personalmanagerin. „Früher hatte ich Bewerbern in Vorstellungsgesprächen die Möglichkeit eines Sabbaticals schmackhaft gemacht. Jetzt erlebte ich selbst, was das bedeutet.“

Eine weitere wichtige Erkenntnis nach ihrem Sabbatical war, dass es ihrer Karriere absolut nicht geschadet hat, sich eine Auszeit zu gönnen. Im Gegenteil: Kurz nach ihrer Rückkehr wurde sie vom Senior Manager zum Director Human Resources befördert.

Das Sabbatical war für Anne Königbauer eine große Bereicherung. Die kostbare freie Zeit half ihr unter anderem, sich selbst zu bestätigen, dass ihr Beruf genau der richtige für sie ist. Zum Ende ihrer Reise freute sie sich wieder auf ihre Arbeit und kehrte hochmotiviert ins Büro zurück.

abi>> 15.06.2017

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